Schon immer war ich gern auf dem Wasser unterwegs. Lange habe ich die Standup Paddler aus meinem aufblasbaren Kajak heraus beobachtet und gedacht „Nee, das ist nichts für dich – da fällt man bestimmt dauernd ins Wasser“. Im Sommer 2019 hat sich das geändert: Ich wurde vom SUP-Fieber infiziert und habe seitdem über 500 km auf meinem „Brett“ auf wunderschönen Seen und Flüssen verbracht. Warum ich nach anfänglicher Skepsis doch so begeistert bin und diesen Sport als optimale Ergänzung zum Camper sehe, erfährst Du in diesem Blogartikel!

Mit dem Kajak fing alles an

Aufgewachsen in der Nähe des Spreewalds war ich schon immer gern und häufig mit (geliehenen) Kajaks auf den dortigen Wasserstraßen unterwegs. Wenn man nicht gerade von Mücken zerstochen wird oder sich den Spreewald an Ostern oder Himmelfahrt mit hunderten anderen Paddlern teilen muss, ist diese Art der Fortbewegung wirklich einmalig idyllisch und schön! Nachdem ich 2017 dann meinen Camper bestellt hatte, kam bei mir schnell wieder der Wunsch auf, öfters aufs Wasser zu gehen. Zunächst geisterte mir die Idee eines richtigen Kajaks im Kopf herum, welches ich auf einem Hochdachträger transportieren würde. Gewicht und Preis solcher Kajaks schreckten mich aber recht schnell ab und so schaute ich mich nach aufblasbaren Varianten um – schließlich ging es mir nicht um maximale Geschwindigkeit, sondern den Genuss, auf dem Wasser zu sein! Aber auch hier muss man für gute Marken wie Grabner oder Gumotex schon recht tief in die Tasche greifen. Zum genussvollen Paddeln auf heimischen Flüssen oder Seen würde es aber vielleicht auch ein etwas einfacheres Modell tun, dachte ich mir – und landete schließlich bei Decathlon und dem Itiwit 1er Kajak für knapp 180 €. Und was soll ich sagen, ich war wirklich begeistert vom Preis-Leistungsverhältnis! Es ist zwar wahrlich kein Speedboat, aber kompakt zu verstauen, schnell aufgeblasen und recht solide gebaut. Zudem war genügend Platz im Boot, um die Füße auszustrecken und das nötige Gepäck zu verstauen. Gepimpt mit einem hochwertigen und vor allem leichten Paddel machte es viel Spaß, damit auf Flüssen und Seen unterwegs zu sein. Allerdings verging mir die Lust meist nach 5-10 km, da die Paddelbewegung doch recht eintönig war und irgendwann auf die Arme ging. Aber vermutlich ist das Itiwit auch nicht für längere Touren oder gar Mehrtagestouren gedacht. Dafür war es sehr gut als „Sonnenliege auf dem Wasser“ geeignet – einfach den Sitz nach hinten legen und mit dem Kopf auf dem Seesack mitten auf dem See die Sonne auf den Pelz scheinen lassen – genial!

So lässt sich’s aushalten – wenn man mal keine Lust mehr zu Paddeln hat, einfach das aufblasbare Kajak kurzerhand in eine schwimmende Sonnenliege umfunktionieren

Die verpasste Chance

Die erste richtige Begegnung mit dem SUPen hatte ich dann im Juli 2018, als ich mit dem Nugget auf dem Freiheitsmobiletreffen in Luxemburg war. Dort waren auch Lukas und Eva von Travel into the Blue – zwei begeisterte Camper und SUPer, die dort an einem kleinen See SUP-Schnupperworkshops angeboten haben. Für mich war es extrem verlockend, diese Chance zu nutzen und endlich auch mal auf einem SUP zu stehen. Wäre da nicht meine kürzlich durchgeführte Knie-OP gewesen, die ein Hinknien und -hocken leider unmöglich machten. Und so blieb mir nur, das Ganze vom Ufer aus zu beobachten und mir fest vorzunehmen, es auch irgendwann einmal zu probieren!

