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Wie ich zum Buchautor wurde

Wie kommt man auf die Idee, ein Buch zu schreiben? Und wie lässt sich diese Idee auch tatsächlich in die Tat umsetzen? Und was bedeutet es dann wirklich, ein solches (gedrucktes) Buch zu schreiben? Diese Fragen möchte ich gern anhand meiner Erfahrungen beantworten und Dir so einen persönlichen Einblick hinter die Kulissen meines Buches „Astrofotografie – Spektakuläre Bilder ohne Spezialausrüstung“ geben.

Buch schreibenWenn Du das Buch bisher noch nicht gelesen hast (erhältlich ab 27. Februar 2017), dann macht Dich dieser Einblick hoffentlich neugierig darauf und hilft Dir, es unter einem anderen Blickwinkel zu lesen. Oder vielleicht hast Du auch schon einmal darüber nachgedacht, ein eigenes Buch zu schreiben und mein Bericht hilft Dir, diesem Ziel ein stückweit näher zu kommen.

Dieser Einblick ist dabei durchaus tiefgehend und daher auch entsprechend lang. Mir ist jedoch wichtig, dass Du als (potentieller) Leser verstehst, warum es dieses Buch gibt und wie es sich vielleicht auch von anderen Büchern unterscheidet. Ich habe weit mehr als 500 Stunden Arbeit in dieses Buch investiert. Daher bitte ich Dich, Dir 30-45 Minuten Zeit für diesen Blick hinter die Kulissen zu nehmen. Und für alle, die erst einmal einfach nur wissen wollen, was sie im Buch erwartet, werden hier die wichtigsten Fragen dazu beantwortet.

Wie kam ich auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Die Motivation, ein eigenes Buch zu schreiben, kann sicherlich sehr vielfältig sein. Bei mir lagen die Wurzeln glaube ich schon in der Kindheit: Immer wenn ich mit vielleicht 10 Jahren gefragt wurde, was ich später mal werden möchte, habe ich „Schriftsteller“ geantwortet. Gut, ein Buch über die Astrofotografie hatte ich damals sehr wahrscheinlich noch nicht im Kopf, aber ich hatte schon immer Spaß am Schreiben. Es gibt mir die Möglichkeit, meine Gedanken, Erlebnisse oder auch schlichtweg wertvolle Informationen festzuhalten und mit anderen zu teilen. Aber auch wenn der Wunsch, ein eigenes Buch zu schreiben, schon länger in mir schlummerte, so fehlte mir doch lange Zeit DAS Thema und beruflich bedingt letztendlich auch die Zeit dazu. Dass Letzteres allerdings eher eine „Ausrede“ für das eigene Gewissen ist, sollte ich noch lernen – aber dazu später mehr.

Wie ich zur Astrofotografie kam

Angefangen zu Fotografieren habe ich etwa mit 18 Jahren. Mit großer Neugier habe ich seitdem viele Genres der Fotografie ausprobiert: mir kamen dabei sowohl Menschen, Tiere, Insekten als auch Landschaften vor die Linse. Und auch wenn mir all das viel Spaß gemacht hat, so habe ich doch nie eine echte Leidenschaft für eines der Themen oder Motive entwickeln können. Meine Bilder waren sicherlich nicht schlecht, aber eben auch nichts wirklich Besonderes. Und Bücher zu all diesen Themen gab es im Überfluss, geschrieben von Menschen, die alle sehr viel mehr Erfahrung und Wissen zu ihrem Spezialgebiet hatten.

Mein erstes Mondfoto mit „Goldenem Henkel“

Nach einem Umzug nach München im Jahre 2007 rückte bei mir immer mehr der Sport und die Natur in den Vordergrund – fotografisch wurde ich dabei allerdings zum „Knipser“. So reichte es mir, auf meinen Wandertouren oder Alpenüberquerungen mit dem Rennrad, eine kleine Kompaktkamera dabei zu haben, mit der ich die Erlebnisse und Eindrücke festhalten konnte. Irgendwann war jedoch auch diese sportintensive Phase vorbei und ich zog aus privaten Gründen 2013 wieder nach Norddeutschland um. Es dauerte schließlich bis 2014, bis ich meine heutige Leidenschaft – die Astrofotografie – für mich entdeckte. Das war mal endlich etwas ganz Neues, was ich so bisher nicht kannte oder gemacht hatte. Besonders begeistert hat mich, dass ich fast täglich neue Dinge entdeckt habe: Angefangen damit, dass es möglich ist, mit einer normalen Kamera mit Teleobjektiv Mondkrater zu fotografieren… Oder dass Fotos bei Vollmond mit einer ausreichend langen Belichtungszeit taghell erscheinen… Oder dass es in Deutschland Polarlicht gibt, was sich sogar fotografisch festhalten lässt… Oder dass ich mit einem kleinen Zusatzgerät eine ferne Galaxie aufnehmen konnte… Hier gab es so viel Neues zu entdecken, was natürlich eine extrem steile Lernkurve zur Folge hatte.

Wie ich in kurzer Zeit viel Wissen aufgesaugt habe

Motiviert von den Ergebnissen wollte ich alles über das Thema wissen, und habe daher unzählige Stunden damit verbracht, alles was ich darüber finden konnte wie ein Schwamm aufzusaugen. Leider – und das wirst Du sicher auch aus eigener Erfahrung wissen – findet man im Internet mindestens genauso viel „Schrott“ wie nützliche Informationen. Bei vielen Themen half da schlichtweg nur Ausprobieren, um herauszufinden, welche Tipps mich wirklich weiterbringen und mir helfen, meine Fotos zu verbessern.

