Lithium & Co – Elektro-Upgrade für meinen Nugget

Wie Du vielleicht weißt, nutze ich meinen Nugget täglich als Büro – entweder in der Hofeinfahrt als Homeoffice, oder unterwegs als mobiles Office. Um beim autarken Reisen und Arbeiten unterwegs seine vielen Vorteile ausspielen zu können, sollte so ein Camper auch auf den Strombedarf seines Besitzers ausgelegt sein. In meinem Fall wird hier tatsächlich einiges benötigt, um ein kompromissloses Arbeiten und Leben im Nugget zu ermöglichen. Daher stand früher oder später ein Upgrade meines Elektro-Setups an, was ich nach 3,5 Jahren Nugget-Erfahrung nun angegangen bin. Dass das ganze Thema umfangreicher als zunächst gedacht war und ob ich schlussendlich glücklich bin mit der Lösung, erfährst Du in diesem ausführlichen Erfahrungsbericht.

Disclaimer: Bevor ich detailliert von meinem Elektro-Upgrade berichte, hier noch ein paar wichtige Hinweise vorweg. Solltest Du selbst über ein solches Upgrade auf eine Lithium-Batterie nachdenken und so wie ich nicht gerade Fachmann auf diesem Gebiet sein, lass Dich auf jeden Fall von einem solchen beraten und unterstützen! Bei unsachgemäßem Einbau kann Dir im schlimmsten Fall der ganze Camper abfackeln, was leider gar nicht so selten vorkommt. Ich habe mich bei der Firma Stücken & Dopp, die meinen Umbau gemacht haben, sehr gut aufgehoben gefühlt. Das Ganze wurde von Anfang an als „Referenzprojekt“ aufgesetzt, bei dem alle Beteiligten wichtige Erkenntnisse gewinnen konnten. Daher ist mir Timo Stücken beim Einbau preislich entgegengekommen und ich berichte – selbstverständlich ehrlich und davon unbeeinflusst – hier im Blog über meine Erfahrungen mit dem Upgrade. Im Zuge des Umbaus durfte ich außerdem ein neues Modell des BlueBattery Solar- und Batteriecomputers einbauen und testen, was mir Kai Scheffer von BlueBattery freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Und wie so oft: Der Blog ist mal wieder sehr lang geworden 🙂 Ich hoffe aber, dass ich Dir damit wichtige Informationen für Deine eigenen Umbaupläne an die Hand geben kann!

Die Ausgangssituation

So ein Nugget kommt ja im Standard schon gar nicht so schlecht daher: 2x 95 Ah AGM (Aufbau-)Batterien ermöglichen es einem, ohne Solar- oder Landstrom durchaus ein paar Tage autark irgendwo bleiben zu können, selbst wenn der Kühlschrank und die Standheizung dauerhaft laufen. Auch Licht und ab und zu Smartphone- und Tablet-Laden sind dabei drin. Man sollte jedoch darauf achten, die verfügbare Kapazität (190 Ah insgesamt) nur zu maximal 50% zu nutzen, um den Batterien nicht zu schaden.

So sieht es unter dem Nugget-Beifahrersitz im Standard aus. 2x 95 Ah AGM-Batterien für den Wohnraum sind für ein Campingfahrzeug schon gar nicht schlecht!

Das Aufladen ohne Landstrom ist jedoch im Standard bei neueren Fahrzeugen gar nicht so einfach. Die intelligente Lichtmaschine moderner Euro 5 und insbesondere Euro 6 Motoren verhindert nämlich, dass die Aufbaubatterien während der Fahrt voll geladen werden – meist ist hier bei 80% Schluss, und das auch erst nach längerer Fahrt. Folglich hat man daher nur ca. 50 Ah (zw. 50 und 80%) nutzbare Batteriekapazität, was eher weniger üppig ist.

Meine ersten Upgrades waren daher recht schnell nach dem Kauf des Nuggets:

  • Ein 110 – 120 Wp Solarpanel auf dem Dach, um während des Stehens Strom über die Sonneneinstrahlung generieren zu können.
  • Ein 30 A Ladebooster, um die Batterien während der Fahrt effizient und vor allem auch voll aufladen zu können.
  • Ein Solar- und Batteriecomputer (BlueBattery D1), um den Batterie-Ladestand und den Solarertrag im Blick zu haben.

Ein festes Solarpanel auf dem Dach versorgt den Nugget beim Freistehen bei entsprechendem Sonnenstand mit ordentlich Strom.

Dieser kleine blaue Kasten links im Bild („BlueBattery D1“) misst zuverlässig ein- und ausgehende Ströme und zeigt mir den Ladestand der Batterie und den Solarertrag per App an. Sogar eine Aufzeichnung ist verfügbar!

