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Endlich ist er da! Meine erste Fototour mit dem Ford Nugget

Nach mehr als sieben Monaten Wartezeit kam am 20.4. endlich der erlösende Anruf, dass mein Camper – ein Ford Nugget – nun endlich geliefert wurde! Eine Woche später stand er vor meiner Haustür und nochmal eine Woche später konnte ich ihn auch endlich zulassen. Da lag es nahe, das gute Wetter direkt für eine erste Fototour in den Harz zu nutzen. Wie die ersten Nächte im neuen Reisemobil verliefen und welche Fotos dabei entstanden sind, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

Die „versüßte“ Wartezeit

Sieben Monate können wirklich lang sein! Noch dazu, wenn das Wetter immer besser wird und geradezu nach Camping schreit. Aber glücklicherweise hat sich der zwischenzeitliche Liefertermin Anfang Juni nicht bestätigt und ich konnte mein neues Gefährt dann doch „schon“ Ende April abholen. Kurz davor gab es allerdings noch eine Riesenüberraschung von meinem Liebsten. Er hatte durch Zufall eine Hobbybäckerin aus der Nachbarschaft kennengelernt und von ihr eine geniale Torte in Form MEINES Campers vorbereiten lassen. Dass die Liefertermine der echten und der süßen Version dann fast zusammenfielen, war dann eher Zufall – aber ich habe mich riesig gefreut!!

Und der 6 kg schwere (!) Kuchen sah nicht nur super aus, sondern hat auch sehr lecker geschmeckt!

Der Überraschungskuchen stellte eine „süße“ Version meines Nuggets dar und schmeckte wunderbar!

Trockenübungen

Da auf Grund von Problemen mit den Zulassungspapieren noch ca. 1 Woche zwischen der Abholung und der Zulassung des Nuggets lagen, hatte ich ausreichend Zeit zum Einräumen des neuen mobilen Heims – und natürlich zum Probeschlafen im Hof. Da ich während der Wartezeit schon einen Großteil des Zubehörs angeschafft hatte, war der „Einzug“ auch schnell erledigt und es konnte schnell an die ersten kleinen Umbauten gehen. Und so wurde es im Handumdrehen wirklich wohnlich in meinem kleinen Mobil – echt erstaunlich, was auf knapp unter 5 Metern Länge so alles unterzubringen ist! Im vorderen Bereich hinter dem Fahrerhaus gibt es eine Sitzbank mit Tisch – mein Wohn-, Ess- und Arbeitszimmer. Dahinter ist eine L-förmige Küche eingebaut, die auch gleichzeitig als Badezimmer genutzt wird, wenn man die mobile Campingtoilette aus dem Schrank zieht. Und über allem befindet sich das Schlafzimmer mit einem vergleichsweise riesigem Bett von 1,41 m x 2,10 m. Und das tolle für mich ist, ich kann alle Bereiche gleichzeitig benutzen – das Wohnzimmer dann allerdings mit eingezogenem Kopf.

Einige Impressionen meiner „5-Zimmer-Wohnung“ (Wohnen, Schlafen, Arbeiten, Kochen, Waschen)

Klappt man aber das Bett nach oben/vorn, so kann man im gesamten Wohnbereich aufrecht stehen und hat mit einer Stehhöhe von über 2.10 m ein wirklich großes Raumgefühl! Gut, dafür ist der Wagen mit 2,85 m auch mehr als halb so hoch wie lang, aber das stört beim Fahren wenig – wenn man nicht gerade plant, in ein Parkhaus zu fahren. Die Fahreigenschaften des Nuggets sind aber auf Grund seiner kompakten Abmaße vergleichbar mit denen eines größeren PKW’s, was wirklich genial ist! Der Radstand von 2,93 m ist z.B. kürzer als der mancher PKW’s, wie eines 5er BMW. Für mich ist der Nugget daher der ideale Kompromiss aus Größe und Funktionalität, da ich ihn ja gleichzeitig als Alltagsfahrzeug nutze!

Praxistest

Nun aber genug der Theorie mit Daten und Fakten! Nachdem mein Schätzchen am Freitag, den 4.5., endlich seine Wohnmobilzulassung hatte, sollte es natürlich gleich zur ersten kleinen Probetour gehen. Aus Zeitmangel lag es nahe, in den Harz zu fahren. Da auch das Wetter in der Nacht vielversprechend aussah, suchte ich mir einen Ort, wo ich – möglichst ohne weitere Wanderungen – die Milchstraße fotografieren konnte. Ich entschied mich kurzerhand für den Oderteich, welcher schon 3 Monate zuvor Ziel meine Wintercamping-Tour mit dem VW-Bus war (Blogbeitrag dazu).

So sah es am Oderteich noch 3 Monate vorher aus

Ich kam erst kurz nach Sonnenuntergang dort an, hatte aber trotzdem noch ein wenig Zeit bis es richtig dunkel war und das Milchstraßenzentrum zu sehen sein würde. Leider war die Nacht nicht optimal, da schon vor Beginn der astronomischen Dämmerung der Mond aufging und somit weniger als 1 Stunde zwischen Aufgang des Milchstraßenzentrums und Mondaufgang lag. Aber besser als nichts! Bevor es losging, musste ich allerdings noch dringend etwas essen. Aber kein Problem, ich hatte ja jetzt meine eigene kleine Küche dabei. In dieser ersten Nacht sollte es erstmal was Einfaches geben – gebratene Nudeln mit Gemüse aus dem Wok. Das ging wirklich schnell (unter 15 min) und schmeckte fantastisch!

Das Kochen in der kleinen Camping-Küche geht wunderbar!