Auf meiner Europareise 2019 durfte dann mein kleines gelbes Paddelboot natürlich nicht fehlen. So konnte ich schon auf Sardinien im Mai eine tolle Tour auf dem Meer erleben, bei der ich auf Grund zahlreicher Quallen auch lieber im Boot als auf einem SUP gepaddelt bin.

An windstillen Tagen wie diesem ist eine Bootstour am Meeresufer wie hier auf Sardinien einfach herrlich!

Aber auch auf tollen kleinen Bergseen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz war es einfach traumhaft, die Natur vom Wasser aus zu genießen. Ein kühlendes Bad zwischendurch war allerdings immer mit einem Landgang verbunden, da das Baden vom Boot aus – und insbesondere das anschließende Hineinklettern – doch eher umständlich gewesen wäre. Und hier gab es durchaus manchmal Probleme, wie ich feststellen musste. Am Faaker See in Österreich beispielsweise war es tatsächlich fast unmöglich, eine legale bzw. öffentliche Anlegestelle zu finden, um von dort aus Baden zu gehen. So machte ich zwar eine sehr nette Bekanntschaft einer älteren Dame, die dort ein Wassergrundstück inkl. Bootsschuppen und Steg hatte, aber ganz ideal war das natürlich nicht.

Der Faaker See in Kärnten ist wirklich herrlich – zum Baden am Ufer aber wegen der vielen Privatgrundstücke nur bedingt geeignet. Hier hatte ich Glück und bekam die Erlaubnis einer netten älteren Dame, mein Boot kurz für eine Badesession abzustellen. Obendrauf gabs noch eine interessante Unterhaltung und ein Kaltgetränk!

Liebe auf den zweiten Blick

Anfang August führte mich mein Weg dann nach meiner Alpenüberquerung in Frankreich zufällig über einen kleinen Bergpass bei Martigny in der Schweiz zum Lac de Champex. Bei einem Abendspaziergang sah ich dann einen kleinen SUP-Verleih am Ufer des kleinen malerischen Sees. Und da packte es mich plötzlich wieder, die Art des Wassersports nun doch endlich mal auszuprobieren. So fasste ich an diesem Abend den Entschluss, mir am nächsten Tag mal ein SUP auszuleihen. Als ich dann voll motiviert am nächsten Tag zur SUP-Station lief, war dort mit einem mal ein kleines Volksfest im Gange. Nanu, was war denn da los? Wie ein Wink des Schicksals war zufällig an diesem Tag ein kostenfreier SUP-Test-Tag der Firma Jobe genau an diesem See. Na, wenn das kein Zeichen war!

Hier am Lac de Champex konnte ich mich völlig kostenlos austoben und verschiedene Board-Typen ausprobieren

Natürlich waren die Kollegen dort genau auf Kunden wie mich, die noch nie zuvor auf einem SUP gestanden haben, eingestellt. Und da nicht allzu viel los war, hatte ich das Glück, die wichtigsten Basics geduldig erklärt zu bekommen und konnte schon bald meine ersten zaghaften Versuche auf dem See machen. Tja, was soll ich sagen, es hat mich sofort umgehauen! Zum Glück nicht wörtlich, denn ich schaffte es tatsächlich, ohne Hineinzufallen fast eine Stunde auf dem See umherzupaddeln. Bei anderen – augenscheinlich erfahreneren – SUPern versuchte ich mir die Paddelbewegung etwas abzuschauen, so dass es immer besser ging. Ein weiterer Vorteil dieses Test-Tages war, dass ich verschiedene Boards bzw. Board-Typen ausprobieren konnte. So merkte ich schnell, dass mir das Fahren mit einem etwas längeren und schmaleren SUP sehr viel mehr Spaß machte als mit einem kurzen sog. Allround Board. Hier musste man doch viel häufiger die Paddelseite wechseln, um halbwegs geradeaus zu fahren. Probiert habe ich an diesem Tag allerdings nur iSUP‘s (inflatable SUP), also aufblasbare Boards. Aber nach über einer Stunde Probieren und Quatschen mit den Jungs dort stand für mich fest: so ein Ding muss ich haben!