Das funktionierte soweit sehr gut und hat tatsächlich dafür gesorgt, dass ich während der ersten 6 Monate meiner Auszeit 2019 (zwischen April und September) mit dem Nugget nicht ein einziges Mal an den Landstrom musste, um meine Batterien zu laden. Und auch auf meiner 9-wöchigen Winterreise nach Nordnorwegen musste ich lediglich 2x auf externen Strom zurückgreifen, als ich ein paar Tage auf einem Campingplatz stand.

Dieses erste Upgrade kostete mich damals etwa 1.600 €, hat aber dafür gesorgt, dass ich bei meiner bisherigen Nutzung des Nuggets weitestgehend auf Landstrom verzichten konnte, obwohl der Kühlschrank beispielsweise permanent durchlief und ich regelmäßig am Laptop im Nugget gearbeitet habe. Ich war wirklich begeistert!

Der Wunsch nach mehr

Während ich in meiner Auszeit mal 5 oder 6 Stunden pro Tag am Laptop gearbeitet habe, wurde dies zurück im Job deutlich mehr. Und da der Laptop bei mir definitiv der größte Stromfresser im Van ist, machten sich täglich 10-12 Stunden (inkl. der Zeit, die ich abends noch für die Astrofotografie etc. vor dem Rechner verbracht habe) schon deutlich bemerkbar. So konnte ich realistisch gesehen meist nur 1 Tag und 1-2 Nächte an einem Ort verweilen, bevor ich entweder weiterfahren oder an den Landstrom musste. Daher spielte ich schon länger mit dem Gedanken, mir eine Lithium-Batterie (LiFePO4) einbauen zu lassen, von der man im Vergleich zur AGM-Batterie nahezu 100% der Kapazität nutzen konnte. Und je mehr ich das Arbeiten im Nugget lieben lernte (mehr zur Ausstattung meines mobilen Büros findest du hier im Blog), desto stärker wurde dieser Wunsch nach mehr Autarkie und Strom.

Ein Homeoffice-Arbeitsplatz im Nugget ist genial – solange man ausreichend Strom hat. Mein Setup war zwar schon recht optimiert und sparsam, aber so ein Laptop verbraucht nun mal recht viel Strom, so dass schnell der Wunsch nach mehr davon aufkam!

Im Sommer 2021 fasste ich also den Entschluss, dieses Projekt anzugehen…

… aber das war gar nicht so einfach. Durch den aktuellen Wohnmobil-Boom war es nämlich nahezu unmöglich, eine kompetente Werkstatt zu finden, die überhaupt noch Aufträge in absehbarer Zeit annimmt. Zudem ist der Nugget ja durchaus an manchen Stellen exotisch, so dass nicht alle Werkstätten hiermit Erfahrung haben. Nachdem ich in der Nähe meines Wohnorts leider nur Anbieter finden konnte, die augenscheinlich kein großes Interesse hatten, mein Elektro-Upgrade durchzuführen, erinnerte ich mich daran, dass ich schon viel Gutes über die Werkstatt des nuggetshop24.de gelesen hatte – die Firma Stücken & Dopp in Steinfurt bei Münster. Das war zwar mit 275 km Entfernung nicht gerade um die Ecke, aber durchaus hinnehmbar für einen guten Service und ein gutes Ergebnis – das zählt schließlich am Ende.

Ich schrieb daher Timo Stücken mit meinem Anliegen an, und bekam auch sehr schnell Antwort – in der heutigen Zeit leider alles andere als selbstverständlich. Nach ein paar Telefonaten und Emails war klar, dass ich meinen Umbau dort machen lassen würde! Timo schlug mir auf Grund meiner Anforderungen dann vor, eine Art „Referenzprojekt“ zu starten. Er kommt mir beim Einbau entgegen, dafür dokumentiere ich diesen ausführlich, und beide Seiten lernen durch dieses (wie sich herausstellen sollte recht umfangreiche) Upgrade. Das kam mir natürlich sehr entgegen, nachdem ich sowieso immer bemüht bin, meine Erfahrungen weiterzugeben. Folgende Umbauten haben wir also irgendwann beschlossen:

  • Umrüsten von 2x 95 Ah AGM auf 200 Ah Lithium mit Batterieheizung
  • Weiterer Solarladeregler am Beifahrersitz, um die Aufbaubatterie per Solartasche aufladen zu können
  • Upgrade des Solar- und Batteriecomputers auf den BlueBattery X200, um Ein- und Ausgänge dediziert überwachen zu können
  • Weitere drei 12 V Dosen am Tisch
  • Weitere 12 V Dose am Bett