Um ein möglichst breites Bild meiner neuen Leidenschaft Astrofotografie zu bekommen, habe ich Einiges unternommen: Angefangen mit dem Konsumieren kostenloser Blogartikel, Forenbeiträge oder Youtube-Videos, über das Verschlingen von eBooks (insbesondere von US-Autoren) bis hin zum Eintritt in einen Astronomieverein und einem praktischen Astrofotokurs in der Schweiz (meinen Bericht dazu findest Du hier). Auch (gedruckte) Bücher zu diesem Thema gehörten natürlich zu meinen „Informationsquellen“, aber spätestens dabei merkte ich, was mich störte: Fast überall wurde es sehr schnell sehr speziell und vor allem sehr „astronomisch“ – und dies nicht nur in der eigentlichen Bedeutung, sondern auch „astronomisch teuer“. Ich habe unzählige Bilder von spektakulären Himmelsobjekten gesehen – ferne Nebel und Galaxien, die man mit bloßer Beobachtung so nie erfassen könnte. Und natürlich war ich fasziniert davon, aber war es das, was ich machen wollte? Nein! Ich wollte mich (noch) nicht tief in die Astronomie einarbeiten, ich wollte mich (noch) nicht damit beschäftigen, wie ein Teleskop funktioniert und ich wollte vor allem (noch) nicht tausende von Euro für eine Astrofotoausrüstung investieren, mit der ich solche Aufnahmen machen könnte. Vielmehr hat mich fasziniert und interessiert, was ich auch ohne all dieses Spezialequipment und -wissen erreichen kann.

Meine erste nachgeführte Deep Sky Aufnahme des Orionnebels

Nun stand ich also vor der Herausforderung, aus all den verfügbaren Informationen die herauszufiltern, die weder zu oberflächlich, noch zu speziell waren. Und das war gar nicht so einfach. Alle Bücher, die ich gelesen hatte, deckten diesen Anspruch nur zu einem gewissen Teil ab. Schnell wurde es hier wieder speziell und somit für meine Zielsetzung „uninteressant“.

Welche Zielgruppe ich ansprechen wollte

Unbenommen sind viele der Bücher wirklich sehr umfangreich und die Autoren meist Experten in dem Gebiet der Astrofotografie. Aber ich hatte immer das Gefühl, all diese Bücher richten sich primär an Astronomen, die gern in die Fotografie einsteigen möchten. Und das war ich nunmal nicht. Daher fotografierte ich fleißig weiter und holte mir eine Menge Inspiration für neue Motive über diverseste Quellen. Schnell kam dabei die Milchstraße als Motiv hinzu, und ich machte Ende 2015 eine Reise nach Island, um dort zum ersten Mal Polarlichter zu erleben und zu fotografieren. Auch an etwas speziellere Motive wie eine Sonnen- oder Mondfinsternis, Kometen oder Meteore habe ich mich – mit Erfolg – gewagt. Irgendwann während dieser „Experimentierphase“ habe ich mir eines Tages gedacht:

‚Es gibt so viele tolle Motive am Nachthimmel, von denen vermutlich die wenigsten (Hobby-) Fotografen wissen, dass es sie überhaupt gibt und wie man sie aufnehmen kann. Und bei den meisten Motiven ist es sogar häufig einfacher als man zunächst denken mag – man muss nur wissen, wie es geht. Warum zum Henker hat denn aber noch niemand mal all diese Dinge aufgeschrieben?‘

Dies war der initiale Anstoß für meine Idee, ein Buch zu schreiben. Nun wollte ich jedoch kein reines Sachbuch schreiben, in dem ich alle Fakten über die „einfache“ Astrofotografie sammle, sondern ich wollte mehr mit dem zukünftigen Leser teilen: Ich wollte das ERLEBNIS Astrofotografie vermitteln! Was es bedeutet, Nachts im Dunkeln auf einem Berg zu übernachten um die Milchstraße zu fotografieren… Unter einem Sternschnuppenregen zu stehen und sich dabei der Faszination unserer Natur bewusst zu werden…. Ehrfürchtig unter tanzenden, grünen Polarlichtern zu stehen… Zu erleben, wie sich der Vollmond bei einer totalen Mondfinsternis plötzlich rot einfärbt… Du musst so etwas sicherlich selbst erleben, um diese Faszination wirklich zu spüren, aber ich wollte dem Leser mit meinem Buch zumindest die Inspiration und Motivation dazu liefern, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Und natürlich sollten auch die fotografischen Informationen nicht zu kurz kommen, um diese Erlebnisse letztendlich auch festzuhalten.

Wie lässt sich die Idee in die Tat umsetzen?

Das Ziel war mir nun also klar, aber was nun? Schließlich kannte mich niemand und ich konnte auch nicht „einfach so“ ein Buch schreiben. Wer mich kennt der weiß: Wenn ich etwas anpacke, dann richtig! Ich begann also wieder zu recherchieren. Zu Anfang hatte ich nur eine ungefähre Vorstellung davon was es heißt, ein Buch zu schreiben. Dank des Internets und eines bereits erfolgreichen Buchautors in meinem Freundeskreis war mir jedoch schnell klar, was zu tun war:

Wie ich einen Verlag gefunden habe

Wenn ich nicht selbst Geld investieren wollte (Selbstverlag), musste ich einen Verlag finden, der bereit ist mein Buch zu veröffentlichen. Und dieser Verlag musste natürlich erst einmal überzeugt werden. Täglich bekommen Verlage viele gute und schlechte Manuskripte und Buchideen – da muss man als unbekannter Autor in spe erstmal auffallen und „entdeckt“ werden. Dabei muss man zwischen einem Romanautor und einem Fachbuchautor unterscheiden: Die meisten Menschen, die ein Buch schreiben wollen (oder meinen es zu können) haben sicherlich einen Bestseller-Roman mit einer tollen Story im Kopf – oder diese bereits als Manuskript in jahrelanger Arbeit niedergeschrieben! Bei wahrscheinlich 99% dieser Menschen bleibt es jedoch bei diesem Wunsch, da ihr Manuskript nicht in einem Verlag entdeckt wird oder schlichtweg nicht gut genug ist. Bei Fachbüchern ist das etwas anders: Hier geht man mit einem gut durchdachten Konzept zu einem Verlag oder wird bestenfalls vom Verlag angesprochen, weil man bereits einen gewissen Namen in seinem Fachgebiet hat. Da ich Letzteres leider nicht hatte, musste ich den ungewissen Weg gehen und selbst die Initiative ergreifen. Dabei finde ich es extrem wichtig, einerseits mit genügend Selbstbewusstsein und Mut, aber auch mit einer ehrlichen Selbst- und Fremdeinschätzung an die Sache heranzugehen. Ich war überzeugt davon, dass mein fotografisches und schreiberisches Talent gut genug wäre, um ein Buch zu veröffentlichen. Diese Meinung holte ich mir vor allem auch von anderen Menschen ein, wobei hier insbesondere „fremde“ Rückmeldung wertvoll war – denn wessen Mutter oder Oma findet die Arbeiten ihres eigenen Kindes oder Enkelkindes nicht total super?! Mit dieser Überzeugung habe ich mich also daran gemacht, mir das konkrete Konzept des Buches zu überlegen und aufzuschreiben. Dieser Prozess hat mehrere Wochen gedauert, da die Idee auch erstmal in mir „reifen“ musste und ich noch einige praktische Erfahrung in der Astrofotografie sammeln wollte.

Als ich mich schließlich bereit fühlte, auf einen Verlag zuzugehen, habe ich mir erstmal die für mich „richtigen“ Verlage herausgesucht. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter auf meine ausgewählten Verlage eingehen, aber als ambitionierter Hobbyfotograf kennst Du sicherlich den einen oder anderen bekannten Fotofachbuch-Verlag. Ich suchte mir also zunächst drei Verlage heraus, die ich anschreiben wollte. Bei den meisten Verlagshäusern gibt es einen sogenannten „Autorenfragebogen“, der die wichtigsten Informationen zur eigenen Person und der Buchidee abfragt. Da diese jedoch bei allen Verlagen unterschiedlich sind, musste ich auch drei individuelle „Bewerbungen“ schreiben. Dies hat mehr Zeit und Mühe gekostet, als ich zunächst gedacht hatte. Aber wie gesagt, wenn dann richtig!

Wie ich mich als Buchautor „beworben“ habe

Da ich nun schon viele Jahre in der IT-Beratung und dem Vertrieb tätig bin, hatte ich denke ich schon eine gute Vorstellung, worauf es dabei ankam – denn ob ich nun eine Softwarelösung oder ein Buchkonzept verkaufen wollte, unterschied sich gar nicht so sehr. Beides musste eines sein: überzeugend! Und hier kommt es bei einem Buchkonzept für einen Verlag (aus meiner Sicht) insbesondere auf folgende Punkte an:

  • Ist mein Thema grundsätzlich für den Verlag interessant? Fehlt es im besten Fall noch im Portfolio des Verlages?
  • Wie formuliere ich meine Texte? Sind sie interessant geschrieben und erzeugen einen angenehmen Lesefluss?
  • Wie gut sind die Fotos, die ich als Autor zum Buch beitragen kann? Inspirieren sie den Leser?
  • Wie einzigartig ist meine Idee? Kann ich diese sogenannten „USP’s“ (Unique Selling Points) auf den Punkt bringen?

Diese Argumente konnte ich in den Autorenfragebögen meist nur bedingt gut unterbringen, daher habe ich zusätzlich ein Exposé formuliert, in dem ich mein Konzept auf vier Seiten noch einmal (aus meiner Sicht) durchgängig und schlüssig erläutert habe. Dazu gehörte auch eine detaillierte Inhaltsgliederung, die in diesem Ideenstadium eines Buches noch erstaunlich schwer fällt. Ergänzend zum Exposé habe ich außerdem ein 13-seitiges Probekapitel mitgeliefert, um dem Verlag eine erste Arbeitsprobe zu liefern. An all diesen Dingen habe ich mehrere Tage gesessen, aber ich wusste auch, dass ich wahrscheinlich nur diesen einen Versuch hatte – und der sollte sitzen!

Das Gefühl, als ich die „Bewerbungen“ an die Verlage geschickt habe, war vergleichbar mit dem Gefühl, was ich im Job habe, wenn ich ein Angebot für ein Projekt über mehrere hundert Tage zum Kunden schicke. Hier geht es zwar nicht um Beträge von mehreren hunderttausend Euro, aber darum, ob ich mein persönliches Ziel verwirklichen könnte! Mit einem etwas mulmigen Gefühl schickte ich also an einem Sonntagmittag Anfang Februar 2016 die Emails nacheinander ab.

Wie die Verlage reagierten

Das erste Mal umgehauen wurde ich von der promten Antwort des Rheinwerk Verlages (ehemals Galileo Press), die exakt 7 Minuten (!) nach dem Versand meiner Email (am Sonntag) in meinem Postfach landete – noch bevor ich die dritte Mail rausgeschickt hatte! Etwas nervös öffnete ich die Email und las von der Geschäftsführung persönlich, dass sie den Vorschlag interessant finden und sich über meine Kontaktaufnahme freuen. Mein Konzept würde dem zuständigen Lektor weitergeleitet werden. Wow, ein erster kleiner Erfolg, und das in Rekordzeit!