Nun wollte ich natürlich nicht gleich das erstbeste SUP kaufen, zumal sie auch keine zum Verkauf dabei hatten. Die nächsten knapp 2 Wochen verbrachte ich also damit, mich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und unzählige Tests und Videos dazu anzuschauen. Eine extrem hilfreiche Quelle war dabei der Youtube-Kanal „SUP TV“ von Stefan und Franzi, die fleißig alle möglichen Boards getestet haben. Bei ihnen bin ich dann auch auf das Board namens „Whale“ der Marke Skinfox aus Bayern gestoßen (hier das Video der Beiden dazu, was zufälligerweise genau an dem Tag erschien, als ich das erste Mal auf einem SUP stand). Es stach mir gleich ins Auge, weil es bestimmte Eigenschaften vereinte, die ich so bei keinem anderen Board finden konnte (mehr dazu in einem separaten Blogartikel). Preislich lag das Board im Set mit Tasche, Carbonpaddel mit Kajakoption, Leash und Doppelhubpumpe bei ca. 640 €, was zwar teurer war als die typischen Boards aus dem Discounter, aber noch deutlich unter den Profiboards jenseits der 1.000 €. Für mich schien es die optimale Wahl zu sein, zumal ich ja auch hier nicht den Anspruch hatte, damit Profisport betreiben zu wollen.

Kurzerhand verkürzte ich also meine Schweiz-Tour und machte mich auf den Weg nach Bayern, um dort das Skinfox Whale zu kaufen. Was dann folgte waren wundervolle Touren auf dem Schliersee, Walchensee, Eibsee und Plansee. Auf letzterem machte ich dann auch meine erste Tour mit mehr als 20 km, was erstaunlich gut ging und durch die abwechslungsreiche Bewegung auch überhaupt nicht langweilig oder anstrengend wurde.

Eine solche Kulisse und Wasserqualität wie hier am Eibsee in Bayern können einen wirklich sprachlos machen. Bis heute einer meiner schönsten SUP-Tage!

Wie habe ich das SUPen als Anfänger erlebt?

Nun war ich ja wirklich blutiger Anfänger und hatte vor dem Kauf nur ein einziges Mal für ein paar Minuten auf verschiedenen Boards gestanden. Umso begeisterter war ich, dass ich die Bewegungen so schnell und vergleichsweise leicht drauf hatte. Zumindest gehe ich davon aus, dass ich mich nicht sooo schlecht angestellt habe, denn ich bin bisher weder unfreiwillig ins Wasser gefallen, noch habe ich auf längeren Touren irgendwelche Schmerzen gehabt. Das Einzige, was mir zugegebenermaßen bis heute etwas Probleme bereitet, sind die Füße. Nun habe ich glaube ich schon von Haus aus etwas problematische Füße (Senk-, Spreiz- oder was-auch-immer-Fuß), so dass es nach längerem Stehen oder Laufen immer etwas unangenehm wird. Und auch auf dem SUP muss ich mich alle paar Kilometer mal für ein paar Minuten hinknien, um die Füße etwas zu entlasten, das hilft sehr gut. Ansonsten empfinde ich das Paddeln auf dem SUP als wesentlich angenehmer als im Kajak – hat man hier doch eher ein Ganzkörper-Workout (und spürt das auch durchaus nach einer sportlichen Tour).

Meine anfängliche Angst, leicht ins Wasser fallen zu können, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Durch ein sportliches Paddeln und die leicht nach vorn gebeugte Haltung bekommt man sehr viel Stabilität. Die größte Gefahr besteht eigentlich darin, beim reinen „Rumstehen“ auf dem Board das Gleichgewicht zu verlieren. So ähnlich ist es ja auch beim Skifahren…

Auch in der kalten Jahreszeit lässt es sich wunderbar SUPen – die richtige Kleidung vorausgesetzt. Mehr dazu in einem separaten Blogartikel.

