Was ist der größte Alptraum auf einer Winterreise mit dem Camper in Nord-Skandinavien? Richtig, der Ausfall der Standheizung! Genau das ist mir leider 185 km vor dem Nordkapp passiert. Wie ich mich bei -20°C ohne Standheizung durchgeschlagen habe und ob es noch eine Rettung für meine Polarlichtjagd gibt, erfährst Du in diesem ersten Teil des Blogs…

Solch tolle Erlebnisse wie hier in Finnland hielt meine Reise schon für mich bereit. Sollte es das jetzt schon gewesen sein?!

Knapp drei Wochen habe ich nun schon auf meiner Polarlichtreise verbracht. Schweden und Finnland hatte ich nach einigen tollen Polarlichtnächten hinter mir gelassen und zielsicher am 12.02. nach der norwegischen Grenze eine Circle K Tankstelle in Karasjok angesteuert. Und siehe da, der Diesel war dort mit 1,80 € günstiger als in Finnland und Schweden! Aber das nur am Rande…

Das Drama beginnt

Wie immer zum Tanken habe ich meine Standheizung ausgestellt, um sie gleich danach wieder anzuschalten – denn draußen waren es mittlerweile -24°C! Aber was ist das, warum ist sie gleich danach wieder ausgegangen? Und was hat das blinkende Warndreieck im Display des Nuggets zu sagen? Die Heizung hat offenbar ein Problem!

Dieser unspezifische Fehler wurde im Nugget-Bedienpanel gemeldet, nachdem die Heizung nach dem Tanken nicht mehr angehen wollte.

Außer einem durchgestrichenen Heizungssymbol verriet das Bedienpanel mir aber nichts über die Ursache. Verdammt, das kann doch nicht wahr sein! In meiner Not – es war Samstagmittag – habe ich meine Werkstatt in Deutschland angerufen. Timo Stücken von Stücken & Dopp in Steinfurt ging tatsächlich ans Telefon und riet mir, das ganze System mal stromfrei zu machen (über den Hauptschalter unter der Küche). Der Fehler trat leider weiterhin auf. Sein Plan B war, es einfach immer wieder zu versuchen, was schließlich auch nach dem dritten oder vierten Versuch klappte. Heizung lief erstmal wieder, puh! Aber was war das? Ein Fehler wurde nicht angezeigt. Vielleicht nur Luft gezogen, oder vorher grenzwertig wenig Diesel im Tank gewesen für die Heizung… Na, mal abwarten.

Lange musste ich auch nicht warten, denn schon am nächsten Morgen (13.02.) ging das Drama weiter. Nach einer Nacht mit guten -15°C Außentemperatur an der norwegischen Küste bei Lakselv wachte ich plötzlich um 5:30 Uhr auf. Warum weiß ich nicht genau – irgendwas war anders. Im Nachhinein vermute ich, dass der Heizungslüfter etwas lauter wurde, denn ich dachte erst im Halbschlaf, dass hinter mir ein Auto mit laufendem Motor auf dem Parkplatz steht – da war aber niemand.

Nach einem letzten Aufbäumen um kurz nach 5 Uhr sank die Temperatur kontinuierlich von 18 auf 13°C, bis die Heizung kurz nach 8 Uhr plötzlich ganz ausging.

In den nächsten 3 Stunden sank die Temperatur im Auto dann um ca. 5 Grad, was schon komisch war. Kurz nach 8 Uhr wurde es dann mit einem Mal still im Auto. Schei… Ich aus dem Bett gesprungen und aufs Bedienpanel geschaut. Wieder der gleiche Fehler. Die Heizung hatte sich abgeschaltet. Etwas panisch versuchte ich sie wieder anzustellen, was auch gleich beim ersten Versuch klappte. So ganz gesund klang der Lüfter allerdings nicht. Und so richtig warm wurde es auch nicht, trotz eingestellter 25°C, was normalerweise eine Sauna im Nugget erzeugen würde! Was ebenfalls komisch war: ich hatte seit der Ankunft am Nachmittag ganze 50% (also 100 Ah) meiner Batteriekapazität verbraucht. Normalerweise wache ich – trotz Arbeit am Laptop – morgens bei ca. 75% auf. Irgendwas stimmte hier also ganz und gar nicht.

