Bei meiner Jagd auf die Nordlichter in Norwegen war natürlich auch das Nordkap eines meiner erklärten Ziele. Ob ich diesen 2.222 km Luftlinie von Zuhause entfernten Punkt wirklich erreicht habe, welche Wetterbedingungen mich dabei erwarteten und ob ich vielleicht sogar Polarlichter sehen konnte, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

„Mit dem Nugget im Winter ans Nordkap? Geht das denn überhaupt?“ So oder so ähnlich war meist die Reaktion, wenn ich anderen von meinen Plänen erzählt habe. Nun ja, Winter stimmt ja nicht so ganz – zumindest kalendarisch. Da ich mir vorgenommen hatte, dieses Ziel als eines der ersten auf meiner 2-monatigen Reise nach Skandinavien in Angriff zu nehmen, würde es wohl eher Ende Oktober oder Anfang November sein, wenn ich am Nordkap ankomme. Dass die Bedingungen aber auch da schon durchaus sehr winterlich sein können, das habe ich ja bereits auf meiner Fahrt durch Lappland feststellen dürfen (siehe dazu aus diesen Blogbeitrag).

Die Wetterbedingungen waren auch tatsächlich eine meiner größten Sorgen. Weniger die Temperaturen – dieses bleiben in Küstennähe ja meist im einstelligen Minusbereich – als vielmehr Schnee und Eis, aber auch der Wind. Und von allem sollte etwas dabei sein auf meiner Tour zum Nordkap!

Die Planung

Da ich ja bei meiner (erfolgreichen) Polarlichtjagd bereits in der Nähe von Narvik war, sollte die Route zum Nordkap natürlich auch von dort starten. Es würde also über die E6 entlang der norwegischen Küste gehen. Laut Routenplaner standen dabei gut 700 km bevor, die etwa 11 Stunden Fahrt in Anspruch nehmen würden. Nun hatte ich es ja nicht allzu eilig und musste daher nicht an einem Tag „durchballern“. Am Sonntagabend, den 20.10., schaute ich mir daher zunächst die Wettervorhersage für die nächsten Tage an. Wenn es irgendwie möglich sein würde, wollte ich gern mit dem Nugget direkt am Nordkap übernachten. Dies ist grundsätzlich machbar und erlaubt – mit dem Eintritt zum Nordkap hat man die Berechtigung, dort 24 h zu parken – allerdings nur, wenn die Straße zum Kap noch frei befahrbar ist. Auf der Webseite heißt es, im Winter könne diese nur im Konvoi befahren werden. Dieser besteht aus einem Räumfahrzeug vorn und einem hinten, welche eine bestimmte Anzahl Autos, Wohnmobile und Busse mehrmals täglich zu festen Zeiten zum und vom Nordkap begleiten. Hm, aber was hieß wohl „im Winter“ genau? Eine Anfrage auf visitnordkapp.no brachte Aufschluss. Am Montag kam die freundliche Antwort, dass es aktuell noch möglich sei, die Straße ohne Konvoi zu befahren und auch eine Übernachtung am Nordkap möglich wäre, auch wenn sie dies nicht empfehlen würden. Das stimmte mich schonmal zuversichtlich. Ich müsste also vermutlich nicht schon 11 Uhr zum ersten Konvoi dort sein, sondern konnte auch am Nachmittag kommen – idealerweise wenn die Touristen des Hurtigruten-Schiffs, die täglich mit zahlreichen Bussen dort hinkutschiert werden, schon wieder weg sind.