Die nächsten Rückmeldungen dauerten dann noch ein paar Tage, aber am Dienstag und Mittwoch danach hatte ich auch die Antworten der anderen beiden Verlage. Von beiden bekam ich erst einmal keine Absage, was schon mal sehr motivierend war. Beide hatten allerdings bereits Bücher zum Thema Astrofotografie im Portfolio, was mir natürlich bekannt war. Ich hatte allerdings gehofft, mit meinem Konzept auch bei diesen Verlagen noch eine Lücke schließen zu können, die es aus meiner Sicht gab. Leider sahen diese Verlage das etwas anders und wollten / konnten sich mein Konzept so nicht für ihr Portfolio vorstellen. Beide schlugen mir allerdings die Umsetzung eines alternativen Konzeptes im Rahmen eines kleineren Buches vor. Und auch vom Rheinwerk Verlag hatte ich zwischenzeitlich das Feedback, dass sie das Buch gern mit mir umsetzen möchten. Ich hätte also mit allen Verlagen, denen ich meine Buchidee vorgestellt hatte, die Chance gehabt, mein eigenes Buch zu schreiben. Das hatte ich so wirklich nicht erwartet! Es zeigt mir aber auch, dass es sich lohnt mutig zu sein und an seine Ideen zu glauben!

Eines der Bilder meiner "Bewerbung" bei den Verlagen

Eines meiner „Bewerbungsbilder“ bei den Verlagen zeigt das Latemargebirge in den Dolomiten im Mondlicht

Eine besondere Motivation für mich war die ehrliche Rückmeldung eines der Verlage, dass meine Aufnahmen (ich hatte einige meiner Bilder als Beispiele beigefügt) aus ihrer Sicht „für eine Buchpublikation nicht gut genug“ wären und „die Bildkompositionen nicht wirklich überzeugend“ sind. Im ersten Moment hat mich dieses Urteil natürlich etwas getroffen, aber im Nachhinein bin ich sehr dankbar dafür – da es meinen Ehrgeiz, noch bessere Bilder für mein Buch zu machen, enorm gesteigert hat. Nun bin ich sicherlich nicht der beste Astrofotograf aller Zeiten und möchte dies auch gar nicht sein. Und schlussendlich musst Du selbst entscheiden, ob Dir meine Bilder gefallen oder Du sie als „gut genug“ für ein Buch empfindest. Ich bin unter Anbetracht der eingesetzten (einfachen) Mittel technisch und gestalterisch jedoch sehr zufrieden mit meinen Bildern und sehe den Mehrwert des Buches vor allem in der Kombination aus Bild UND Text. Für einen reinen Bildband wären die Fotos wahrscheinlich wirklich nicht ausreichend!

Wie die Zusammenarbeit mit dem Rheinwerk Verlag begann

Meine Entscheidung für den Rheinwerk Verlag war auf Grund der „Angebote“ relativ schnell gefallen – nun musste sich der Verlag nur noch final für mich entscheiden! Dazu führte ich einige Gespräche und Email-Kommunikation mit meiner Lektorin und merkte schnell: hier passt die Chemie. Der Verlag hatte mein Konzept verstanden und war hochmotiviert, dieses für sie neue Thema nach so ziemlich genau diesem Konzept mit mir umzusetzen. Ein tolles Gefühl!!

Im März 2016 war ich gerade in Norwegen im Urlaub auf Polarlichtjagd, als mich schließlich am 3. März folgende freudige Nachricht meiner Lektorin nach der Programmkonferenz des Verlages erreichte:

„Wir waren erfolgreich mit unserem Vorschlag. Ich darf Sie herzlich als neue Rheinwerk-Autorin willkommen heißen!

Wow, jetzt wurde es also wirklich ernst! Nun folgten noch die obligatorischen Vertragsverhandlungen, die schlussendlich Mitte April in der offiziellen Vertragsunterzeichnung endeten. Nun war ich also offiziell Autorin eines Fachbuchs zum Thema Astrofotografie und schnell kam die Frage auf: „Kann ich das überhaupt?“ Ich hatte weder eine fotografische noch eine schriftstellerische Ausbildung, dafür aber einen enormen Ehrgeiz, ein Buch zu schreiben, das andere Menschen begeistert!

Was bedeutet es wirklich, ein Buch zu schreiben?

Schon vor der offiziellen Vertragsunterzeichnung ging die Arbeit am Buch bereits los. Bevor ich allerdings wirklich mit dem Schreiben anfangen konnte, gab es erst einmal zahlreiche Rahmenbedingungen zu klären und viel für mich zu lernen:

  • Wie ist die Vorlage (Word) des Verlages zu verwenden und was muss ich dabei beachten?
  • Wie sind bestimmte stilistische Mittel im Buch zu verwenden, z.B. Kästen oder Exkurse?
  • Welcher Schreibstil sollte verfolgt werden?
  • Wie müssen die Fotos bearbeitet werden, damit sie später im Druck (hoffentlich) eindrucksvoll rüberkommen?
  • Wie sieht die endgültige Inhaltsplanung und somit der rote Faden für mein Buch aus?
  • und, und, und…

Glücklicherweise stellte der Verlag hier einige Anleitungen und Tipps zur Verfügung, die den Einstieg stark vereinfacht haben. Außerdem hat die sehr kooperative Zusammenarbeit mit dem Rheinwerk-Team die Zusammenarbeit von Beginn an wirklich angenehm gemacht – Danke an dieser Stelle dafür!