In Summe war ich jedenfalls mehr als überrascht, wieviel Spaß das SUPen macht und wie schnell man es erlernen kann. Das macht vermutlich auch den aktuellen Hype um diesen Sport aus, der durch die Pandemie sicher nochmal einen zusätzlichen Schub bekommen hat. Wenn man sich allerdings im Sommer auf den hiesigen Seen umschaut, fällt schnell auf, wie wenige SUPer es wirklich als Sport sehen. Gefühlte 70-80% der Menschen auf einem SUP sehen dies – übertrieben gesagt – eher als eine bessere Luftmatratze, um sich an heißen Tagen fernab des vollen Strandes auf dem Wasser zu entspannen. Das ist natürlich auch völlig in Ordnung, allerdings sollte sich jeder bewusst machen, dass mit solch einer Aktivität auf dem Wasser auch immer eine gewisse Gefahr einhergeht. Man kann jederzeit ins Wasser fallen und aus irgendwelchen Gründen nicht mehr aufs Board kommen. Eine Schwimmweste oder zumindest ein aufblasbarer Auftriebskörper bieten da schon eine gewisse Sicherheit. Auch ist es sinnvoll, eine Leash (so eine spiralförmige Leine) zu tragen, die einen selbst mit dem Board verbindet – dann hat man seine Rettungsinsel quasi immer dabei. Ohne Leash kann es auch durchaus schnell passieren, dass aufkommender Wind oder Strömung das Board uneinholbar abtreibt. Noch erschreckender ist die Situation im Frühjahr, wenn die Lufttemperaturen schon verlockend warm sind, das Wasser aber noch lebensgefährlich kalt ist. Was ich nach intensiver Beschäftigung mit dem Thema für meine Sicherheit auf dem Wasser an Zubehör nutze, werde ich Dir ebenfalls in einem separaten Blogartikel zeigen, wo es auch um weiteres sinnvolles Zubehör gehen soll. Mein Motto dabei ist auf jeden Fall, möglichst das ganze Jahr über auf dem SUP zu stehen!

Warum ich das SUP dem Kajak vorziehe?

Ist das SUPen aber nun wirklich so viel toller als mit einem Kajak unterwegs zu sein? Für mich definitiv! Allerdings kann ich hier nur bedingt urteilen, da ich wie  gesagt selbst nur ein aufblasbares Kajak besessen habe, was sicher nicht mit einem professionellen festen Kajak zu vergleichen ist. Aber einige Vorzüge, die ich beim SUPen sehe, gelten sicher auch im Vergleich dazu. So empfinde ich es einfach als sehr viel angenehmer, „auf dem Wasser“ zu stehen und den ganzen Körper beim Paddeln zu bewegen. Besonders beeindruckend ist der Blick vom SUP auf einem extrem klaren See wie dem Eibsee in Bayern, der Sichtweiten von etwa 10 Metern erlaubt – diesen auch „Jesus View“ genannten Blick muss man einfach mal selbst erlebt haben! Generell ist der Blick auf die Umgebung aus der erhöhten Position vom SUP ein ganz anderer als im Kajak sitzend, was man insbesondere auf Flüssen deutlich merkt.

Sollte sich jemand – wie ich – nicht ganz vom Kajakfahren trennen wollen, so gibt es bei einigen SUPs die Möglichkeit, das Paddel zu einem Kajakpaddel umzubauen und mit Hilfe eines auf dem SUP befestigten Kajaksitzes in sitzender Position zu paddeln. Bei den Profis ist man damit zwar schnell abgestempelt, ich finde diese Möglichkeit aber klasse, um auf längeren Touren etwas Abwechslung und Erholung für die Füße zu schaffen. Und im Vergleich zu einem breiten aufblasbaren Kajak ist man mit der Kajakoption auf dem SUP sogar noch etwas schneller unterwegs. Schneller und deutlich angenehmer als im Stehen ist man im Sitzen auch bei stärkerem Wind unterwegs, der bei Tagestouren auf verschiedenen Seen durchaus mal schnell aufziehen kann. Bei solchen Bedingungen kniet man sich freiwillig irgendwann hin, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten. Bequemer als langes Knien ist das Sitzen im aufblasbaren Kajaksitz für mich auf jeden Fall!