Auch das Umziehen für die nächtliche Fototour war nun sehr komfortabel dank der Stehhöhe – jeder, der sich mal in geduckter Position versucht hat umzuziehen weiß was ich meine! Gegen Mitternacht konnte es dann also losgehen… Der Nugget blieb solange auf dem Parkplatz unterm Sternenhimmel stehen…

Der Nugget einsam auf dem Parkplatz, während ich am Oderteich-Westufer fotografierte

Milchstraßenjagd am Oderteich

Da mir die Zeit zur Spot-Suche oder gar zu einem Spot-Wechsel zwischendurch fehlte, entschied ich mich für den gleichen Fotospot wie beim letzten Mal – ca. 350 m entfernt vom Parkplatz an einem kleinen „Strand“ am Westufer des Sees. Neben den üblichen Panoramaaufnahmen wollte ich noch ein paar andere Dinge ausprobieren, wie z.B. ein gestacktes Panorama (siehe dazu meinen Blogbeitrag über den Starry Landscape Stacker) oder ein Milchstraßenpanorama mit dem Cokin Weichzeichner (siehe dazu meinen Blogbeitrag). Zu Beginn der Session kamen mir hier allerdings die vielen vorbeifahrenden Autos und zwei andere (vermutlich auch Fotografen) mit ihren Stirnlampen „in die Quere“, so dass ich häufiger mal meine Panoramen unterbrechen musste. Irgendwann waren aber sowohl die Autos als auch die anderen Fotografen (vermutlich habe auch ich sie gestört) verschwunden und ich konnte recht unterbrechungsfrei meine Aufnahmen machen.

Zum gestackten Panorama kann ich sagen, dass (bei meinem Versuch mit drei Bildausschnitten) zwar das Zusammenfügen der vorher gestackten Aufnahmen (jeweils 5 Stück) funktioniert hat, die Wasseroberfläche im Vordergrund allerdings kein geeignetes Motiv zum Stacken darstellt. Auf Grund der Wasserbewegung kam nach dem Stacken kein wirklich brauchbares Ergebnis heraus – und auch die Übergänge zwischen den einzelnen Bildern passten nicht mehr wirklich zusammen. Das Ergebnis möchte ich Dir trotzdem nicht vorenthalten…

Wasser stellt leider keinen geeigneten Vordergrund für ein gestacktes Nacht-Panorama dar

Das Panorama mit Weichzeichner funktionierte schon besser. Ob man den Effekt mag oder nicht, ist sicher Geschmackssache. Ich finde, bei einem Milchstraßenpanorama braucht es das Hervorherben der hellen Sterne nicht unbedingt, da die Milchstraße an sich schon Motiv genug ist und die Strukturen durch den Weichzeichner eher „unschärfer“ werden. Aber urteile gern selbst:

Der Cokin-Weichzeichner stellt hellere Sterne größer dar

Zum Schluss habe ich noch ein ganz „normales“ Milchstraßenpanorama gemacht, wobei das Zentrum leider nicht maximal über dem Horizont stand – aber dann wäre es auch vom Mond (knapp 70%) überstrahlt worden. Ich habe für die Aufnahme – wie auch für die anderen hier gezeigten – meine Canon 6Da mit dem 24 mm Objektiv genutzt. Daher entschied ich mich hierbei für ein zweizeiliges Panorama, um ausreichend viel Himmel, aber auch die Spiegelung der Milchstraße im Wasser aufs Bild zu bekommen. Zwar war auf der linken Seite des Milchstraßenbogens das Ufer und die Bäume etwas im Weg, aber so wirkt es wie ich finde abwechslungsreicher.

Das „normale“ Panorama ohne Filter und Stacken gefällt mir immer noch am besten!

Die erste „wilde“ Nacht im Nugget

Nach dem Fotografieren war ich dann auch wirklich reif fürs Bett. Daher machte ich mich auch schnellstmöglich auf den Weg zu einem nahegelegenen Parkplatz nahe Torfhaus, bei dem es ausnahmsweise kein Nachtparkverbot für Wohnmobile gab. Dort parkte auch bereits ein VW-Bus – aber es war durchaus genügend Platz für mehrere Fahrzeuge.

Mein Platz für die Nacht – hübsch, schattig und einigermaßen ruhig

Mehr als alle Vorhänge zuziehen, Zähneputzen und mich meiner Klamotten zu entledigen schaffte ich dann auch nicht mehr, bevor ich selig in meinem Hochbett einschlief. Ob es am nächsten Tag noch für eine Paddeltour auf dem Oderteich reichen würde, wusste ich noch nicht… jetzt hieß es erstmal möglichst lang schlafen!

Da ich Sonntagmittag wieder zu Hause sein musste und auch nicht auf ein ausgiebigeres Frühstück verzichten wollte, ließ ich die Paddeltour trotz gutem Wetter ausfallen und machte mich glücklich und zufrieden wieder auf den Heimweg. Angst hatte ich zu keiner Zeit dort beim „Wildcampen“ – im Gegenteil, der Nugget hat eine wunderbare Geborgenheit vermittelt! Die erste echte Probenacht hat er also mit Bravur bestanden… viele weitere werden sicherlich folgen!

2 Kommentare
    • Katja Seidel says:

      Hallo Bernhard,
      danke für den Link! Ja da hast du Recht. Als Nachtfotograf parkt man ja meist tatsächlich nachts (und schläft tagsüber ein wenig). Dafür eignet sich das Freistehen ja optimal – auf vielen Campingplätzen kommt man ja z.B. nachts gar nicht weg (Nachtruhe usw.).
      LG, Katja

      Antworten

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