185 km wären es noch bis zum Nordkapp gewesen. Das meinte die Heizung doch jetzt nicht ernst, oder?! Ans Nordkapp war jetzt erstmal für mich nicht mehr zu denken – sondern in meinem Kopf trat direkt Plan B im Falle eines Heizungsausfalls auf den Plan: einen Campingplatz mit Strom ansteuern, um über den Heizlüfter weiterheizen zu können! Da die Auswahl an geöffneten Plätzen im Winter nicht so groß ist, sollte Alta mein Ziel sein. 170 km bzw. 2,5 Stunden sollten zu schaffen sein! Aber auch diese Strecke hielt einige Überraschungen für mich bereit. Bis nach Olderfjord, wo es rechts zum Nordkapp abgegangen wäre, war alles prima – Sonnenschein, blauer Himmel, super Straßen! Kurz danach änderte sich das schlagartig. Vor mir sah ich schon dunklen Himmel und schlechte Sicht auf mich zukommen. Und die nächsten 60 Minuten auf der E6 sollten es dann auch in sich haben. Teilweise herrschte eine Sicht von schätzungsweise 20-30 Metern, es wehte Schnee über die Straße, ab und an gab es fiese Schneewehen auf der Straße und wenn von vorn mal ein Auto oder gar LKW kam, fuhr ich durch den aufgewirbelten Schnee erstmal für ein paar Sekunden im völligen Blindflug. Heftig, aber mit solchen plötzlichen Änderungen muss man immer rechnen, das hatte ich schon bei meiner letzten Fahrt ans Nordkapp gemerkt – gerade, wenn man wie hier über solche ausgesetzten Hochebenen fährt. Glücklicherweise kam von oben an diesem Tag nicht noch massig Schnee gefallen!

Eine Fahrt ins Nichts… der Unterschied zwischen Himmel und Erde ist nahezu nicht mehr zu erkennen. Die Sichtweite wechselt ständig. Da kann man nur hoffen, dass nicht plötzlich wirklich ein Elch auf der Straße steht, oder man von einer Windböe von der Straße geweht wird! Mit 70-80 km/h kämpfte ich mich über diese Hochebene…

Leicht durchgeschwitzt aber heile bin ich dann irgendwann auf dem Campingplatz angekommen und habe mich vorsichtshalber an den Landstrom gehangen. Die Heizung lief nach wie vor und wärmte auch wieder richtig. Getraut habe ich dem Frieden aber noch nicht wirklich. Aber, auch am Montagmorgen (14.02.) lief sie noch ohne Probleme, trotz -21°C in der Nacht. Tagsüber machte der Lüfter plötzlich wieder sehr gequälte Geräusche, lief aber weiter. Als sie am nächsten Morgen (15.02.) immer noch lief, wieder bei ca. -20°C, schöpfte ich langsam wieder Hoffnung, dass es doch kein großes Problem sein würde. Bis der Lüfter dann gegen 6 Uhr offenbar „auf dem letzten Loch“ pfiff – da habe ich die Heizung dann ausgeschaltet und bin auf Plan B, meinen Heizlüfter, umgestiegen. Denn am Mittag war eine kleine Bastelaktion geplant, die die Ursache und idealerweise sogar die Lösung des Problems hervorbringen sollte…

Wenn der Grund meines Besuchs nicht so traurig wäre, könnte man fast schon von Idylle sprechen…

Die Fehlersuche

So sah Silvios Standheizungslüfter nach 4 Jahren Nutzung aus. Meine Hoffnung war, dass es bei mir ebenfalls die Ursache der Probleme war. (Foto: Silvio von Spontvan)

Denn, seitdem die Heizung am Sonntagmorgen von selbst ausging, habe ich einige Telefonate geführt, diverse Foren gewälzt und über meine Hilferuf-Posts in zwei Facebook-Nugget-Gruppen zahlreiche Tipps bekommen. Neben der Vermutung, dass es etwas mit der Kälte und flockendem Diesel zu tun hat, gab es natürlich auch die Vermutung, dass der Lüfter ein Problem hat. Eine für mich sehr schlüssige Erklärung hat mir Silvio geliefert, der seit mehreren Jahren mit seinem Camper in Skandinavien unterwegs ist (folg ihm gern auf Instagram!) und mir schon von meiner Reise 2019 aus der Schweiz bekannt war. Er hatte nämlich gerade vor ein paar Wochen ein sehr ähnliches Problem, was am Ende auf einen stark verschmutzten Lüfter zurückzuführen war. Da bei ihm offenbar viel Staub und Haare durch die Innenluftansaugung in die Heizung gesaugt wurden, hat dieser Dreck den Lüfter fast komplett zugesetzt. Als ich Bilder davon gesehen habe, war ich einerseits entsetzt, andererseits aber hoffnungsvoll, dass es bei mir eine ähnliche Ursache gibt, und der Lüfter wegen des vielen Drecks so gequält klingt. Nachdem ich mir meine Frischluftansaugung angeschaut habe, habe ich auch schon das Schlimmste vermutet. Diese sitzt bei mir nämlich (anders als bei neueren Nuggets) noch hinter der Schiebetür, in dieser Schmutzfängerrille unter der Stufe. Ein Blick auf das staubige Loch verhieß nichts Gutes!