Warum ich mir einen Projektplan erstellte

Du solltest wissen, dass ich all dies neben meinem eigentlichen Beruf als IT-Beraterin in der Freizeit gemacht habe. Dabei habe ich oft mehr als vierzig Stunden im Job gearbeitet und war beruflich viel auf Reisen. Die „Ausrede“, dass ich eigentlich gar keine Zeit habe ein Buch zu schreiben, hätte man also durchaus gelten lassen können. Allerdings habe ich in den Monaten der Buchentstehung gelernt, dass viel mehr geht als man glaubt, wenn man es nur wirklich will und fokussiert daran arbeitet. So sind innerhalb von 9 Monaten (von März bis November) ziemlich genau 500 Stunden meiner Freizeit in dieses Buch geflossen – also im Schnitt mehr als 55 Stunden pro Monat, fast 14 Stunden pro Woche, oder knapp 2 Stunden pro Tag! Warum ich das so genau weiß? Ich habe mir von Anfang an einen Projektplan erstellt. Das mag jetzt komisch klingen, aber aus meinem Beruf war ich es gewohnt, als Projektmanager einen Plan aufzustellen, wann ich (oder mein Team) welche Aufgaben erledigen, wieviel Zeit diese in Anspruch nehmen und vor allem, wann das Ergebnis steht! Nun war ich hier zwar nur eine „one-man-show“, allerdings galt es auch hier wie in einem Projekt Deadlines und andere Vorgaben wie Seitenzahlen einzuhalten.

Ich erstellte mir also (ganz simpel in Excel) eine Liste der Themen aus der Inhaltsgliederung und überlegte mir, wie viele Seiten jedes Kapitel und jeder Abschnitt darunter in etwa haben sollte. Die Gesamtseitenzahl war mit 360 Seiten (+/- ein bisschen) vorgegeben. Außerdem schaute ich mir meine Wochenendplanung für die nächsten Monate an, um bereits verplante Wochenenden rot zu markieren. Das Abgabedatum war vertraglich auf den 2. Januar 2017 festgesetzt – und ich wollte diese Deadline auf jeden Fall einhalten! Nach den ersten geschriebenen Seiten, die ich zusammen mit den benötigten Aufwänden in der Liste festhielt, konnte ich in etwa einschätzen, wie lange ich im Schnitt für eine Seite brauchen würde. Natürlich schwankte dies je nach Thema oder Aufbau der Seite, pendelte sich aber erstmal bei etwas mehr als einer Stunde pro Seite ein. Meinem Excel konnte ich damit eine ungefähre Hochrechnung hinzufügen, wobei mir bewusst war, dass ich mit dem eigentlichen Inhalt um einiges vor dem 2. Januar fertig sein musste, um ausreichend Zeit für Korrekturen und die endgültige Bildbearbeitung zu haben. Ende März war ich mit zwei Probekapiteln fertig (diese waren für die Vertragsunterzeichnung notwendig) und hatte die ersten ca. 25 Seiten des Buches „fertig“. Fehlten also noch etwa 340 Seiten, die ich in 7-8 Monaten schreiben musste. Das wären rechnerisch im Schnitt 11-13 Stunden pro Woche(nende), die ich einplanen müsste – ein sportliches Ziel!

Zum Glück hatte ich bereits im Jahr davor eine unbezahlte Auszeit von meinem Job für das Jahr der Bucherstellung eingeplant. In diesen 6 Wochen „Urlaub“ am Stück – was ich seit der Schulzeit nicht mehr hatte – hätte ich natürlich wesentlich mehr Zeit zum Schreiben, als in einer normalen Woche. Allerdings fehlten mir auch noch einige Fotos, die ich für das Buch geplant hatte. Dafür musste ich also auch noch Zeit einrechnen. So oder so war der Zeitplan aber offensichtlich eine gewisse Herausforderung – aber diese sind ja da, um gemeistert zu werden!

Wie die Arbeit am Buch verlief

Ich arbeitete hochmotiviert an meinem Buch, so dass ich die errechneten Wochenstunden unter Aufopferung der Wochenenden in den ersten zwei Monaten noch gut einhalten konnte. Ich kam also gut voran und war zuversichtlich, dass alles nach Plan laufen würde. Im Juni und Juli war ich dann jedoch beruflich und privat so stark eingespannt, dass ich in beiden Monaten zusammen nicht einmal 30 Stunden Zeit in das Buch investieren konnte – statt der geplanten 45-50 Stunden in einem Monat! Diese 60-70 Stunden „Rückstand“, der in mir natürlich eine gewisse Panik auslöste, musste also in meiner Auszeit im August und September wieder ausgeglichen werden! Ähnlich wie im Beruf setzt ein gewisser Druck bei mir jedoch auch besondere (mentale) Kraftreserven frei, so dass ich nach dem „Urlaub“ sogar weiter war, als ich ursprünglich mal erwartet hatte – trotz des Rückstands im Juni/Juli. Irgendwann kam dann seitens des Verlags der Vorschlag auf, dass das Buch doch vielleicht sogar schon einen Monat früher erscheinen könnte, jetzt wo ich so gut vorankäme. Damit war mein herausgearbeitetes Komfortpolster zwar wieder dahin, aber eine Veröffentlichung im Februar statt im März beflügelte mich nochmal zusätzlich. Und so stand irgendwann fest, dass ich alle Inhalte statt bis Anfang Januar bis Mitte November zum Lektorat abliefern müsste. Danach floss quasi jede freie Minute in die letzten Kapitel des Buches, so dass ich tatsächlich alles pünktlich übergeben konnte.