Bei den Profis verpönt – für mich eine willkommene Abwechslung auf langen Touren: die Möglichkeit, das SUP als Kajak zu „missbrauchen“

Ein letzter entscheidender Vorteil gegenüber einem Kajak ist für mich die Bade- und Schwimmmöglichkeit. Wie vorhin schon erwähnt ist das Baden während einer Tour mit einem Kajak eher vom Ufer aus sinnvoll, was nicht immer ideal ist. Ist man allein unterwegs und möchte mal etwas weiter schwimmen, ist es meist unpraktisch, all seine Wertsachen am Ufer im Boot liegen zu lassen. Sehr viel besser ist es da schon, einfach mitten auf dem See vom SUP Board ins Wasser zu springen – die Badehose gehört ja meist sowieso zur Standardbekleidung beim SUPen im Sommer.

Falls es im Sommer mal zu heiß wird auf dem Board – einfach kurz reinspringen und abkühlen!

 

Das Wiederdraufklettern aufs Board sollte man natürlich vorher mal in Ufernähe geübt haben, dürfte aber für die Meisten kein Problem darstellen. Neben dem Abkühlen fernab des vollen Badestrandes kann man das SUPen auch toll mit dem Schwimmen verbinden. So habe ich im letzten Sommer einige SUP-Touren auf den Mecklenburger Seen dazu genutzt, zwischendurch mit dem SUP im Schlepptau zu schwimmen. Mein Board war dabei mit der Leash, die ich an einem Hüftgurt befestigt habe, immer mit mir verbunden – ähnlich wie eine Schwimmboje. So musste ich keine Angst um meine Wertsachen (auf dem Board in einer wasserdichten Tasche) haben und hatte bei möglichen Problemen auch meine „Rettungsinsel“ immer in Reichweite. In diesem Jahr werde ich die Kombination aus Schwimmen und SUPen wohl weiter intensivieren und durch entsprechende Kleidung auch früher bzw. länger im Jahr betreiben können.

Zu guter Letzt kann man das SUP natürlich ähnlich (und sogar besser) wie das aufblasbare Kajak für kleine Erholungspausen im Sommer als Sonnenliege auf dem Wasser nutzen. Auch hier kann man den Kopf bequem auf den Seesack oder, falls vorhanden, den aufblasbaren Kajaksitz betten. Man muss nur aufpassen, nicht ungewollt abzutreiben oder mit anderen Wassersportlern zusammenzustoßen.

Warum passt das SUPen und Campen nun so gut zusammen?

Das SUPen ist aus meiner Sicht nicht nur ein toller Sport mit leichtem Einstieg und Ganzkörper-Workout, sondern auch für Camper ideal geeignet. Wassersport und Campen finde ich sowieso eine geniale Kombination – kann man doch mit dem Camper wunderbar an vielen Flüssen und Seen stehen und hat somit die optimale Ausgangsposition für einen spontanen Trip auf dem Wasser. Und auch nach der Tour ist so ein Camper extrem nützlich – kann man sich doch wenn nötig schnell wieder aufwärmen, bequem umziehen, mit selbstgekochtem Essen und gekühlten Getränken die Speicher wieder auffüllen oder schlichtweg seine eigene Toilette benutzen. Purer Luxus, und das alles, wo immer man gerade steht.

Naturbelassene Stellplätze in Wassernähe wie dieser bieten auch im Herbst noch alles was man braucht um sich wohl zu fühlen. Eine perfekte Work-SUP-Balance!