Ein Blick auf die – mir bis dahin unbekannte – Frischluftansaugung hinter der Schiebetür verhieß nichts Gutes für den Verschmutzungsgrad meines Lüfters.

Auch ein Telefonat mit einem sehr hilfsbereiten Eberspächer Mitarbeiter legte nahe, dass es im besten Fall nur ein verdreckter Lüfter ist, im schlechteren Fall allerdings ein defekter Gebläsemotor. Die prophylaktische Anfrage von Timo Stücken bei Westfalia hinsichtlich der Verfügbarkeit dieses Motors fiel leider schlecht aus – solch ein Teil ist leider nicht auf Lager und muss bestellt werden. Und was das in der heutigen Zeit bedeutet, kann man sich ausrechnen…

Aber gut, nach vielen aufmunternden Telefonaten (danke an alle dafür!!) war ich nach wie vor guten Mutes, dass es wirklich nur Schmutz ist. Und das wollten wir am Dienstag herausfinden… Wir? Nun, Silvio hatte noch einen weiteren guten Tipp: Auf seiner Reise hatte er Uli kennengelernt, der ebenfalls in seinem Van in Norwegen lebt. Er stand auch gerade auf dem Campingplatz in Alta, auf dem ich gelandet war. So saßen wir noch am Sonntagabend lang zusammen und Uli hatte einen tollen Vorschlag: Er hat angeboten, dass wir am Dienstagmittag (Montag musste er arbeiten) zusammen nach Talvik fahren und dort in einer Waschhalle mal die Heizung „auseinandernehmen“ – um uns zumindest mal den Lüfter anzuschauen. Werkzeug hätte er dabei, auch einen Staubsauger und Kompressor zum Säubern, und schließlich auch eine Menge Bastelerfahrung. Wie geil?! Das war nun also mein Hoffnungsschimmer – wir bauen die Heizung ab, finden eine meterdicke Staubschicht auf dem Lüfter, reinigen alles und es läuft wieder…

Die kleine Waschhalle sollte unsere Werkstatt für diesen Tag werden – hat wirklich gut geklappt, auch wenn der hohe Nugget nur knapp durchs Tor gepasst hat.

Der erste Schritt lief noch nach Plan – obwohl schon das Abbauen des Blechs unter der Heizung (unterhalb der Schiebetür) zum Abenteuer wurde. Die sieben Schrauben, die das Blech hielten, hatten tatsächlich 4 verschiedene Größen (10er, 13er, 16er und 17er) – da hat sich jemand richtig ausgetobt!

Unter diesem Blech sitzt die Standheizung beim Nugget. Sieben Schrauben halten das Blech am Fahrzeugboden fest. Ohne Hebebühne habe ich gerade so unter den Kasten gepasst um ihn abzuschrauben!

Nachdem wir dann noch einige Schlauchschellen und einen Kabelbinder gelöst hatten, konnten wir den Lüfter sehen. Und was soll ich sagen, die Enttäuschung war groß – das Ding war quasi sauber! Ein bisschen Staub und 2-3 Haare konnten nicht für diese Probleme gesorgt haben! Kein Vergleich zu Silvios Lüfter. Verdammt! Auch unter der schwarzen Plastikhaube der Heizung war kein außergewöhnlicher Staub zu finden. Trotzdem haben wir natürlich alles abgesaugt, saubergeblasen und schließlich wieder erfolgreich zusammengebaut. Ein testweiser Start der Heizung lief zunächst gut, allerdings ging sie nach 10 Minuten wieder aus. Ein zweiter Versuch endete leider genauso. Nun waren auch im Fehlerspeicher die spezifischen Fehler 31 und 33 zu sehen, die eindeutig auf einen Defekt des Brennermotors hindeuteten. Fest stand jedenfalls: Die Heizung läuft nicht mehr, und wird sich von selbst auch nicht mehr erholen.