Dies war meine „Reststrecke“ bis zum Nordkap. 3 Tage habe ich dafür eingeplant (Screenshot von brouter.de)

Aber zurück zur Wetterplanung. Am kritischsten schien mir gleich der Dienstag zu werden, für welchen recht heftiger Wind mit Sturmböen über 75 km/h angesagt waren. Dass dies auf einer freien Fläche nicht so lustig ist, hatten wir ja bereits in Island feststellen dürfen. Das wollte ich mir und dem Nugget also nicht unbedingt antun. Statt jedoch einen ganzen Tag zu verlieren, entschied ich mich, einfach etwas später loszufahren, wenn sich der Sturm etwas gelegt haben würde. Bis kurz vor Alta wollte ich am Dienstag noch fahren, um dann am nächsten Tag von dort bis zum Nordkap durchfahren zu können. Dass ich gern Mittwochnachmittag am Nordkap ankommen würde, machte ich wiederum von der vergleichsweise positiven Wettervorhersage abhängig. In der Nacht und am folgenden Tag sollte es weiterstgehend windstill sein, und am Morgen sollte sich sogar mal die Sonne zeigen! Das klang ja fast schon wie ein Sechser im Lotto für das Nordkap!

Und auch die potentielle Rückreise schaute ich mir bereits am Montag an: Hier wäre ich wohl auf Grund starker Schneefälle ab Mittwochnachmittag und stärkerem Wind am Freitag gut beraten, schon wieder so weit wie möglich südlich zu sein. Daher plante ich die Rückfahrt erstmal genauso wie die Hinfahrt.

Die Wirklichkeit

Soweit der Plan – der in der Realität erstaunlich gut funktioniert hat: Wie befürchtet gestaltete sich die dreistündige Fahrt am Dienstag tatsächlich als recht abenteuerlich. Beispielsweise wurde es auf einer Art Hochebene in ca. 400 Metern Höhe plötzlich komplett weiß. Durch den starken Wind und den losen Schnee, gepaart mit etwas Nebel und Schnee von oben, war mit einem Mal der Himmel kaum noch von der Straße zu unterscheiden. Wer solch ein „Whiteout“ mal selbst erlebt hat, weiß wie unangenehm und beklemmend das sein kann. Spätestens dann weiß man,  wie wichtig die langen roten Schneestangen am Straßenrand doch für die Orientierung sein können! Die Hände wurden mir allerdings trotzdem ganz gut feucht, während ich das Lenkrad versuchte  möglichst sturmsicher festzuhalten. Muss man nicht oft haben sowas…

Vereiste und schneebedeckte Straßen haben mich auf meiner Fahrt zum und vom Nordkap fast permanent erwartet. Hier herrschte zum Glück mal kein Schneesturm

Am geplanten Schlafplatz angekommen war es dann mittlerweile dunkel, aber durch den weißen Schnee fährt es sich eigentlich auch dabei noch ganz angenehm. Als Schlafplätze auf der Tour zum Nordkap habe ich mir übrigens auf Grund der mittlerweile nicht unerheblichen Schneehöhen vorsichtshalber (geräumte) Rastplätze neben der E6 rausgesucht. Dies sind zwar sicher nicht die schönsten Plätze, aber besser als irgendwo abgelegen morgens im Schnee steckenzubleiben.

Der nächste Tag von Alta zum Nordkap verlief dann schon wesentlich entspannter – trotz einer mehr als vierstündigen Fahrt und trübem Wetter. Die Aufregung stieg jedoch mit jedem Kilometer! Beim Durchfahren des 212 m unter dem Meeresspiegel verlaufenden Nordkap-Tunnels, mit einem Gefälle bzw. einer Steigung von bis zu 10% auf fast 7 Kilometer, wurde mir nochmal etwas mulmig – aber das ist sicher eher eine Kopfsache. Dieser Tunnel offenbart jedoch auch, dass es sich beim Nordkap nicht wie häufig angenommen um den nördlichsten Punkt auf dem europäischen Festland handelt, sondern um den nördlichsten vom Festland aus auf dem Straßenweg erreichbaren Punkt Europas.

