Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – im wahrsten Sinne des Wortes. Am Abend des 27.07.2018 wird nämlich der Mond in den Kernschatten der Erde eintreten und uns somit die nächste totale Mondfinsternis nach 2015 bescheren. Wie Du dieses Ereignis am besten planst und was ich an diesem Abend machen werde, erfährst Du in diesem Blogartikel.

Dieses Panorama entstand zur totalen Mondfinsternis im September 2015. Der Mond hatte sich soweit verfinstert, dass sogar der Orionnebel und die Milchstraße eindeutig zu erkennen waren.

Eine totale Mondfinsternis ist schon immer etwas besonderes. Sicher nicht ganz so spektakulär wie eine totale Sonnenfinsternis, dafür aber auch in Deutschland häufiger zu erleben. So wird es neben der bevorstehenden „MoFi“ am 27.07.2018 weitere totale Mondfinsternisse in 2019 und 2022 geben, die wir – zumindest teilweise – in Deutschland sehen können. Die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland werden wir hingegen erst 2081 erleben können – was viele sicher gar nicht mehr erleben werden! Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, wie ich kurz vor meinem 100. Geburtstag hinter meiner Kamera stehe und dieses Ereignis fotografisch festhalte… Aber wer weiß! Man braucht ja Ziele im Leben.

 

Aber zurück zur Mondfinsternis. Die letzte totale MoFi war für mich etwas ganz Besonderes. Zum einen, weil es mein erstes Erlebnis dieser Art war und zum anderen, weil das Wetter die ganze Nacht stabil war und ich das Ereignis komplett dokumentieren konnte. Wenn Du mehr dazu erfahren möchtest, schau doch einfach mal in meinen damaligen Blogbeitrag dazu.

Mondfinsternis fotografieren

„Blutmond“ während der totalen Mondfinsternis 2015 in Deutschland

Damals war ich noch recht spontan in der Planung und Vorbereitung dieser Nacht – und hatte einfach wahnsinnig viel Glück mit dem Wetter! Allerdings gab es damals auch weniger Herausforderungen als in diesem Jahr. Die bevorstehende Mondfinsternis wird nämlich nicht von allen Orten in Deutschland gleich gut zu sehen sein, da sie recht zeitnah vor oder nach dem Aufgang des Mondes stattfindet.

Wichtigste Planung: Standort

Daher wird in diesem Jahr die Standort-Wahl sicherlich eine der wichtigsten Erfolgskriterien sein. Um jedoch einen passenden Standort planen zu können, ist zunächst der „Fahrplan“ der diesjährigen Mondfinsternis wichtig. Dieser ist standort-unabhängig und dient somit als generelle Orientierung. Hier die wichtigsten Zeiten für den 27.07.2018:

Zeitplan der Mondfinsternis am 27.07.2018 (Quelle: https://www.mofi2018.de)
Eintritt in den Halbschatten (1. Kontakt)19:13 Uhr MESZ
Sichtbarkeitsbeginn (SB)ca. 19:52 Uhr MESZ
Eintritt in den Kernschatten (2. Kontakt)20:24 Uhr MESZ
Beginn der Totalität (3. Kontakt)21:30 Uhr MESZ
Maximale Verfinsterung22:22 Uhr MESZ
Ende der Totalität (4. Kontakt)23:13 Uhr MESZ
Austritt aus dem Kernschatten (5. Kontakt)00:19 Uhr MESZ
Sichtbarkeitsende (SE)ca. 00:54 Uhr MESZ
Austritt aus dem Halbschatten (6. Kontakt)01:30 Uhr MESZ

Um nun möglichst viel von der Mondfinsternis mitzubekommen, sind neben dem Wetter vier Dinge wichtig:

  • ein möglichst früher Mondaufgang
  • eine möglichst früh einsetzende Dämmerung
  • eine größtmögliche Dunkelheit
  • eine möglichst freie Sicht

Auch bei der partiellen Mondfinsternis im August 2017 war der Mond gerade erst aufgegangen und der Himmel noch nicht besonders dunkel.