Aber dennoch, der Tag „unterm Nugget“ hat mir trotz allem irgendwie Spaß gemacht. Es ist ja auch durchaus interessant zu sehen, wie das eigene Heim auf Rädern so aufgebaut ist. Nur die Umstände waren jetzt halt etwas ungünstig. Trotzdem bin ich Uli unheimlich dankbar für seine tolle Hilfe, sich mit mir in der Kälte unters Auto zu legen, mich zu bekochen, mich mit Informationen zu versorgen, mit mir einzukaufen (weiteren Heizlüfter, Wasserkanister, etc.), mir Mut zuzusprechen und mir sogar anzubieten, mich auf einer möglichen Rückfahrt ein ganzes Stück zu begleiten, falls unterwegs etwas passieren sollte. Einfach großartig, dass es solche Menschen noch gibt!!! Das rührt mich wirklich zu Tränen!

So sah die Heizung und der Lüfter hinter der schwarzen Abdeckung aus. Für fast 4 Jahren intensive Nutzung eigentlich noch ganz vernünftig.

Begeistert war ich auch von Eberspächer bzw. dem Mitarbeiter, den ich nach unseren gewonnenen Erkenntnissen noch einmal um Rat fragen durfte. In einem längeren Telefonat erklärte er mir, dass solche Heizungen für etwa 3.000 Betriebsstunden ausgelegt sind, in den meisten Fällen aber deutlich länger laufen. Das klingt erstmal viel, ist es aber bei genauerer Betrachtung nicht wirklich. Umgerechnet bedeutet dies gerade einmal 125 Tage (4 Monate) durchheizen, wovon ich 70 schon allein auf meiner letzten Winterreise nach Skandinavien „verbrannt“ hatte. Rechnet man mein restliches Nahezu-Vollzeit-Leben im Nugget dazu, komme ich hier grob überschlagen sicher schon auf 7.000 – 10.000 Betriebsstunden. Er „beglückwünschte“ mich daher, dass sie überhaupt so lange lief. Dies legt allerdings auch nahe, dass es keinen Sinn macht, einzelne Teile zu tauschen, um ein paar Wochen oder Monate später das nächste Problem zu haben. Er empfahl mir, die kaputte Heizung durch ein identisches Modell zu ersetzen, da hierbei keine neuen Kabel gezogen werden müssten und das bisherige Bedienteil weiter verwendet werden könnte. Klang einleuchtend…

Ich fragte ihn aber auch, ob das Problem etwas mit der Kälte hier oben zu tun haben kann. Das glaube er nicht, da solch ein Brennermotor schlichtweg ein Verschleißteil ist und nun leider ausgerechnet im ungünstigsten Moment den Geist aufgegeben hat. Getestet werden diese Heizungen wohl bei weit geringeren Minustemperaturen, als ich sie auf der Reise bisher hatte. Insgesamt muss ich aber sagen: Vielen Dank an Eberspächer bzw. diesen kompetenten Mitarbeiter, dass er so schnell reagiert und mich mit wichtigen Informationen versorgt hat! Leider kamen einige Informationen für mich etwas zu spät, sonst wäre ich sicher nicht mit dieser Heizung auf solch eine Reise gestartet!

Von „zu Tode betrübt“ zu „himmelhoch jauchzend“

Aber trotz aller Hilfe stand es ja nun mal nicht gut um meine Heizung. Schon vor der Abfahrt hatte ich mir gesagt: Wenn die Heizung ausfällt, kannst du die Reise abbrechen! Und so sah ich das leider immer noch. Denn was wäre die Alternative: Sich mit entleerten Wassertanks und einem halb eingefrorenen Nugget von Campingplatz zu Campingplatz zu schleppen, um dort per Strom einen Heizlüfter zu betreiben? Das macht keinen Spaß! Und das bewahrheitete sich auch gleich in der ersten Nacht ohne Standheizung, als die Temperaturen auf -20°C heruntergingen. Mein 1.800 W Heizlüfter (Ecomat 2000) schaffte es bei diesen Außentemperaturen irgendwann nur noch, in der Küche und im Bett eine Temperatur von +10°C zu erreichen (immerhin 30 Grad Unterschied!) und das Wasser im Tank gerade so vor dem Einfrieren zu bewahren – vieles im Nugget, insbesondere in den Schränken, war aber schon eingefroren, inkl. meinem Klo. Die nächste Nacht bei „nur“ noch -15°C war dann schon etwas angenehmer. Und auch am Tisch kann ich dank eines zweiten Heizlüfters jetzt wieder sitzen und arbeiten… Aber die Abhängigkeit vom Landstrom macht das Reisen halt einfach sehr unentspannt!