Buch schreiben im Sternenpark Westhavelland

Bei meinem Urlaub im Sternenpark Westhavelland konnte ich bei herlichstem Wetter in Ruhe am Buch arbeiten und zwischendurch mal zum Baden in den See springen

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, wie ich beim Schreiben des Buches vorgegangen bin? Daher hier ein paar meiner Erfahrungen, die aber natürlich keinen Anspruch darauf erheben, der richtige oder beste Weg zu sein:

  • Ich habe das Buch NICHT von vorn nach hinten geschrieben! Stattdessen habe ich mit den Themen/Kapiteln begonnen, auf die ich am meisten „Lust“ oder aber schon ausreichend Bildmaterial hatte. So konnte bzw. wollte ich beispielsweise das Kapitel zu Meteoren erst schreiben, nachdem ich die Aufnahmen der Perseiden im August gemacht hatte. Dies hätte natürlich auch schief gehen können, wenn (wie in Deutschland) zum Beispiel das Wetter in dieser einen Nacht nicht mitgespielt hätte. Auch die Andromedagalaxie im Deep Sky Kapitel habe ich erst Anfang September aufgenommen. Ein großer Nachteil bei dieser „chaotischen“ Art des Schreibens ist sicherlich, dass man immer ein bisschen Phantasie braucht, um sich bei jedem Kapitel ungefähr vorzustellen, welches Wissen der Leser bereits aus den vorherigen Kapiteln hat. Für mich hat diese Vorgehensweise allerdings schlussendlich gut funktioniert.
  • Ich habe versucht, einzelne Kapitel bzw. Projekte im Buch möglichst am Stück zu schreiben! Dies hat die Effizienz und hoffentlich auch die Durchgängigkeit des Textes aus meiner Sicht deutlich erhöht. So habe ich mich manchmal von morgens 6 Uhr bis abends 22 Uhr an einem Kapitel „festgebissen“ und es konzentriert ausformuliert. Dabei hatte ich zu Beginn meist nur einen groben Plan, welche Informationen ich zu diesem Thema unterbringen wollte. Viele Ideen kamen dann wirklich erst beim Schreiben selbst, oder ich habe im Rahmen der Recherche noch neue Erkenntnisse gewonnen, die ich vorher nicht hatte. Dieses konzentrierte „Power-Schreiben“ hat für mich erstaunlich gut funktioniert, auch wenn es familientechnisch manchmal schwierig war, sich für 10 oder mehr Stunden komplett aus allem auszuklinken. Aber sich nur mal „nebenbei“ für 1 oder 2 Stunden mit dem Schreiben zu beschäftigen ist wesentlich unproduktiver!
  • Ich habe sehr genau überlegt, was ich schreibe! Auf Grund meiner eigenen Erfahrungen als Leser wollte ich es in meinem Buch unbedingt „besser“ machen: Ich wollte den Leser nicht mit zu vielen (zum Teil wenig zielführenden) Informationen überfrachten, aber auch nicht mit zu viel „Bla Bla“ langweilen. Stattdessen war es mein Ziel, dass der Leser idealerweise bei jedem Umblättern das Gefühl hat, etwas Neues erfahren und wertvolle Tipps bekommen zu haben. Ob ich das geschafft habe, musst Du selbst beurteilen, Du kannst Dir aber sicher sein, dass ich mir über jeden Satz im Buch Gedanken gemacht habe. Didaktisch habe ich das Buch so aufgebaut, dass Du als ambitionierter Leser alle nötigen Informationen und Techniken praxisnah und „in verdaubaren Häppchen serviert bekommst“. Dabei habe ich mir stets überlegt, was ich mir selbst als Leser wünschen würde.
  • Ich habe das Schreiben nicht als Arbeit empfunden! Freunde und Bekannte, die von meinem Buch wussten, haben mich häufig gefragt, ob das nicht alles zu viel wird. Und natürlich, nach einer 50-Stunden-Arbeitswoche, in der ich an 4 Tagen unterwegs war, noch 15 oder 20 Stunden am Wochenende am Buch zu schreiben klingt sehr viel – das ist es auch durchaus! Gut, so war es auch nicht jede Woche, aber ich habe das Schreiben eigentlich nie als Stress empfunden. Mir hat es einfach unheimlich Spaß gemacht, so dass ich es eher als eine positive „Anstrengung“ erlebt habe, die eine gewisse innerliche Befriedigung erzeugt hat – insbesondere wenn ich jede Woche Fortschritte und Ergebnisse sehen konnte. Für mich ist ein Tag auf der Couch und Nichtstun definitiv „anstrengender“!
  • Ich hatte zwischendurch Zweifel! Beim Schreiben hatte ich immer wieder Hoch- und Tiefphasen. Mal „flutschte“ es und ich schaffte sehr viel in vergleichsweise kurzer Zeit. An anderen Tagen wollte kein richtiger Schreibfluss aufkommen und ich tat mich mit jedem Satz schwer. An solchen Tagen machte es dann auch keinen Sinn weiterzumachen, da habe ich einfach ein bisschen Bildbearbeitung oder Recherche eingeschoben. Und dann gab es Momente, da hatte ich das Gefühl, noch unheimlich viel vor mir zu haben – und das niemals mehr alles in der geplanten Zeit schaffen zu können. Hier half meistens nur, das Buch erstmal Buch sein zu lassen und etwas ganz anderes zu machen. Am nächsten Tag sah die Welt dann meist schon ganz anders aus. Ich habe allerdings bei allen Tiefpunkten und Zweifeln mein Ziel nie aus den Augen verloren!
  • Ein Fotofachbuch ist kein Roman! Obwohl ich noch nie einen Roman geschrieben habe, so liegen die Unterschiede doch recht klar auf der Hand: Neben einem möglichst ansprechend und nachvollziehbar geschriebenen Text sind Fotos und Abbildungen ein wesentlicher Teil eines Sachbuches. Und auch wenn man zunächst denken mag, dass ein Buch dieses Umfangs mit vielen Bildern sehr viel schneller und einfacher zu füllen ist als ein reines Textbuch, so würde ich es im Nachhinein jedoch sogar als aufwändiger einschätzen. Dies fängt bei der Auswahl und Bearbeitung der Fotos an und hört bei der durchdachten Aufnahme von Screenshots der eingesetzten Software oder Apps auf. Bei letzteren kamen häufig noch sogenannte „Callouts“ hinzu – kleine Ziffern, die bestimmte Elemente im Screenshot bezeichnen und analog auch im Text wiederzufinden sind. Bei ca. 115 Fotos und 250 Abbildungen, wie in meinem Fall, ist auch dies viel Arbeit und nicht zu unterschätzen!
  • Der Fotodruck machte mir Sorgen! Jeder, der schonmal eine Nachtaufnahme auf Papier oder Leinwand drucken lassen wollte, wird vor der Herausforderung der richtigen Bearbeitung gestanden haben: Häufig wirken gerade solche (sowieso schon dunklen) Bilder gedruckt zu dunkel und weniger beeindruckend als am Bildschirm. Um ein möglichst realitätsnahes Ergebnis bei der Bearbeitung zu erhalten, stellte mir der Verlag ein sogenanntes ICC-Profil zur Verfügung. Unterstützt durch eine entsprechende Kalibrierung meines Monitors konnte ich damit einen sogenannten „Proof“ in Photoshop und Lightroom einrichten, womit das Ausgabegerät (in diesem Fall die Drucker und das Papier des Verlags) hinsichtlich der Darstellung simuliert werden konnte. Zusätzlich hat der Verlag zu Beginn angeboten, ein paar der Bilder probeweise zu drucken, um die Helligkeits- und Farbausgabe auf dem späteren Papier zu beurteilen. All dies hilft natürlich enorm, allerdings blieb bei mir bis zum Schluss die Sorge, ob alle Fotos gedruckt so rüberkommen, wie ich mir das vorgestellt habe.
  • Ich musste mit Veränderungen zurechtkommen! Natürlich gab es auch während der Bucherstellung noch Änderungen – an der Ausrichtung und Reihenfolge der Kapitel, den geplanten Projekten oder dem eingesetzten Fotoequipment. So war beispielsweise das Kapitel zu den leuchtenden Nachtwolken (NLC) anfangs gar nicht geplant, da ich bei Vertragsunterzeichnung noch keine Aufnahmen davon hatte. Als ich dann jedoch Mitte Juli unerwartetes Glück hatte und fantastische NLC’s sehen und fotografieren konnte, entschieden wir kurzfristig, auch dieses Thema noch ins Buch aufzunehmen. Eine überraschende Änderung gab es dann noch nach der Fertigstellung der Buchinhalte im November: Die App „PlanIt!“, die im Buch in mehreren Projekten Anwendung findet, wurde genau zu diesem Zeitpunkt hinsichtlich ihrer Benutzeroberfläche und ihres Bedienkonzeptes komplett überarbeitet. Nun passten die bisherigen Beschreibungen im Buch natürlich nicht mehr zur App, wie sie zum Erscheinen des Buches vermutlich aussehen würde. Hier musste also eine Lösung her, die schlussendlich darin bestand, dass ich kurzfristig mit Hilfe eines engen Kontaktes mit den Entwicklern und einer Beta-Version von PlanIt! alle Screenshots der App im Buch neu aufnahm und die Beschreibungen angepasst habe.
  • Ich hatte Mühe, die vorgegebene Seitenzahl einzuhalten! Die meisten Menschen, denen ich vom Umfang des Buches (360 Seiten) erzählte, fragten entsetzt „So viel? Bekommst du die überhaupt gefüllt?“ Was ich schon während der Planungsphase ahnte, hat sich während des Schreibens bestätigt: Ich hatte eher das Problem, dass die geplanten Seiten NICHT aureichen würden! Hinzu kam, dass ich anhand der Word-Vorlage, in der ich das Buch geschrieben habe, die spätere Seitenzahl im Buch leider nur ungefähr abschätzen konnte. Und so blieb bis zum Schluss eine gewisse Unsicherheit wieviele Seiten es wirklich werden würden, oder ob ich irgendwo nochmal massiv kürzen müsste.
    Buch schreiben mit Blick auf die Zugspitze