Anhand dieser Kriterien kannst Du Dich an einen für Dich idealen Standort „herantasten“. Aber gehen wir doch mal Schritt für Schritt durch, um erst einmal grob einen geeigneten Ort anhand der ersten drei Kriterien zu finden:

Mondaufgang

Um die Mondfinsternis sehen zu können, ist eine zwingende Voraussetzung, den Mond überhaupt zu sehen – logisch. Dies ist in dieser Nacht jedoch nicht selbstverständlich, zumindest nicht zu Beginn der Finsternis. Hier gilt nämlich: Je weiter südlich und östlich Du Dich befindest, desto früher geht der Mond auf. Und dies hat durchaus einen erheblichen Einfluss. So geht der Mond in Oberstdorf (weit im Süden Deutschlands) bereits 20:51 Uhr auf, während er in Kiel auf ähnlicher Länge (weit im Norden Deutschlands) erst 21:20 Uhr über dem Horizont erscheint. Ähnlich sieht es auf der Ost-West-Achse aus: In Görlitz (weit im Osten Deutschlands) geht der Mond bereits 20:46 Uhr auf, in Köln (weit im Westen Deutschlands) auf ähnlicher Höhe erst 21:18 Uhr – mehr als 30 Minuten Unterschied allein in Deutschland! Dabei musst du außerdem bedenken, dass der Mond i.d.R. nicht sofort nach seinem Aufgang sichtbar ist, da meist keine absolut freie Sicht in Richtung des Mondes herrscht oder der Dunst der Atmosphäre dies verhindert. Aber dies ist ein anderes Thema…

Dämmerung (Sonnenuntergang)

Die Totalität ist umso eindrucksvoller, je dunkler der Himmel ist. Daher spielen auch die Dämmerungszeiten bzw. der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs, der ja die Dämmerungsphasen einleitet, eine wichtige Rolle. Hier gilt: Je weiter südlich und östlich Du Dich befindest, desto früher geht die Sonne unter. So geht sie in Oberstdorf bereits 21 Uhr unter, während sie in Kiel auf ähnlicher Länge erst 21:26 Uhr unter dem Horizont verschwindet. Ähnlich sieht es auf der Ost-West-Achse aus: In Görlitz geht die Sonne bereits 20:55 Uhr unter, in Köln auf ähnlicher Höhe erst 21:26 Uhr.

Du siehst, auch diese knapp halbe Stunde Zeitunterschied kann hinsichtlich der Sichtbarkeit schon viel ausmachen, da die Totalität bereits 21:30 Uhr beginnt.

Dunkelheit

Am Eindrucksvollsten ist sicherlich der Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung – wenn der Mond eine rote / orangene Färbung bekommt. Dies ist – wie die gesamte Mondfinsternis – umso besser zu sehen, je dunkler der Himmel ist. Dabei spielt zum einen die Lichtverschmutzung eine gewisse Rolle, zum anderen aber natürlich auch der Stand der Sonne unter dem Horizont zum Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung um 22:22 Uhr. Hier gilt wieder wie bei den Dämmerungszeiten (abgesehen von der Lichtverschmutzung): Je weiter südlich und östlich Du Dich befindest, desto dunkler ist es zur maximalen Verfinsterung. So steht die Sonne beispielsweise in Berchtesgaden (weit im Südosten Deutschlands) knapp 13 Grad unter dem Horizont (astronomische Dämmerung hat gerade begonnen), während sie in Emden (weit im Nordwesten Deutschlands) nur 6 Grad unter dem Horizont steht (nautische Dämmerung hat gerade begonnen). Ein großer Unterschied, der auch bei Aufnahmen mit Blutmond und Milchstraße eine große Rolle spielt!

TPE als Planungsapp: Um einen geeigneten Standort anhand dieser Kriterien zu finden, nutze ich am Liebsten die TPE-App (The Photographer’s Ephemeris), die es für iOS und Android gibt. Anders als z.B. bei der Planung von Milchstraßenaufnahmen nutze ich dabei den Tagmodus (zu erkennen und einzustellen am Sonnensymbol neben dem Datum oben). Über den roten Pin kann ich mir sehr schnell einen Standort setzen und für diesen die Mondaufgangszeit sowie die Sonnenuntergangszeit in der Zeile unter der Karte ablesen. Den genauen Stand von Sonne und Mond (Richtung und Höhe in Grad) kann ich dann für jede beliebige Zeit ganz unten in der Zeitleiste ablesen. Viel einfacher und schneller geht es kaum!

TPE stellt aus meiner Sicht die einfachste Möglichkeit der Standortplanung dar.