Diese zwei Schätzchen sind derzeit meine Retter – der Ecomat 2000 läuft in der Küche und der rechte, norwegische Lüfter an meinem Arbeitsplatz. Das bringt – zumindest bei moderaten Außentemperaturen von -10 bis -15°C angenehme – Wärme in den Nugget.

Im Kopf entstand also schon ein Plan, wie ich am besten und schnellsten gen Heimat komme. Das wäre zwar ein ganz schöner Ritt aus ca. vier 7-8-stündigen Tagesetappen, aber lieber so als sich wochenlang mit der kaputten Heizung durch Nordnorwegen zu zittern. Traurig (und zugleich etwas wütend – dazu im nächsten Blog mehr) war ich aber natürlich trotzdem. Nun hatte ich es schon so weit geschafft, und würde einfach so umkehren müssen?

Da habe ich meinen Nugget gerade noch so lieb umarmt und ihm das schöne Polarlicht gezeigt, und ein paar Stunden später meint er, mir keine Wärme mehr spenden zu wollen… schon etwas undankbar, oder?

Aber es gab auch noch weiterhin Hoffnung. Zum Einen bot mir Silvio an, eine China-Standheizung einzubauen, die er seit seinen Heizungsproblemen mit sich herumfährt. Ich war ihm natürlich unheimlich dankbar für dieses Angebot, aber gleichzeitig war mir auch nicht so ganz wohl dabei – würde das überhaupt funktionieren? Welche (neuen) Probleme bringt eine komplett andere Heizung dann zukünftig? Und und und… Da bin ich dann halt schon ein Schisser.

Die Rettung!

Zum Anderen war da aber ja noch Timo Stücken, mit dem ich weiterhin in engem Kontakt stand. Er und sein tolles Team in Steinfurt hatten ja bereits mein Elektro-Upgrade durchgeführt – und er hatte versprochen, bei Problemen auf meiner Reise alle Hebel in Bewegung zu setzen, um mir zu helfen. Und das tat er jetzt auch, mit einem für mich unfassbaren Erfolg: Am Dienstagabend (15.02.), als klar war, was genau das Problem war, stellte er noch eine Anfrage bei Westfalia, ob eine komplette Heizung zum Austausch auf Lager wäre. Keine 24 Stunden später rief er mich an „Die Heizung ist auf Lager! Und kann kurzfristig verschickt werden!“ Whaaaaat? Wie geil ist das denn?? Wie sich herausstellte, war „kurzfristig“ in diesem Fall sogar wörtlich zu nehmen – Westfalia hat das Paket noch am selben Tag per Express nach Steinfurt geschickt, wo es am Donnerstagmorgen ankam! Ich war völlig baff – und so etwas in der heutigen Zeit, wo man eine Horrorstory nach der anderen über Camper, Hersteller und Ersatzteile hört!! Danke Westfalia, das war ganz großes Kino!

Timo Stücken hatte mir versprochen, bei Problemen auf meiner Reise alle Hebel in Bewegung zu setzen! Dieses Versprechen hat er nun mehr als eingelöst!!! Danke Timo!

Mein Riesendank geht daher natürlich auch an Timo Stücken, der wirklich das scheinbar Unmögliche geschafft hat und innerhalb kürzester Zeit einen Ersatz organisiert hat – das ist wirklich alles andere als „Standard“! Die Heizung ist in diesem Moment, in dem ich das schreibe, per DHL Express (Kosten: 112,68 €) auf dem Weg nach Finnland. Das bedeutet zwar von Norwegen für mich nochmal einen gewissen Ritt von knapp 3 Stunden pro Richtung, aber nach Erfahrung von Uli ist ein Versand nach Finnland (EU) sehr viel unkomplizierter, günstiger und schneller als nach Norwegen (nicht EU, sondern nur EWR). Das spart nicht nur viel Arbeit und Papierkram (Zollinhaltserklärung, Handelsrechnung sowie Ausfuhranmeldung weil der Warenwert 1.000 € übersteigt), sondern auch hohe Zollgebühren und Einfuhrsteuern (nach meiner Berechnung hätten die Einfuhrkosten bei knapp 300 € gelegen)! Daher, auch lieben Dank an Uli für diesen guten Tipp! Das ganze wird nun an ein Post Office in Finnland geschickt, wo es postlagernd für 4 Wochen aufbewahrt wird – sehr praktisch!