Bevor ich die letzten 13 Kilometer von der Straßenkreuzung vor Skarsvag in Angriff genommen habe, machte ich noch einen kurzen Abstecher in genau dieses Örtchen, um mir einen potentiellen Schlafplatz anzuschauen – falls es mit der Übernachtung am Nordkap doch nichts werden würde. Nachdem dieser für gut befunden wurde, ging es aber nun endlich auf die letzten Kilometer, die es nochmal in sich hatten. Dort ging es nämlich ganz schön bergauf – wieder mit ca. 9% auf mehr als 3 km – und das bei einer schneebedeckten und nicht ganz so festgefahrenen Straße wie bisher. Mit den Spikes schien ich ganz gut Grip zu haben, stehenbleiben wollte ich auf dieser Straße allerdings auch nicht unbedingt! Nun kann ich mir auch besser vorstellen, wie es dort im Konvoi mit ca. 80 km/h zugeht, wenn zudem noch der Wind über die Straße weht… Nichts für schwache Nerven auf jeden Fall!

Aber ich bin ohne Konvoi und Probleme „oben“ angekommen und konnte es noch gar nicht ganz fassen. Einige vertreten ja die Meinung, dass das Nordkap kein wirklich lohnenswertes Ziel ist. „Wozu tausende Kilometer zu einer Blechkugel an einer nebeligen Klippe fahren?“ Das stimmt zwar einerseits, aber wiederum war ja auch der Weg dahin ein ziemliches Erlebnis – und schließlich „aus eigener Kraft“ dort angekommen zu sein, ist schon ein tolles Gefühl.

Ich habs tatsächlich geschafft – nach fast 4.000 km endlich am Nordkap angekommen!

Die Nacht am Nordkap

Praktischerweise bin ich noch vor Schließung der Nordkapphalle um 15 Uhr angekommen, jedoch auch spät genug, um nicht mehr auf die vielen Hurtigruten-Touristen zu treffen. Die kamen mir nämlich beim Hochfahren schon in diversen Bussen entgegen. Nach einem kurzen Rundgang zum Globus bin ich also noch schnell ein paar Andenken „shoppen“ gegangen und hab mir den durchaus beeindruckenden Panoramafilm über das Nordkap im komplett menschenleeren Kino angeschaut. Und da die Sonne erst um 15:49 Uhr untergegangen ist, hatte ich auch noch ein wenig Restlicht für ein paar „Beweisfotos“.

Das obligatorische Beweis-Selfie

Noch ist das Wetter nicht sehr einladend. Aber wenigstens fliegt man nicht weg.

Danach suchte ich mir einen möglichst windgeschützten Platz für die Nacht. Dabei traf ich auf ein nettes deutsches Pärchen, die mit ihrem gemieteten Wohnmobil ebenfalls die Nacht dort oben verbringen wollten. Wir haben uns dann für später noch zu Tee und Kuchen verabredet, und ich gönnte mir erstmal einen ordentlichen Teller selbstgekochte Suppe – nachdem ich den ganzen Tag vor lauter Fahren noch nicht wirklich was gegessen hatte. Das tat gut!

Der Nordkap-Kuchen – gebacken im Omnia

Da ich den Kuchen vorgeschlagen hatte, hab ich mich natürlich auch zum Backen angeboten. Ich hatte nämlich noch einen „Fertigkuchen“ aus Frankreich in meinem Vorratsschrank, der nun endlich mal im Omnia Backofen gebacken werden sollte.

Am Ende hat der Nordkap-Kuchen sogar gut geschmeckt – und wir haben uns ein paar Stunden nett im warmen Wohnmobil unterhalten. Geschockt war ich als sie erzählten, dass sie das Mobil (eine 7,60 m „Weißwand“) in Oslo gemietet haben und weder Spikes noch Schneeketten dazu bekommen haben – trotz des Hinweises, dass sie zum Nordkap fahren wollen. Entsprechend nervenaufreibend war dann wohl auch die Fahrt den letzten Berg hinauf…