Freie Sicht

Das letzte Kriterium ist dann schon etwas schwieriger zu planen: die freie Sicht. Da dieser Faktor jedoch darüber entscheidet, ob Du die Mondfinsternis überhaupt sehen kannst, solltest Du dieser Komponente durchaus ausreichend Zeit widmen! Am Sichersten ist es dabei, wenn Du Deinen geplanten Standort schon vorher besuchst, um eventuelle „Hindernisse“ auszuschließen. Man kann zwar schon viel per App planen, aber ein Baum oder Gebäude kann einem den Spaß dann doch noch unerwartet verderben. Idealerweise solltest Du auch mal bei Nacht dort gewesen sein, insbesondere wenn Du Landschaftsaufnahmen planst und Dir ungeplante Lichtquellen in die Quere kommen.

Aber natürlich kannst Du auch vieles bereits von zu Hause aus planen. Dazu solltest Du Dir erstmal anschauen, in welche Himmelsrichtung Du während der Mondfinsternis freie Sicht haben solltest. Da der Mond jedoch in den fünf Stunden zwischen Sichtbarkeitsanfang und -ende „wandert“, sprechen wir hier nicht von einer exakten Himmelsrichtung, sondern von einer ganzen Spanne. Und auch diese lässt sich wie oben beschrieben in der TPE-App wunderbar ermitteln. Da auch die Position des Mondes (Richtung) nahezu standort-unabhängig ist, habe ich Dir die wichtigsten Positionen als Orientierung mal rausgesucht. Solltest Du eine exakte Positionierung des Blutmondes über einem anderen Objekt planen, schau Dir bitte die exakte Position für Deinen Standort noch einmal an:

Positionen des Mondes während der Mondfinsternis am 27.07.2018
Eintritt in den Halbschatten (1. Kontakt)ca. 98°
Sichtbarkeitsbeginn (SB)ca. 105°
Eintritt in den Kernschatten (2. Kontakt)ca. 111°
Beginn der Totalität (3. Kontakt)ca. 123°
Maximale Verfinsterungca. 134°
Ende der Totalität (4. Kontakt)ca. 145°
Austritt aus dem Kernschatten (5. Kontakt)ca. 160°
Sichtbarkeitsende (SE)ca. 168°
Austritt aus dem Halbschatten (6. Kontakt)ca. 177°

Grob gesagt solltest Du also idealerweise von Osten bis Süden freie Sicht haben, wobei insbesondere der Südosten zw. 120 und 145 Grad interessant für die Totalität ist. Wie „frei“ die Sicht auf den Horizont sein muss, hängt im Wesentlichen vom Standort und der entsprechenden Höhe des Mondes ab. Nehmen wir als Beispiel Fulda, was etwa in der Mitte Deutschlands liegt: Hier geht die Sonne 21:13 Uhr unter und der Mond 21:05 Uhr auf. Zum Beginn der Totalität um 21:30 Uhr steht er allerdings erst 2,5° über dem Horizont, was es fast unmöglich macht, den gesamten Verlauf der Totalität zu sehen. In Berchtesgaden dagegen steht der Mond um diese Zeit bereits 6° über dem Horizont, allerdings ist es in den Bergen auch etwas schwieriger, einen Standort mit komplett freier Sicht auf den SO-Horizont zu finden.

TPE 3D als Planungsapp: Nachdem ein geeigneter Standort anhand der ersten drei Kriterien gefunden ist, kannst Du in die Detailplanung gehen. Dabei stellt TPE 3D (leider nur für iOS erhältlich) aus meiner Sicht eine ideale Ergänzung zur TPE-App dar. Insbesondere in den Bergen ist diese App extrem hilfreich, um zu sehen, ob Berge den Blick auf den verfinsterten Mond verdecken. Näheres zu TPE 3D findest Du in diesem Blogbeitrag. Ein Planungsbeispiel werde ich Dir gleich noch in diesem Artikel zeigen.

Beispielhafte Planung: Sellapass in den Dolomiten

Um diese ganze Theorie nun etwas anschaulicher zu machen, habe ich noch ein Planungsbeispiel, welches für mich leider nur fiktiv ist, da ich zum Zeitpunkt der Mondfinsternis woanders sein werde. Aber dazu am Ende mehr…

Ich habe mir für das Beispiel einen Ort in den Dolomiten in Italien ausgesucht, den ich schon für einige Aufnahmen (z.B. Startrails, Mondlicht, Milchstraße) genutzt habe: eine Kurve kurz unterhalb des Sellapasses, wo man bequem mit dem Auto anreisen kann.