Nun bleibt abzuwarten, ob der Versand reibungslos funktioniert und natürlich auch der Einbau glatt geht. Denn beim Versand gibt es gleich die nächste Herausforderung: aktuell haben die Flieger wohl auf Grund des Sturms / Orkans größtenteils Startverbot in Deutschland. Vermutlich deshalb sagt die Sendungsverfolgung aktuell noch: voraussichtliches Lieferdatum: 22.02. Na schauen wir mal, ob der Flieger mit meiner Heizung eine Sturmpause erwischt und doch noch bis morgen hier landen kann. DHL ExpressEasy Internation spricht nämlich innerhalb der EU von einer „Zustellung von Warensendungen in der Regel am nächsten Werktag“. Werkstätten für den Einbau habe ich wie es aussieht auch schon mehrere an der Hand. Sobald ich weiß, wann genau die Heizung eintrifft, wird hier ein Termin vereinbart. Zur Not bauen Uli und ich die Heizung wieder in der Waschhalle ein 🙂

Wie die ganze Geschichte ausgeht, berichte ich dann in Teil 2 des Blogs… Ich bin ja selbst gespannt! Parallel seht ihr das Drama bald auch in bewegter Form in meinen Videos, die ich die nächsten Tage hoffentlich noch schneiden kann und dann auch hier verlinken werde.

Einfach nur WOW!

Auch wenn diese Story fast schon gescriptet klingt: Solche Geschichten schreibt halt manchmal das Leben! Aber egal wie die ganze Sache nun ausgeht, mindestens einen wirklich guten Aspekt hatte das Ganze: Ich durfte eine unglaubliche Hilfsbereitschaft von so vielen lieben Menschen erleben! Seien es die Menschen hier vor Ort, die mir einen Unterschlupf bei sich oder Hilfe angeboten haben, die Menschen bei Facebook, die mir wertvolle Informationen geliefert haben, die Hersteller wie Eberspächer und Westfalia, die mehr als vorbildlich reagiert haben und natürlich meine Werkstatt „Stücken & Dopp“ bzw. Timo Stücken, der für den hoffentlich rettenden Ersatz gesorgt hat. Und last but not least auch alle da draußen, die mich mit aufmunternden Nachrichten, Kommentaren oder Spenden in meine Dieselkasse (jetzt vielleicht eher DieselHEIZUNGSkasse? ;-)) unterstützt haben – einfach großartig!! Das lässt mich wieder an das Gute im Menschen glauben und zeigt, dass Social Media und die darüber geknüpften Kontakte manchmal zum Retter in der Not werden können! Einfach nur Wow, wie alles hier ineinandergegriffen hat!!! Danke!!! Auf dass die Reise bald weitergehen kann…

19 Kommentare
  1. Astrid Boermann sagte:

    So eine Geschichte kann man gar nicht erfinden! Das ist so krass! Ich bin begeistert von den vielen Menschen, die dir helfen! Es ist einfach schön zu lesen, dass es immer wieder Menschen gibt, die so unbürokratisch helfen! Riesen Respekt!
    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass der Einbau klappt und vor allem das Paket so schnell als möglich ankommt und du bald wieder die Nordlichter und das winterliche Norwegen genießen kannst! Ich denke an dich und drücke dir alle Daumen!!!!!!!

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    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Astrid,
      gell, schon krass? Und ja, die Hilfsbereitschaft macht mich echt total sprachlos… Dass das alles so klappt, auch mit der Ersatzlieferung, hätte ich nie im Leben gedacht, in der heutigen Zeit! Aber wie es aussieht kommt die Heizung am Montag oder Dienstag hier an – in Finnland ist sie schonmal!
      LG und danke fürs Daumendrücken!
      Katja

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  2. Harold Rebohm sagte:

    Ich bin schwer beeindruckt, wie pragmatisch und strukturiert Du Probleme angehst und löst! Logik, Kenntnisse, Vertrauen und Networking, mehr geht nicht. Ich wünsche Dir dazu auch noch das nötige Quäntchen Glück und bin weiter sehr gespannt auf deine Berichte und Videos. Alles Gute, und ich warte schon mit Spannung auf ein neues Buch von Dir.
    VG