Wir haben dann verabredet, dass ich in der Nacht nach Polarlichtern Ausschau halten werde und sie bei erfolgreicher Sichtung wecken würde. Ich versuchte mich also schon etwas früher, gegen 21 Uhr, schlafen zu legen, um nachts „Wache schieben zu können“ – der Wetterbericht machte nämlich ein klein wenig Hoffnung auf Wolkenlücken. So richtig klappte das nicht mit dem Vorschlafen, daher war ich um Mitternacht schon wieder wach und machte mich mal auf den Weg nach draußen. Es hatte zum Glück schon aufgehört zu schneien, aber von Sternen war noch nichts zu sehen. Aber immerhin konnte ich so schon mal die schön beleuchtete Nordkap-Kugel fotografieren. Mit ein bisschen Phantasie konnte man sogar schon etwas grün schimmern sehen hinter den dichten Wolken.

 

Die Kugel wird bei Nacht angeleuchtet – so stark, dass ich dieses Bild als DRI mit mehreren Belichtungen aufnehmen musste!

Ich legte mich dann aber nochmal hin und stellte den Wecker auf 3:45 Uhr. Einen weiteren stellte ich vorsichtshalber noch auf 3:55 Uhr – da es mir schon öfters um solch eine Zeit passiert ist, dass ich nach dem ersten Klingeln wieder eingeschlafen bin. Genauso war es auch dieses Mal: erst beim zweiten Wecker war ich so richtig wach und schaute verschlafen aus meinem Seitenfenster neben dem Bett. Als ich ein paar Sterne am Himmel funkeln sah, sprang ich schnell auf und packte mich warm ein. Als ich kurz später zum Fotografieren draußen stand, waren schon wieder viele Wolken aufgezogen. Ein grünes Polarlicht kann man lediglich auf dem Foto zwischen einer winzigen Wolkenlücke sehen. Aber immerhin… Wer weiß, wäre ich gleich beim ersten Wecker aufgestanden, wäre vielleicht mehr zu sehen gewesen? Ich werde es wohl nie erfahren. Denn außer uns war dort oben soweit ich weiß niemand in der Nacht.

Mit ein bisschen Phantasie erkennt man das Polarlicht hinter den Wolken.

Ich blieb dann noch bis 6 Uhr wach und schaute immer mal wieder nach draußen – leider ohne Erfolg. Aber naja, man kann nicht alles haben. Immerhin hat uns kein übler Schneesturm in der Nacht überrascht!

Es waren zwar nur wenige Grad minus, aber durch den Wind und Schnee am Abend sah es doch sehr winterlich aus um den Nugget herum.

Der Morgen danach

Meine beiden Nachbarn machten sich dann schon recht früh auf den Weg, da sie noch eine ordentliche Strecke in den nächsten Tagen vor sich hatten. Ich dagegen hatte noch etwas Zeit eingeplant und freute mich über ein paar Auflockerungen am Himmel. So konnte ich in Ruhe noch ein paar Fotos machen und sogar die Drohne mal steigen lassen. Passiert da oben glaub ich auch nicht so oft, da es nahezu immer windig ist…

Die über 300 m hohen Klippen des Nordkaps über dem Polarmeer. Beeindruckend!!

Pünktlich am Morgen tat auch hier am Nordkap ein fleißiges Räumfahrzeug samt weiblicher Besatzung seinen Dienst.

Die Frau ist echt tough – Schneeräumen am Nordkap gehört sicher nicht zu den einfachsten Jobs!

Frozen Nugget 🙂 Innen zum Glück schön warm!