Ich kombiniere das Campen und SUPen momentan beispielsweise sehr gern in Verbindung mit meinem mobilen Büro, wenn ich mir tagsüber zum Arbeiten einen schönen wassernahen Parkplatz in der Natur suche, um mir direkt nach Feierabend das Board zu schnappen und aufs Wasser zu gehen. Die Optimierung meines Campers zum mobilen Büro, die ich in diesem Blogartikel detailliert beschrieben habe, hilft mir dabei natürlich sehr. Insbesondere in Corona-Zeiten, in denen Home-Office an der Tagesordnung steht, schafft ein solcher Ortswechsel, kombiniert mit einer entspannten Feierabendrunde, eine tolle Abwechslung. Und dafür muss ich gar nicht weit von zu Hause wegfahren – ich habe allein im Umkreis von 40 km um meinen Wohnort mindestens sechs solcher Plätze!

Aber auch im Urlaub lässt sich das Campen und SUPen natürlich ideal kombinieren. Da ich auf Grund eines kaputten Knies leider erstmal aufs Bergwandern verzichten muss, stehen bei mir Stell- und Campingplätze an Seen oder Flüssen momentan hoch im Kurs. So habe ich beispielsweise letztes Jahr meinen Sommerurlaub zunächst an tollen Gewässern in Schleswig Holstein verbracht, um dann die Seen der Mecklenburgischen Seenplatte zu genießen. Mehr Entspannung geht fast nicht – auch wenn man natürlich im Sommer nicht unbedingt allein auf solchen traumhaften Seen ist. Besser wird es dann wieder im Herbst, wenn es zum Baden zu kalt wird, die Seen mit entsprechender Kleidung aber noch ideale SUP-Bedingungen bieten. Im Oktober trieb es mich daher noch einmal nach Mecklenburg – genauer gesagt auf einen naturbelassenen und zu dieser Zeit quasi einsamen Campingplatz in der Feldberger Seenlandschaft, für mich eine der schönsten Regionen in dieser Gegend! Meine Tage bestanden darin, kommende Foto-Workshops in meinem Camper vorzubereiten und zwischendurch, wann immer es das Wetter erlaubte, für ein paar Stunden aufs Wasser zu gehen und die wundervolle Natur bei langen Spaziergängen zu genießen. Verpflegen konnte ich mich nach Lust und Laune in meiner eigenen Küche, so dass ich auf keinerlei Komfort verzichten musste.

Mittlerweile gehört mein Camper schon wie selbstverständlich zu mir, meinem Alltag und meiner Urlaubsplanung. Und auch das SUPen wurde immer mehr zum festen Bestandteil meiner Freizeitgestaltung, und läuft momentan sogar der Fotografie den Rang ab. So versuche ich mittlerweile, diesen sportlichen Ausgleich zum Job wenn möglich 2-3 Mal pro Woche für mich zu schaffen, was mir merklich gut tut! Gerade in Zeiten der Pandemie, in denen Reisen und Freizeitaktivitäten durchaus eingeschränkt sind, finde ich einen solchen Ausgleich extrem wichtig fürs Gemüt – und ich bin froh, diesen auf dem Wasser gefunden zu haben!

SUP und Astrofotografie – wie passt das zusammen?

Mit viel Phantasie passt das Standup Paddeln sogar mit meiner anderen Leidenschaft, der Astrofotografie, zusammen. Zumindest ist es nicht ganz abwägig, auch im Dunkeln mit dem SUP unterwegs zu sein. Mit entsprechender Beleuchtung und idealerweise der Unterstützung des Vollmonds kann dies sogar sehr fotogen aussehen.

In Schweden habe ich bei Vollmond eine wunderschöne nächtliche Tour gemacht. Ein paar Mondscheinfotos durften da natürlich nicht fehlen!

Auch zu besonderen Anlässen wie dem Licht-Parcour in Braunschweig macht es unheimlich Spaß, Nachts über die Wasseroberfläche zu gleiten!

Sehe ich den aktuellen Hype um’s SUPen kritisch?