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    • Katja Seidel sagte:

      Hehe, danke! Aber ohne die ganze Hilfe hier und aus Deutschland wäre ich wohl aufgeschmissen gewesen. Da war denke ich auch viel Glück (oder Schicksal?) dabei… Aber ich bin sehr optimistisch, dass es nächste Woche mit der Reise weitergehen kann! An neuen Büchern arbeite ich schon 🙂
      LG, Katja

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  3. Mario sagte:

    Katja, viele Grüße aus dem Orkan. Wobei es etwas abgenommen hat.
    Was für eine Geschichte! Wir drücken dir die Daumen, dass die Lieferung, Abholung und Umbau reibungslos klappt.
    Gespannt auf weiteres,
    Mario

    Antworten
  4. Simone sagte:

    Mensch Katja, was für eine unglaubliche Story! Ich hatte Deinen Post am Samstag gesehen und kurze Zeit später nicht mehr gefunden. Dachte schon, das Problem habe sich von selbst gelöst. Ich drücke Dir fest die Daumen, dass die Heizung trotz Sturm schnell ankommt und noch schneller ausgetauscht ist. Vielleicht solltest Du lieber wärmere Gefilde ansteuern, die letzte Skandinavienreise hatte ja auch eine böse Überraschung in der Hinterhand 😉
    Ich wünsche Dir eine baldige und dann reibungslose Weiterfahrt! Und ich bin gespannt auf Deine interessanten Dokumentationen aller Art 🙂
    Liebe Grüße – Simone

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    • Katja Seidel sagte:

      Ja, ich kann das alles auch noch nicht so recht realisieren. Aber leider war das kein sich-selbst-lösendes Problem. Aber trotzdem konnte ja in Rekordzeit eine Lösung gefunden werden, was echt der Hammer ist! In Finnland ist das Paket nun schon, Montag oder spätestens Dienstag sollte es dann hier oben sein.
      Tja, irgendwie bin ich hier oben ein bisschen vom Pech verfolgt. Ironischerweise hatten ja beide Probleme nix mit der Kälte hier oben zu tun. Naja, ich bin mal optimistisch, dass der Rest der Reise glatt geht. Videos gibts auch bald wieder.
      LG, Katja

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  5. Geoluchs sagte:

    Hallo Katja, Sie froh, dass dir das geschehen ist, eine so schöne Geschichte draus geworden. Was wäre die Reise ohne diese Panne,… Insgesamt schon traurig dass diese Heizung so schnell der Geist aufgibt. Langfristig sollte man da an was anderes denken. René auf seiner drauzzen.de hat eine Ural eingebaut, gute russische Qualität. Er schein auch mit drei Hymermodellen am Polarkreis unterwegs zu sein.

    Heizung: https://drauzzen.de/dieselheizung-autoterm-air-hymer-ml-t-580/
    https://drauzzen.de/reisevorbereitungen-probleme-frischwassertank-hymer-mlt/

    Grüße aus Engensen
    Geoluchs

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    • Katja Seidel sagte:

      Ja, für die Spannung der Reiseberichte ist diese „Geschichte“ sicher nicht schlecht. Ich hätte trotzdem drauf verzichten können 😉 „Schnell“ ist natürlich relativ – ich hab sie immerhin nun den 4. Winter in Dauernutzung, da ich ja quasi im Nugget lebe. Die hat ihr Geld denke ich schon verdient. Aber danke für die Links, das schau ich mir mal an!
      LG, Katja

      Antworten
  6. Birgit sagte:

    Man könnte fast meinen, dein Nugget und Nordskandinavien werden keine Freunde! Spaß beiseite…

    Ist schon mega ärgerlich, die Geschichte. Umso schöner ist es, dass dir so viele liebe Menschen in der Situation beiseite stehen und dir helfen! Hut ab!