11 Uhr öffnete dann die Nordkapp-Halle wieder und ich kaufte mir noch ein besonderes „Andenken“: Ich bin nun Mitglied im „Royal North Cape Club“, den es seit 1984 gibt. Mitglied werden kann man nur durch einen persönlichen Besuch am Nordkap. Für umgerechnet 17,50 € gekommt man eine Urkunde samt Mitgliedskarte, Anstecknadel und Aufkleber – sowie lebenslangen freien Eintritt zum Nordkap! Das lohnt sich schon, wenn man nur ein weiteres Mal wiederkommt – hat mich der normale Eintritt für 24h doch 28,50 € gekostet! Ich finde das eine wirklich nette Idee, und vor allem wird der Mitgliedsbeitrag einem guten Zweck zugeführt, zur Erhaltung des Nordkaps.

Nun habe ich lebenslang freien Eintritt zum Nordkap!

Da ich fast der einzige Besucher zu dieser Zeit war, freute sich die nette Dame in der Nordkap-Halle über einen kleinen Plausch mit mir. Wir haben uns dann eine halbe Stunde über allerlei interessante Geschichten vom Nordkap unterhalten. Sie sagte mir, dass der Schnee dieses Jahr ungewöhnlich früh da sei. Und auch ein paar traurige Dinge hat sie mir erzählt, z.B. dass im Sommer 2012 plötzlich ein Deutscher am Nordkap verschwunden ist, dessen Verbleib bis heute nicht geklärt werden konnte. Ihren Hinweis, dass man – sobald man sich von seinem Auto entfernt – einen Zettel mit Kontaktdaten, Ziel der Wanderung und voraussichtliche Rückkehr hinterlassen soll, halte ich für äußerst sinnvoll. Also, falls du mal am Nordkap sein solltest, denk daran!

Hier sieht man einen Teil der Nordkapp-Halle von oben.

Schon schöner als am Nachmittag davor…

Da am Nachmittag aber wie gesagt stärkerer Schneefall einsetzen sollte, machte ich mich kurz vor 12 Uhr auch wieder auf den Weg. Während es am Nordkap selbst schon wieder recht zugezogen war, erwartete mich auf dem Weg zum Nordkap-Tunnel eine wunderschöne und sonnige Winterlandschaft. Geniale Anblicke, die ich wohl so schnell nicht vergessen werde! Fotos können diese einmalige Stimmung glaube ich nur ansatzweise wiedergeben…

Durch eine wunderschöne Schneelandschaft schlängeln sich die letzten 13 km zum Nordkap. So harmlos wie hier ist es leider meist nicht im Winter…

Fotos können diese geniale Stimmung aus Schnee, Wolken und tiefstehender Sonne gar nicht wirklich wiedergeben!

Elche und Schnee

Die weitere Fahrt verlief dann eigentlich unspektakulär, bis ich plötzlich vier Elche neben der Straße im Schnee stehen sah! Geil, die fehlten mir doch noch auf meiner Liste! Zufällig war auch kurz danach eine Haltebucht, so dass ich schnell mit der Kamera und dem Teleobjektiv bewaffnet aus dem Auto sprang und versuchte sie zu fotografieren. Das klappte so halbgut, aber immerhin erkennt man was es ist!

Nun kann ich auch einen Haken an die diesen Punkt auf der Liste machen: Elche

Auf den letzten Kilometern fing es dann schon ziemlich heftig an zu schneien. Der Parkplatz, den ich mir für die Nacht ausgesucht hatte, wurde zum Glück abends nochmal von einem Räumfahrzeug freigeschippt. Als ich am Morgen aufwachte, überraschte mich dann aber trotzdem eine 10-15 cm hohe Schneeschicht auf dem Autodach. Durch das Dachfenster konnte ich das Dach recht gut vom Schnee befreien, allerdings ist der Parkplatz noch immer ganz gut zugeschneit, während ich das hier schreibe. Mal schauen, ob ich gleich hier wegkomme, oder im Schnee steckenbleibe. Sonst muss mal der Klappspaten herhalten…

Huch, da hat’s wohl ein bisschen geschneit über Nacht! Der Winter hat hier schon voll Einzug gehalten, trotzdem es noch nicht mal November ist!