Von hier aus könnte man die Mondfinsternis „bequem“ ohne große Wanderungen aufnehmen, wenn man denn gerade in der Gegend unterwegs ist – z.B. im Urlaub

Die Sonne geht hier um 20:50 Uhr unten, der Mond um 20:43 Uhr auf. Zum Zeitpunkt der größten Verfinsterung um 22:22 Uhr hat hier gerade die astronomische Dämmerung begonnen und es wird ab 23:08 Uhr maximal dunkel, so dass auch ein Foto mit Milchstraße während er Totalität (bis 23:13 Uhr) möglich ist. Das Zentrum der Milchstraße steht dabei nach Ende der astronomischen Dämmerung mehr als 14° über dem Horizont, ziemlich genau 40 Grad rechts neben dem verfinsterten Mond. Allerdings nicht ideal, da das Milchstraßenzentrum zu dieser Zeit direkt über dem Talort Canazei steht.

All diese Informationen konnte ich in wenigen Minuten in TPE (Tagmodus und Nachtmodus) ermitteln:

In der TPE-App kann ich mir alle grundsätzlichen Informationen zum geplanten Standort heraussuchen

Dass der Mond auch trotz der Berge sichtbar wäre, habe ich in der App TPE 3D ermittelt. Dazu habe ich den Standort-Pin in TPE einfach so belassen und die Uhrzeit erst einmal auf den Beginn der Totalität (21:30 Uhr) gestellt. Diese Daten werden dann in TPE 3D übernommen, wenn ich über den Pfeil rechts oben „Open in TPE 3D“ drücke:

Wenn ich den Standort und die Zeit von TPE übertrage, sollte es in TPE 3D so aussehen

Ich sehe dann eine Karte im Hintergrund und einen kleinen roten Punkt mit der Bezeichnung „A“ (oder andere Buchstaben, wenn ich schon mehrfach Punkte exportiert habe).

Sollte dies nicht der Fall sein (was manchmal passiert, warum auch immer), exportiere bitte den Punkt noch einmal aus TPE und / oder starte TPE 3D neu. Ich benötige auch manchmal mehrere Anläufe, was nicht schön, aber zu verschmerzen ist. 

Mit einem Doppel-Tap auf den roten Punkt gelange ich in die Position dieses Standorts und kann mich per Finger-Wischen „umschauen“. Hiermit bewege ich den Bildausschnitt in Richtung der 123 Grad, die der Mond zur Beginn der Totalität haben sollte. Je nach Brennweite (durch zwei-Finger-Geste zu verändern) sehe ich dann einen mehr oder weniger großen Mond über dem Berg. Bingo, der Mond wäre also um 21:30 Uhr bereits zu sehen und ließe sich zudem fotografisch nett mit den umliegenden Bergen zusammen ablichten!

Der Mond ist zu Beginn der Totalität über den Bergen zu sehen

Durch ein Schieben des Zeitreglers unten kann ich dann auch erkennen, dass er bereits ab kurz nach 21 Uhr hinter der Bergkette hervorkommt, also ca. 20 Minuten nach Mondaufgang. Und wenn ich noch ein wenig zurückgehe sehe ich, dass gegen 20:40 Uhr – also kurz vor Sonnenuntergang – auch die Bergketten noch wunderschön von der Sonne angestrahlt werden (Alpenglühen). Wer da nicht an einen Zeitraffer denkt…

Bei passendem Wetter gibts gegen 20:40 Uhr sogar noch Alpenglühen

Gehe ich dann in der Zeit bis 23:08 Uhr vor – dem Ende der astronomischen Dämmerung – so kann ich die Milchstraße zusammen mit dem noch immer verfinsterten Mond sehen und ein entsprechendes Foto planen:

Und kurz vor Ende der Totalität ist es dann auch maximal dunkel um die Milchstraße zusammen mit dem verfinsterten Mond aufzunehmen

Aufnahmen planen

Nun gibt es natürlich sehr viele Möglichkeiten, wie Du die totale Mondfinsternis fotografisch festhalten kannst. Alle im Detail zu beschreiben, würde definitiv den Rahmen dieses Blogbeitrags sprengen.