    „Arbeitsplatz“ mit Blick auf das Zugspitzmassiv

  • Ich konnte überall schreiben! Da ich das komplette Buch an einem Laptop geschrieben habe, war ich sehr flexibel, was den Ort des Schreibens anging. Für die Bildbearbeitung musste ich zwar am heimischen Schreibtisch und dem kalibrierten Monitor sitzen, aber die eigentlichen Inhalte konnte ich quasi überall erstellen. Am liebsten war ich dabei draußen an der frischen Luft – sei es nun die heimische Terrasse oder ein wackeliger Balkontisch im Urlaub. Solange ich Ruhe (und Strom) hatte, konnte ich mich fast überall auf das Schreiben konzentrieren und kreativ sein.
  • Mein Projektplan gab mir Sicherheit! Der Projektplan, den ich am Anfang aufgestellt hatte und danach kontinuierlich pflegte, war mir auch während der Bucherstellung eine wichtige Hilfe. So konnte ich jederzeit sehen, wie viele Seiten ich schon geschafft hatte, wie viele noch fehlten und wie lang ich grob geschätzt noch brauchen würde. Es erforderte zwar etwas Disziplin, jeden Tag zu notieren, wofür ich wie viel Zeit gebraucht hatte, allerdings wäre ich ohne dieses Hilfsmittel – und somit ohne einen klaren Plan vor Augen – wahrscheinlich sehr viel gestresster gewesen.
  • Ich hatte die volle Unterstützung meiner Familie! Das Buch wäre sicher nicht zustande gekommen, wenn meine Familie und Freunde nicht so verständnisvoll und unterstützend gewesen wären. Das bedeutete viel Verzicht auf gemeinsame Zeit, immer ein offenes Ohr für meine Ideen und der immerzu feste Glaube an mein „Projekt“. Einige Personen „opferten“ sich auch als Testleser oder Fachlektoren für mein Buch, wofür ich sehr dankbar bin, da mir dies zusätzliche Sicherheit gegeben hat, auf dem richtigen Weg zu sein.