Das war sie also, meine Reise zum Nordkap mit dem Nugget. Es war eigentlich fast alles dabei, was man sich wünschen kann. Gut, das Polarlicht werde ich wohl dann nochmal woanders suchen müssen, aber die Aussicht fürs Wochenende sieht schon wieder ganz gut aus! Über mangelndes Glück oder schlechte Wetterbedingungen muss ich mich aber glaube ich nicht beschweren. Es war ein wunderbares und einmaliges Erlebnis, das ich nicht missen möchte – auch wenn da eigentlich nur eine Blechkugel an einer nebeligen Klippe steht 🙂

 

Warst Du auch schonmal am Nordkap? Vielleicht sogar mit einem Camper? Berichte doch mal, wie es Dir ergangen ist und ob Du im Sommer oder Winter dort warst – ich freue mich über jeden Kommentar!

12 Kommentare
  1. Kandler sagte:

    Hey…😁
    Ja ich war schon 2x am Nordkap einmal im Winter (Dezember 1999) und Sommer Juni/Juli 2017, absolut gegensätzlich die Farben, das Licht, die Menschen, die Flora und Fauna an den gegensätzlichen Jahreszeiten. Jedes für sich spannend und einzigartig sowie unvergesslich. Zu dieser Jahreszeit wie jetzt brauche ich dir ja nicht viel dazu schreiben denn so ähnlich haben wir es auch erlebt. Der Sommer hingegen war für mich das Highlight überall. Sonne an 2 Wochen am Stück für 24 Stunden am Tag. Rentiere die grasten, Trotzallem noch Stellenweiße Schneeflächten in den Bergen, tolle Angelausflüge ab/zu Hammerfest unternommen, Eisbärenmuseum icl. Ich werde definitiv nocheinmal im Leben dort hinauf fahren, hoffe auch in der Zukunft das ich dann mal ohne Repräsalien nach Murmansk fahren kann. Bis dahin dürfen gern noch paar weitere Jahre vergehen, bis dann auch die Kinder von sich aus sagen, wir wollen nicht mehr mit😉 dir alles Gute für die weitere Fahrt und unvergessliche Eindrücke👋🏻👋🏻👋🏻👋🏻

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    • Katja Seidel sagte:

      Hi,
      ja, im Sommer reizt es mich schon auch mal hochzufahren und die Mitternachtssonne zu erleben. Freien Eintritt hätte ich jetzt ja schonmal 🙂
      LG und dir auch viel Spaß auf deinen Reisen!
      Katja

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  2. Clemens sagte:

    Obwohl es ja mit dem Womo vor zwei Jahren im Winter wegen der Sperrung der E6 nicht geklappt hat, war ich schon mal dort – allerdings zu Fuß. Es gibt einen geschlängelten Pfad vom Meer hinauf, dessen Beginn wir mit dem Schiff auf der Rückfahrt von Spitzbergen erreicht haben. Es lag allerdings kein Schnee mehr damals im April.

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  3. LensOlli8 sagte:

    Hallo Katja,
    ich war auch schon mal am Nordkapp, aber im Sommer. 2001 bin ich mit einem Freund in drei Wochen mit einem geliehenen WoMo durch Norwegen zum Nordkapp, durch Finnland und Schweden zurück. Knapp 9000 km. Unterwegs haben auch alle gesagt: „Was wollt ihr am Nordkapp, da ist doch an 260 Tagen im Jahr Nebel.“ Wir hatten Sonne pur.
    Wir waren fast genau zu Mittsommar am Kapp. Spannend fand ich das Licht um Mitternacht, sehr gelblich, goldig. Quasi eine sehr lange goldene Stunde. Und dass es dann gar nicht Dunkel wird. „Im Schutze der Dunkelheit“ hat da keine Bedeutung mehr. Und auch die subpolare Vegetation. Elche hatten wir da nicht, aber Rentiere. Ich kann mich auch noch gut an den Wegweiser an der finnischen Tankstelle erinnern: „Murmansk 330 km“. Die Gegend ist schon sehr entlegen. Im Winter ist das aber sicher auch sehr interessant.
    Ich wünsche Dir noch eine gute Fahrt und gutes Durchkommen. Immerhin musst Du alleine fahren!