Mondfinsternis fotografieren

Verlauf der totalen Mondfinsternis 2015 in Deutschland in 72 Bildern

Daher hier nur mal ein paar Ideen, die z.T. auch in meinem Buch detailliert erläutert sind:

  • Teleaufnahmen der einzelnen Phasen (falls sichtbar) der Mondfinsternis: Brennweite ab 200-300 mm, idealerweise mehr (gut ist eine APS-C Kamera und/oder ein Telekonverter) – siehe auch Projekt im Buch ab S. 20
  • Stacken verschiedener Einzelaufnahmen des Mondes zu einem schärferen und detailreicheren Gesamtbild: es gilt das Gleiche wie bei den Teleaufnahmen – siehe auch Projekt im Buch ab S. 159
  • Collagen, die den Verlauf der Mondfinsternis (oder einen Teil davon) zeigen – siehe auch Projekt im Buch ab S. 263
  • Zeitraffer, die den Verlauf der Mondfinsternis zeigen, ggf. nachgeführt um mit dem Mond „mitzuschwenken“
  • Landschaftsaufnahme mit Mond
  • Panoramaaufnahme mit Landschaft und Mond
Mondfinsternis fotografieren

Collage der totalen Mondfinsternis 2015 in Deutschland

Der Mars als „Bonbon“

In dieser Nacht gibt es allerdings nicht nur die Mondfinsternis zu bewundern, sondern auch der Mars erscheint besonders hell am Himmel! Dies ist einmal bedingt durch die Opposition (Gegenüberstehen) zur Sonne und zum anderen durch die extreme Nähe zur Erde von nur ca. 60 Millionen Kilometern. Der Mars, der in dieser Nacht ca. 6 Grad unterhalb des Mondes steht, wird in dieser Nacht daher sogar heller strahlen als der Jupiter! Für Landschafts-Astrofotografen also eine Traumnacht, wenn denn das Wetter mitspielt!

Meine Pläne zur MoFi 2018

Vielleicht bist Du jetzt verwundert oder enttäuscht, aber ich werde dieses Jahr KEINE speziellen Projekte zur Mondfinsternis planen. Warum? Nun, ähnlich wie zur Sonnenfinsternis in den USA 2017 ist mir hier das Risiko des schlechten Wetters im Verhältnis zum Aufwand, an einen fotografisch schönen Ort (wie die Alpen oder damals die USA) zu kommen, zu groß. Natürlich könnte ich – anders als die Sonnenfinsternis in den USA – die Mondfinsternis wie schon 2015 auch von meinem Heimort aus fotografieren, allerdings werde ich an diesem Wochenende auf einem Camper-Treffen in Luxemburg sein. Und gemäß meiner eigenen Kriterien (siehe oben) ist Luxemburg ein eher unpassender Ort für die MoFi 2018. Die Sonne geht erst 21:26 Uhr unter und der Mond 21:19 Uhr auf. Ich werde aber natürlich die Kamera dabeihaben und wenn das Wetter mitspielt auch Fotos in dieser Nacht machen. Schauen wir mal, was daraus wird… Ich bin auf Grund meiner Erfolge 2015 auf jeden Fall recht entspannt was den 27.07.2018 angeht 🙂

 

Was planst Du zur MoFi 2018? Schreib mir doch gern mal in die Kommentare – natürlich auch wenn Du weitere Ideen oder Anregungen hast!

26 Kommentare
  1. Felix sagte:

    Ganz toll beschrieben liebe Katja. Ich habe es ehrlich gesagt etwas zu locker gesehen was Planung angeht. Da muss ich mir jetzt wohl nochmal Gedanken machen.
    Im Gegensatz zu dir, hatte ich damals noch nicht wirklich fotografiert.
    Aber eine große Reise geht leider auch nicht. unser Womo ist weg und wir fahren erst im September. Mal schauen was sich bei uns im Umkreis von 1-2 Stunden realisieren lässt. 🙂

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Danke Felix! Ja, ich denke das geht Einigen so. Aber lieber vorher ein paar mehr Gedanken machen als hinterher enttäuscht zu sein finde ich. Eine Reise extra zu solch einem kurzen Event zu machen finde ich generell grenzwertig. Da kann dann doch mal die Enttäuschung sehr groß sein, wenn das Wetter dann nicht mitspielt. Daher ist dein Plan (1-2 Stunden Umkreis) sicher nicht der Schlechteste! Viel Erfolg auf jeden Fall schonmal.
      LG, Katja

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  2. Tom sagte:

    Hallo Katja,

    toll gemacht!