Ebenfalls sehr dankbar bin ich Gunther Wegner, einem bekannten Zeitraffer-Fotografen und Autor der weltweit bekannten Software „LRTimelapse“ (www.gwegner.de und www.lrtimelapse.com). Er brachte mich mit seinem Podcast „Fotoschnack“ ursprünglich auf das Thema Astrofotografie und erklärte sich auch spontan bereit, einen Gastbeitrag mit vielen wertvollen Tipps zum Thema Zeitraffer-Fotografie für mein Buch zu schreiben! Wir kannten uns vorher nur flüchtig aus einem seiner Workshops, aber er fand mein Projekt gut und wollte es gern unterstützen! Vielen Dank dafür Gunther!!

Als ich diesen Blogbeitrag kurz vor Weihnachten 2016 geschrieben habe, war das Lektorat des Buches bereits abgeschlossen und die Korrektur und der Satz stand bevor. Nun würde es noch gut zwei Monate dauern, bis ich das fertige Buch endlich in den Händen halten könnte!

Mein Fazit

So, falls Du bis hierhin durchgehalten hast und nun auch Lust bekommen hast, ein Buch zu schreiben oder es zumindest mal mit der Astrofotografie zu versuchen, dann wünsche ich Dir dabei viel Erfolg und Durchhaltevermögen! Ich habe aus diesem Buchprojekt gelernt, dass ich vieles schaffen kann, wenn ich nur fest daran glaube, hart dafür arbeite und dabei das Ziel nie aus den Augen verliere. Noch vor 3 Jahren hätte ich sicher jeden ausgelacht, der mir gesagt hätte, dass ich Anfang 2017 ein eigenes Buch zum Thema Astrofotografie auf den Markt bringen würde. Aber die Realität zeigt mir, wie vieles ich mit ein wenig Glück (beim Fotografieren) und dem nötigen Ehrgeiz in so kurzer Zeit erreicht habe!

Ob ich irgendwann noch einmal ein Buch schreiben werde? In dieser Art sicher so schnell nicht wieder, aber die Lust am Schreiben hat sich bei mir durch das Buch sogar noch gesteigert. Ich werde also weiter aktiv an meinem Blog arbeiten und habe auch schon die nächsten Ideen, wie ich die Buchidee der „Astrofotografie mit einfachen Mitteln“ in zukünftigen Projekten fortsetzen kann. Du darfst also gespannt sein!

+++ Update nach einer Woche auf dem Markt +++

(10.03.2017) Nun ist das Buch seit gut einer Woche auf dem Markt erhältlich und ich muss wirklich sagen, ich bin etwas sprachlos. Ich hatte natürlich gehofft, dass mein Buch gut ankommt und den Menschen neue Inspiration gibt. Aber dass dieses Buch zu einem Nischenthema wie der Astrofotografie gleich nach wenigen Tagen bei Amazon auf Platz 1 im Bereich Fotografie klettert und ein Bestseller wird, hätte ich mir wirklich nicht träumen lassen!

Die Resonanz bei Amazon nach einer Woche hat mich wirklich sprachlos gemacht!

Ich kann mich daher nur von ganzen Herzen bei allen bedanken, die das Buch bereits gekauft, gelesen und in vielfach auch schon weiterempfohlen haben! Unglaublich gefreut habe ich mich über das zahlreiche und sehr positive Feedback zum Buch! Das ist wirklich der schönste Lohn zu hören, dass ich mein Ziel erreicht habe und viele Leute damit inspirieren und anregen konnte!

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4 Kommentare
  1. Alfred Kirst says:

    Liebe Katja, mit großem Interesse und großer Lesefreude habe ich Deinen Text über die Entstehung Deines Buches gelesen. Ein Buch wie Deines habe ich händeringend gesucht und mir sofort gekauft. Diese Zeilen schreibe ich Dir von meinem Astrofoto-Urlaub auf La Palma. Dein Buch habe ich natürlich mit genommen, um es hier in Ruhe zu lesen. Ich bin blutiger Anfänger in der Astrofotografie und Dein Buch ist eine extrem wertvolle Hilfe für mich. Vielen Dank für diese sehr gute Buch!
    Liebe Grüße Alfred

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    • Katja Seidel says:

      Lieber Alfred, das freut mich natürlich riesig zu hören – danke für Dein Feedback! Dann wünsche ich Dir mal viele klare Nächte und ganz viel Spaß auf La Palma. Und ich hoffe natürlich, dass das Buch Dir für ganz viele Fotoprojekte in der Nacht Inspiration und Hilfe liefern kann.
      LG, Katja

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  2. Patricia says:

    Liebe Katja,
    gerade habe ich (in meiner Mittagspause) Deinen Beitrag zur Entstehung des Buches gelesen… und zwar ganz! Sehr spannend, beeindruckend und schön zu lesen, man merkt dass auch das Schreiben zu Deinen Leidenschaften gehört 🙂 toll!!
    Liebe Grüße
    Patricia

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    • Katja Seidel says:

      Liebe Patricia,
      danke dass Du Deine Mittagspause „geopfert“ hast und sogar bis zum Ende durchgehalten hast 😉 Und ja, Du hast Recht, ohne Leidenschaft hätte ich das Buch nicht in der Zeit schreiben können.
      LG, Katja

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