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    • Katja Seidel sagte:

      Hi,
      wow, 9000 km in 3 Wochen ist ja ne Hausnummer! Ist bei mir ja zum Glück etwas entspannter („nur“ 4.000 km in 3 Wochen), daher ist das allein fahren gar nicht so schlimm.
      Die Mitternachtssonne dort oben würde mich auch mal sehr reizen – mal schauen ob das auch mal klappt irgendwann! Aber jetzt genieße ich erstmal den Schnee, die Kälte und die wunderschönen Eindrücke hier oben! Bin jetzt schon wieder in Tromsö, aber auch hier liegt im Umland schon ganz gut Schnee 🙂
      LG, Katja

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  4. Martin Goetzke sagte:

    Hej Katja,

    ich freue mich für dich und die schönen Momente, die du am Nordkap hattest. Ja, es stimmt, wenn es etwas ruhiger ist, sind die meisten Menschen in Norge zum Plausch aufgelegt und man erfährt eine Menge. Herrlich für dich, dass das du das Nordkap ja fast ganz für dich allein hattest. Dieses Glück hatten wir nicht. Wir waren so um die 50 Menschen auf dem Plateau und das fand ich schon genug. Das Ziel ist ja inzwischen zu einem Touristenziel erster Güte ausgestaltet worden. Die regelmäßig, ja täglich ankommenden Hurtigrutengäste sind da in der Saison wohl nur ein kleiner Teil aller Besucher. Ich habe schon Bilder gesehen, auf denen der Parkplatz voll war.

    Als ich oben „an der Kante“ stand (geht ja wg. des Zaunes nicht wirklich), hatte ich auch erst mal so das gute Gefühl „Jetzt bin ich hier!!“. Und dann kamen doch noch die Fragen aus dem Hinterkopf; Ja toll, und warum? Die nördlichste Stelle ist es nicht, die ist in der Nähe (und wesentlich unzugänglicher), darüber hinaus sieht man in Richtung Norden halt Meer, viel Meer und sonst ziemlich wenig. Was fühle ich jetzt eigentlich in dem Bewußtsein am Nordkap zu stehen? …. Es war tatsächlich nur die Befriedigung, nach einem langen Weg dort angekommen zu sein, wo ich hinwollte. Das sehr befriedigende und durchaus gute Gefühl kenne ich auch von anderen Zielen. Das AddOn blieb aber aus, dieses „Wow! Was hätt‘ ich nicht alles verpasst, wenn ich nicht hierher gekommen wär‘!

    Ich wünsche dir noch eine tolle Weiterreise. Wenn du Zeit hast, schau‘ mal in Tromsø vorbei. Da haben sie eine beheizte Fußgängerzone und wahnsinnig kultige Kneipen in denen man auch das phantastische Mack Øl bekommt. Auf alle Fälle mal probieren. Senja ist auch eine tolle Erfahrung. Wenn du Glück hast sind jetzt schon die Buckelwale vor der Insel und jagen (es ist ein wenig früh dafür). Von Hamn i Senja werden Touren angeboten, wenn sie da sind. Das Hotel hat auch ein paar WoMo Stellplätze.

    Eine Frage noch: In einem Kommentar habe ich gelesen, dass du ein „Höhenkit“ ins Fahrzeug eingebaut hast (falls ich es richtig verstanden habe). Was ist das genau, woraus besteht es und warum hast du es eingebaut?

    Viel Spaß noch und bis demnächst hier in deinem Blog.