    Jetzt drücke ich dir ganz dolle die Daumen, dass die neue Heizung rasch kommt (werde bei meinen Kollegen mal Dampf machen 😉) und du deine Reise wieder geniessen kannst. Kopf hoch, du bist stark und du schaffst das! Alles wird gut …

    Ganz liebe Grüße Birgit

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Birgit,
      ja, so gesehen könnte man das denken 🙂 Das Ironische daran ist, dass beide Pannen (das abgesoffene Steuergerät letztes Mal und die Heizung dieses Mal) nichts mit der Kälte hier oben zu tun hatten – nur zufällig gerade auf dieser Reise passiert sind. Ich hab den Nugget trotzdem weiter lieb! Und ich bin absolut sprachlos, was mir gerade alles an Hilfsbereitschaft entgegengebracht wird – der Wahnsinn!
      Die Heizung ist ja jetzt schon in Finnland angekommen, muss aber noch hier hoch. Montag oder spätestens Dienstag kann ich sie abholen. Sollte also bald weitergehen hoffe ich.
      Liebe Grüße zurück, Katja

      Antworten
  7. René sagte:

    Hallo Katja,
    mitfiebernd lese ich Deine “Geschichten “ hier im Blog.
    Dazu möchte ich folgendes bemerken:
    Als erstes finde ich ganz toll, wie Du Deine Probleme und Herausforderungen angehst. Dafür meine absolute Hochachtung.Des Weiteren ist es super, dass es noch so viele nette und hilfsbereite Menschen
    gibt. Wenn das der Spirit der “Nugget-Familie “ ist, freue ich mich schon auf den Moment, mit dem eigenen Nugget bald dazu zugehören.
    Abschließend drücke ich Dir die Daumen, daß alles zu einem guten Ende kommt und Du Deine Reise wie gewünscht weiterführen kannst.Auf Deine neuen Berichte freue ich mich sehr. Spannender kann man nicht schreiben.
    LG René

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo René,
      danke! Ja, aber ohne die ganze Hilfe hier und aus Deutschland wäre ich wohl nicht sehr weit gekommen. Daher ist das wirklich absolut großartig, was gerade passiert (auch wenn der Anlass natürlich nicht so toll ist)! Es ist ja nicht nur die „Nugget-Familie“ (auch wenn die wirklich ganz besonders ist), sondern die ganze Camper-Community und auch alle Nicht-Camper, die meine Reise verfolgen. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass dein Nugget bald kommt! Wann ist es denn soweit?
      LG, Katja

      Antworten
  8. Calimero62 camping sagte:

    Hallo Katja wegen der Standheizung habt ihr beim Ausbau der Heizung mal die glühkerze heraus geschraubt vielleicht ist die nur ausgeglüht, das hatte ich häufig am LKW wo auch eine luftheizung verbaut ist, vielleicht mal zu einer LKW Werkstatt fahren die können vielleicht helfen trotzdem eine schöne Zeit dort oben ☝️

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Danke für den Tipp. Nein, die Glühkerze haben wir nicht rausgeschraubt. Da aber sowohl das Geräusch des Lüftermotors als auch die Fehlermeldung im Service-Menü eindeutig auf einen defekten Brennermotor hindeutet, wird jetzt die gesamte Heizung getauscht. Die alte Heizung bring ich wieder mit nach Hause, vielleicht kann man die noch wieder „fitmachen“. Jetzt hatte für mich aber erstmal eine möglichst schnelle Lösung Priorität, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
      LG, Katja

      Antworten
  9. Gerhard sagte:

    Über die Nugget-FB-Gruppe auf deinen Block gekommen, verfolge ich das Drama, weil ich ebenfalls eine solche Heizung habe. Bei der Auswahl des gebrauchten Womos musste ich aufgrund der Marktsituation Abstriche machen, sonst hätte ich mir keines kaufen können. Dazu gehörte eben auch die zu schluckende Kröte der Standheizung, die sich manchmal etwas zickig aufführt. Beim Aufheizen schon sehr laut, beim Starten nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar und riechbar und hin und wieder hat sie auch keine Lust. Der Boschdienst als Platzhirsch vor Ort wollte für den Service der fast 10-jährigen Heizung über 600 Eus haben, was preislich in den Bereich von neuen Geräten kommt. Also wird als Trotzreaktion demnächst Selbsthilfe erfolgen. Mit Youtube-Videos und Teilen von Ebay werde ich versuchen, den Service selbst zu machen, anderenfalls heißt es Byebye Eberspächer und willkommen China! Wünsche dir noch einen schönen warmen Abend und Gruß aus HB!
    Gerhard

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Gerhard,
      ja, so ein Service kann schon echt happig sein. Ich wünsch dir viel Erfolg beim Selbstversuch. Berichte gern mal hier, wie es geklappt hat – oder ob du nun auch mit der Chinaheizung an Bord unterwegs bist.
      LG, Katja

      Antworten

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