    Verbesserungsvorschlag:
    „….während er in Kiel auf ähnlicher Breite“ (?) -> Länge, (kommt 2-mal vor)
    Gruss
    Tom

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  3. Kurt Fankhauser sagte:

    Salue Katja
    Danke für Deinen tollen Beitrag. Haben grad‘ spontan geplant, die Mondfinsternis von einem Schweizer Pass (Grimsel) aus fotographisch festzuhalten. Der Standort ist einerseits auf guter Höhe gelegen; nach Süden hats schöne Bergketten und nach ein paar Schritten ist man in absoluter Dunkelheit. TPE 3D hat grünes Licht, resp. gute Sicht nach Süden/Osten angezeigt. Das Ganze wird selbstverständlich von einem gemütlichen Outdoor Pic-Nic begleitet…..
    Jetzt fehlt nur noch gutes & klares Wetter
    LG Kurt

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Kurt,
      na, das freut mich! Klingt super was ihr da plant. Da kann ich nur alle Daumen drücken, dass das Wetter mitspielt! Berichte doch gern mal hier, ob es geklappt hat!
      LG, Katja

      Antworten
      • Kurt Fankhauser sagte:

        Es war schön und vor allem spannend obwohl gewisse Wolken die Sicht etwas verzögert hatten.
        Knackpunkt war jedoch die Fokussierung, resp. die daraus resultierende Unschärfe….
        Nundenn: für den Hausgebrauch inkl. Erinnerung reichts allemal, für mehr aber nicht!
        LG Kurt

        Antworten
  4. christoph sagte:

    super beitrag, danke für den hinweis (hätt ich total übersehen). bei den letzten malen war es immer bewölkt – somit hoff ich auch auf eine premiere. standort ist nordwestlich von wien auf 400m höhe mit umliegend freier sicht geplant, mal sehen ;))

    Antworten
  5. Patrick sagte:

    Hallo Katja,
    Erstmal danke für deine tolles Buch.

    Auch ich stehe voll in der Planung für die Mondfinsternis. Ich werde mir von einem Bekannten ein 150-600mm Objwktiv ausleihen.

    So nun meine Frage. Das Objektiv hat auf 600mm leider nur eine Blende von 6,3 und bei der Finsternis muss man ja doch schon länger belichten.
    Gibt es hierfür eine Regel, wie zb die 500er Regel bei Sternen, oder heißt es hier einfach ausprobieren und schauen ab wann der Mond unscharf wird.

    Und würde es Sinn machen das ganze noch mit einem TC auf 1200mm zu verlängern oder würde das den Rahmen der Belichtungszeit auf jeden Fall sprengen.

    Beste Grüße Patrick

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Patrick,
      hm, das ist (für mich) nicht so leicht zu beantworten. Ich habe damals bei der MoFi mit max. 300 mm gearbeitet – und dabei bei f/4 1s bei ISO 800 fotografiert. Im Nachhinein betrachtet hätte ich die ISO sogar noch höher stellen sollen… Eine feste Regel für die max. Belichtungszeit gibt es meines Wissens nach nicht, aber ich würde es auch mal mit 1s bei 600 mm probieren, ggf. etwas runter gehen. Ein wenig Zeit zum Probieren wird es ja geben – gutes Wetter vorausgesetzt.
      Dieses Jahr spielt aber sicherlich die Dämmerung noch eine wichtige Rolle, so dass man die MoFi 2015 sicher nicht mit der in diesem Jahr vergleichen kann. Da es noch nicht wirklich dunkel ist, wird die Belichtungszeit vermutlich nicht das große Problem sein. Wenn Du die Möglichkeit hast, es mit dem Telekonverter zu versuchen, würde ich das ruhig mal probieren…

      Viel Erfolg schonmal und berichtet gern hier nochmal wie es geklappt hat!

      LG,
      Katja

      Antworten
      • Patrick sagte:

        Ok, danke für deine schnelle Antwort. Ja ich werde auf jeden Fall zum testen kommen, ist ja gutes Wetter vorausgesagt 😊
        Gerne berichtet ich, wie es funktioniert hat und wie ich mit der Belichtungszeit hinkomme.

        Antworten
    • aljen sagte:

      Moin Patrick,
      auf Scienceblogs gibt es dazu gerade einen ziemlich guten und ausführlichen Artikel. Nicht ganz perfekt, meines Erachtens, aber wer/was ist das schon.

      http://scienceblogs.de/alpha-cephei/2018/07/23/wie-man-eine-mondfinsternis-fotografiert/

      Wenn Du in dem Blogartikel gaaaaanz weit nach unten scrollst, findest Du ein paar Tabellen, die Dir vielleicht Anhaltspunkte liefern. Ich hab’s nicht so mit den Tabellen, fand diese trotzdem sehr interessant. Der Autor schreibt dazu selbst, es seien keine absoluten Werte. Ich finde es gut, zu wissen, was so alles auf einen zukommt und in welchen (großen) Bereichen sich die Werte bewegen.