Corona hat dem SUP-Sport – ähnlich wie der Camping-Branche – einen ordentlichen Boom beschert, auch wenn beide Dinge auch vorher schon auf einem nicht unwesentlichen Wachstumskurs waren. Da aber sowohl das SUPen als auch das Campen eine relativ kontaktarme Freizeitgestaltung ermöglicht, schien es für viele Menschen die ideale Anschaffung während der Pandemie zu sein. Für einige wird es dies auch gewesen sein, aber ein nicht unerheblicher Anteil der SUP-Einsteiger wird sich ein günstiges Discounter-Board gekauft haben, was nun schlecht verkäuflich im Keller sein Dasein fristet. Nicht falsch verstehen, einigen Einsteigern bereiten auch diese Boards lange Freude, aber häufig gilt hier leider der altbekannte Spruch „wer billig kauft, kauft zweimal“. Und sei es auf Grund einer begrenzten Haltbarkeit oder der Aufgabe des vermeintlichen Hobbies, häufig landen solche Boards dann irgendwann im Müll. Und so ein drei bis vier Meter langes SUP erzeugt eine Menge davon, insbesondere Plastikmüll. Diese Entwicklung sehe ich durchaus kritisch, zumal viele Käufer ohne nähere Beschäftigung mit dem Thema und ohne gezielte Beratung und Einführung in diesen Sport zugreifen. Das führt nicht nur zu möglicherweise unpassendem Equipment, sondern auch zu gefährlichen Sicherheitsrisiken und Verletzungen von Regeln auf dem Wasser. Insbesondere die letzten zwei Punkte können einen solchen Sport sehr schnell in Verruf bringen und im schlimmsten Fall zu Unfällen und Verboten führen, was ich natürlich mehr als kritisch sehe.

Daher kann ich jedem, der auch mit dem SUPen beginnen möchte, nur raten: informier Dich, lass Dich beraten und überlege gut, wie Du diesen Sport betreiben möchtest. Davon hängen wesentliche Entscheidungen ab, die mit Summen jenseits der 1.000 € für SUP und Zubehör nicht ganz unwichtig sind. Ein Schnuppertag und/oder Einsteigerkurs helfen definitiv dabei herauszufinden, ob der Sport generell etwas für Dich ist und welcher Board-Typ Dir am besten liegt. Ich kann nur sagen, dass ich seit dem ersten Tag total angefixt vom SUPen war und jede Minute auf dem Wasser genieße.

Welches SUP ich fahre und welches Zubehör notwendig und sinnvoll ist, verrate ich Dir zeitnah in einem weiteren Blogbeitrag.

 

Hast Du auch schon mal probiert, auf einem SUP die (Wasser)Welt zu entdecken? Falls nicht, kann ich Dir diesen Sport nur wärmstens ans Herz legen. Im Sommer wird es hoffentlich auch wieder zahlreiche Teststationen geben, an denen man mal einen Schnupperkurs machen kann.

2 Kommentare
  1. Michael sagte:

    Wie immer ein sehr fundierter und umfangreicher Artikel , diesmal zum Thema SUP!
    Das macht Lust auf mehr, zumal man sich einiges an Recherche durch deine Tipps sparen kann.

    Mich würde auch interessieren, mit welchem Träger das Board am Nugget befestigt ist.

    Viele Grüße
    Michael

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Michael,
      das freut mich 🙂 In einem weiteren Artikel werde ich noch mehr zum Equipment sagen. Aber hier gern schonmal die Info zum Träger: Ich habe den Translift-Träger von Westfalia verbaut (kann als Originalzubehör bestellt werden). Er hat durchaus ein paar Nachteile, aber auch den für mich unschlagbaren Vorteil, dass ich ihn nach unten ziehen kann, um das SUP (allein) draufzupacken. Das kann der (in einigen Punkten sicher bessere) Träger von Zölzer leider nicht. Von daher bin ich grundsätzlich zufrieden mit dem Ding.
      LG, Katja

      Antworten

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