    Martin

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Martin,
      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Du beschreibst das wirklich gut – so ähnlich ging es mir auch. Im Winter bzw. bei den winterlichen Bedingungen bei mir kam halt noch dazu, dass ich froh und ein bisschen stolz auf den Nugget war, dass ich es bis dahin ohne Zwischenfälle geschafft hab.
      In Tromsø bin ich aktuell bzw. auf dem Campingplatz in der Nähe. Werde morgen mal über die Brücke in die Stadt laufen. Senja steht aber tatsächlich als Nächstes auf dem Plan – daher danke für den Tipp mit den Waltouren. Am WE hab ich von einem Local hier erfahren, dass wohl vor 2 Wochen oder so schon Wale am Grotfjord gesichtet wurden. Also vielleicht hab ich ja Glück – die fehlen mir noch auf meiner Liste 😉
      Zum Höhenkit: Dieses ist für die Dieselheizung, um sie in mehr als 1.500 m Höhe noch problemlos betreiben zu können. Ohne Höhenkit stimmt das Diesel-Sauerstoff-Gemisch nicht und kann zu Verrußungen und im schlimmsten Fall zum Ausfall/Defekt der Standheizung führen. Das wollte ich nicht riskieren, da ich ja durchaus auch mal im Winter in die Berge möchte…

      Bis demnächst und LG,
      Katja

      Antworten
      • Martin Goetzke sagte:

        Hej Katja,

        wir waren in der Eismeerkathedrale mit einer kleinen Gruppe von Fotobegeisterten. Dabei sind ein paar wirklich aussergewöhnliche Bilder entstanden, leider jedoch nicht von mir. Wenn ich noch einmal nach Tromsø komme, dann mit Sicherheit auch, um in der Kirche und an der Kirche zu fotografieren. Vielleicht wird’s ja noch was.

        Auf welchem Campingplatz stehst du gerade und ist der OK fuer dich?

        Hjertelig hilsen
        Martin

        Antworten
        • Katja Seidel sagte:

          Hallo Martin,
          ich war auf dem Tromso Lodge & Camping und der war wirklich gut. Sogar ne Sauna gabs da, die nach einer etwas durchgefrorenen Polarlichtnacht herrlich war! Ist mit knapp 33 € noch bezahlbar, aber jetzt bin ich auch wieder froh, freizustehen!
          LG, Katja

          Antworten
  5. Arne sagte:

    Hallo Katja,

    ich war diesen September bis Mitte Oktober in Nordnorwegen, unter anderem am Nordkap. Da hatte ich zwar leider noch keinen Schnee, dafür aber einen wundervollen Sonnenuntergang und Polarlichter 😀
    Leider habe ich nicht das Geld um mit einem Auto zu verreisen, deshalb ging es für mich zelten und trempen. Es war die beste Reise die ich jemals in meinem Leben gemacht habe und wenn ich mir jetzt die Bilder anschaue frage ich mich, was ich eigentlich hier zuhause mache…
    Eigentlich wollte ich noch bis Anfang Dezember in Skandinavien bleiben, aber nach 7 Wochen allein und stetig sinkenden Temperaturen (in einer Nacht waren -11°C) trieb es mich irgendwann wieder zurück…
    Ich werde auf jeden Fall wiederkommen, mit Auto oder ohne, aber auf jeden Fall mit einer besseren Kamera. Ich hatte nur eine kleine Knipse von meinen Eltern mit, die Nordlichter konnte ich z.B. mit meinem Handy besser fotografieren als mit der Kamera 😀

    Ich wünsche dir noch ganz viel Spaß, genieß es…
    Neidische Grüße aus Dresden 🙂

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Arne,
      wow, Respekt, Trampen und Zelten würde ich mich nicht trauen. Aber ich glaube dir gern, dass es eine tolle Zeit war! Dann wünsch ich dir schonmal fürs nächste Mal viel Spaß und Erfolg!! Auf das die Polarlichter wieder für dich tanzen mögen!!
      LG, Katja

      Antworten

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