      Wünsche Dir gut Licht.

      Antworten
  6. Ursula sagte:

    Wowwww…tolle Infos.
    Ich schau mir dein Buch gerne mal an

    Vielen, vielen Dank für dein Engagement hier. Beeindruckt mich, so viele gute Infos 😉

    Antworten
  7. aljen sagte:

    Danke erst mal für den Artikel! Ich kam zufällig auf diese Seite, da ich nach entsprechenden Infos zur MoFi 2018 suchte.

    Mein Plan wäre idealerweise der Brodtener Ufer / die Hermannshöhe. Genial: Steilufer, freie Sicht gen Süd-Ost fast bis zum Horizont. Wären da nicht die paar Minuspunkte: wegen der Travemünder Woche ist mit dem Parken irgendwo in brauchbarer Nähe etwas für Träumer. Allzu weit zu Fuß will ich das EF L 1.8 / 200 mm samt schwerem Stativ nicht unbedingt schleppen: alleine das Glas wiegt 3 Kilo und die zugehörige GeLi noch einen guten Pfund obendrauf. Aber wer leiden will, muss schön sein… oder so. Vielleicht bleibe ich doch bei APS-C und kleinem Traveller-Stativ; ist etwas unauffälliger. Andererseits ist die Blende 1.8 bei 200 mm (an APS) schon eine Versuchung…

    Alternative: Grömitz und Umgebung. Ähnlich Brodten/Travemünde minus Gedränge. Schauen…

    Antworten
  8. Ursula 🎈 🇨🇭 sagte:

    Wir haben das Glück schon mal ,,südlicher,, zu wohnen und werden auf über 2200m , auf einem Innerschweizer Berg, das Schauspiel anschauen.

    Somit hoffen wir auf einen tollen Sonnenuntergang mit anschliessendem Blutmond.

    Und wenn dann in der Früh auch noch ein bombastischer Sonnenaufgang zu sehen wäre….in Mitten Fels und Schnee….ja dann wäre dies
    einmalig, ein grosses Glück.

    Bitten wir also den Wettergott und die Bergfeen um Hilfe😊😉😉

    Ich freu mich

    Und sollte es dennoch Wolken haben , ja nu, …auf dem Berg ist es immer wunderschön.
    Weite, frische Luft ,traumhafte Landschaften….und absolute Ruhe….solange keine Seilbahn auf den Gipfel düst 🤣

    Wünsche allen ,,Gut Licht,, und gutes Gelingen.

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Ursula,
      Das klingt nach einem tollen Plan – ich hoffe, das Wetter hat mitgespielt?? Aber du hast Recht, so allein auf dem Berg ist wirklich immer ein ganz besonderes Erlebnis!
      LG, Katja

      Antworten
  9. Saskia sagte:

    Huhu,
    bin zufällig über die Seite gestolpert, weil ich Infos zur Finsternis gesucht habe und wir uns gerade in den Dolomiten unweit vom Sellajoch befinden…
    Vielen Dank für die tollen Infos!!
    Leider haben wir mit professioneller Fotografie nichts am Hut und sind dafür nicht ausgestattet, außerdem mit kleinem Kind hier und somit ans Hotel gebunden. Da dieses sich aber über 2000m befindet haben wir mit Sicherheit, bei passendem Wetter vorausgesetzt, ein einzigartiges Erlebnis an unserem letzten Abend 😊
    Wünsche allen eine gute Sicht!!

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Saskia,
      Na, das ist ja ein Zufall! Wunderschön dort in den Dolomiten, oder? Ich hoffe, bei euch hat das Wetter mitgespielt und ihr konntet das Schauspiel zumindest visuell verfolgen?
      LG, Katja

      Antworten
  10. Silver sagte:

    Herzlichen Dank für den tollen Bericht. Befinde mich mit meiner Frau mitten in Berlin. Wir versuchen die Mondfinsternis in Kombination mit der Skyline von Berlin einzufangen. Zur Ausrüstung gehören APS-C Kamera, 70-200 mm f/2,8 Linse, Fernauslöser, stabiles Stativ, zahlreiche volle Akkus.
    Wir freuen uns und werden über das Resultat gerne berichten.

    Antworten
  11. Peter sagte:

    Hallo Katja,

    vielleicht interessiert es Dich ja, wie die Mondfinsternis am Sellapass war.

    In der Woche der MoFi war ich in den Dolomiten (Canazei) und habe abends nach den Bergtouren nach Informationen gesucht, wo man den Mond gut beobachten kann. Dabei bin ich auf Deine tolle Seite gestoßen. Was für ein riesen Zufall, dass Du als anschauliches Beispiel ausgerechnet den Sellapass gewählt hast, an dessen Fuß ich quasi mein Quartier hatte! Mir war sofort klar, dass meine Suche beendet ist und besichtigte am Morgen des 27.7. die von Dir genannte Kurve. Sie selber war zwar nicht geeignet, da ausgerechnet dort eine Hälfte der Straße fehlte und eine Ampel einen Einbahnstraßenbetrieb regelte, aber die nächsthöhere Kurve war der ideale Beobachtungsort.

    Der 27.7. war ein Tag mit sehr wechselhaftem Wetter. Am Morgen umhüllten Wolken die Gipfel am Sellajoch, die sich im Laufe des Tages zwar kurz auflösten, aber bereits am frühen Nachmittag wieder aufquollen. Während es am Sellastock nur regnete, ging über der Marmolada ein schweres Gewitter nieder. Ich habe eine Rundtour in der Langkofelgruppe gemacht (über Oskar-Schuster-Steig auf den Plattkofel und über den Friedrich-August-Weg zurück zum Pass) und erreichte zeitgleich mit einem heftigen Regenguss mein Auto. Eine oder zwei Stunden später hatten sich die Wolken fast vollständig verzogen und es keimte wieder Hoffnung auf, eine tolle Mondfinsternis mit der Marmolada im Hintergrund zu erleben.

    Bereits zwei Stunden vor Sonnenuntergang bezog ich meine Beobachterposition. Ich hatte zwei Kameras dabei und montierte die eine, mit Fisheye-Objektiv, an die Leitplanke, um automatisch und ohne dass ich mich darum kümmern muss das Geschehen in Zeitraffer aufzunehmen. Mit der anderen wollte ich manuell schöne Fotos von dem Ereignis schießen. Leider blieb es beim Vorsatz. Es zogen nämlich schon vor Sonnenuntergang im Osten neue Wolken auf, und die Bewölkung nahm im Laufe der Nacht immer mehr zu. Der helle Mars lugte ab und zu durch eine Wolkenlücke, doch der finstere Mond blieb verborgen. Er war nur mal kurz zu sehen, etwa für eine Minute. Leider zu kurz, um eine gut fokussierte Aufnahme hinzubekommen. Die zweite Kamera hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits abmontiert. Ein Gewitter besiegelte gegen 23 Uhr endgültig die Fototour. Meine Ausbeute sind drei unscharfe Fotos vom kupferroten Mond. Aber zum Glück findet man im Internet ja jede Menge schöner Fotos 🙂

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Peter,
      oh Mann, das klingt ja echt abenteuerlich, was du da erlebt hast! Schade, dass so viele Wolken da waren, sonst wäre es sicher ein noch tolleres Erlebnis gewesen! Vielen Dank auf jeden Fall, dass Du mich/uns hier hast teilhaben lassen!
      LG, Katja

      Antworten
  12. Holger sagte:

    Liebe Katja,
    auch ich habe – nach der Lektüre Deiner Anregungen zum Fotografieren des Blutmondes – mein Glück probiert. Ich war an dem Wochenende gerade in Frauenau im Bayerischen Wald und fand eine geeignete Stelle, die allerdings landschaftlich nicht besonders spektakulär ist. Der Mond kam leider kaum aus den tiefen Wolkenschichten heraus, was das Fokussieren zusätzlich erschwerte. Kurz vor Ende der Totalität wurde der Himmel dann für zehn Minuten klar und ich erinnerte mich an Dein Foto mit Blutmond und Milchstraße – ich habe es noch um den Mars getoppt! Belichtungstechnisch äußerst schwierig war das Herauswandern des Kernschattens, da war die Dynamik der Kamera schwer überfordert.

    Insgesamt bin ich mit meinen Ergebnissen einigermaßen zufreiden, auch wenn ich mir ehrlich gesagt mehr von dem Spektakel versprochen habe. Meine besten Bilder habe ich im Blog auf meiner Homepage veröffentlicht http://www.holgerfreese-fotografie.com. Ich würde mich freuen, wenn Du sie kommentieren magst.
    LG, Holger

    Antworten

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