Es sollte eine Liontron 200 Ah Untersitz-Batterie werden, die hinsichtlich ihrer Abmessungen locker unter die Konsole des Beifahrersitzes im Nugget passt. Unter Berücksichtigung der Eigenschaften einer LiFePO4- gegenüber einer AGM-Batterie würde ich anschließend also etwas mehr als die doppelte Kapazität im Vergleich zum Standard-Nugget zur Verfügung haben. Ein weiteres Solarpanel auf dem Dach machte bei meiner Konfiguration wenig Sinn, daher sollte zumindest über eine Solartasche – angeschlossen an einen zusätzlichen Solarladeregler an der Sitzkonsole – zusätzliche Sonnenenergie in die Batterie fließen. Hier hatte ich bereits ein faltbares 100 Wp Solarpanel, so dass ich meinen Solarertrag im besten Fall nahezu verdoppeln könnte. Um während des Arbeitens die Batterie wieder aufzuladen, würde dies zwar eher nicht reichen, aber für ein Strecken der Standzeit durchaus – passendes Wetter vorausgesetzt.

Sind Lithium-Batterien das Richtige für mich?

Nun bin ich kein Fachmann und weit weg davon, dich hier kompetent und allumfassend beraten zu können – das überlasse ich gern anderen 🙂 Dennoch möchte ich dir an dieser Stelle ein paar Gedankenanstöße mitgeben, wenn Du selbst schon darüber nachgedacht hast, auf Lithium-Batterien umzusteigen. Allein mit diesen ist es nämlich in der Regel nicht getan – auch wenn dies Hersteller wie Liontron gern behaupten (dort heißt es „Der Akku ist geeignet, Bleibatterien wie AGM oder Gel eins- zu eins zu ersetzen, ohne dass die Lade- oder Entladestruktur verändert werden muss.“). In der Regel müssen die Ladegeräte – also 230 V Ladegerät, ggf. Ladebooster, ggf. Solarladeregler – zumindest auf die passende Ladekennlinie angepasst werden, was leider nicht immer möglich ist. In diesem Fall sollten die Geräte getauscht werden, um den Batterien langfristig nicht zu schaden. Manchmal muss die „Ladeperipherie“ aber auch schlichtweg angepasst werden, wenn man seine neuen Lithium-Batterien mit einer i.d.R. höheren Kapazität als die früheren AGM-Batterien auch effizient laden möchte. So macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, eine Lithium-Batterie in Fahrzeugen mit neueren Euro 5 oder 6 Motoren mit intelligenter Lichtmaschine OHNE einen Ladebooster zu verwenden.

Ob aber nun ein leistungsstarkes 230 V Ladegerät, ein großer Ladebooster oder massig Solarpanels die richtige Lösung für Dich sind, hängt sehr stark von Deinem Nutzungs- und Reiseverhalten ab. Stehst Du häufig längere Zeit an einem Ort und willst unabhängig vom Landstrom sein, macht Solar sicherlich Sinn – zumindest, von März bis Oktober in unseren Breitengraden. Fährst Du sowieso regelmäßig mit dem Camper, ist ein größerer Ladebooster sicher die effizienteste Lademöglichkeit – sofern deine Batterie und die Lichtmaschine deines Fahrzeugs dies mitmachen. Hast Du hingegen regelmäßig die Möglichkeit, mal über Nacht am Landstrom zu hängen – beispielsweise auf einem Stell- oder Campingplatz – dann sollte das 230 V Ladegerät mit ausreichend Ladestrom in die Batterie laden.

Eine Lithium-Batterie hat zwar viele Vorteile gegenüber AGM-Batterien – angefangen vom geringeren Gewicht und Platzbedarf (siehe unten), über die höheren Lade- und Entladeströme bis hin zur längeren Lebenszeit und fast kompletten Nutzung der Batteriekapazität – allerdings darf man auch die Nachteile nicht außer Acht lassen. Neben den leider immer noch hohen Anschaffungskosten muss auch berücksichtigt werden, dass normale LiFePO4-Akkus bei niedrigen Temperaturen < 0 °C nicht geladen werden können. Hier setzen Batterie-Hersteller mit Heizungen an, die ein Laden auch bis -30 °C ermöglichen sollen (mehr dazu unten). Alternativ gibt es LiFeYPO4 Batterien (das „Y“ steht dabei für Yttrium), welche man laut Herstellerangaben auch bis -25 °C laden kann. Aber alles hat natürlich seinen Preis, und dieser liegt je nach Batteriekapazität, weiterer Peripherie und professionellem Einbau durchaus schnell im mittleren vierstelligen Bereich. Daher solltest Du Dir gut überlegen, ob Lithium-Batterien für Dich wirklich sinnvoll sind bzw. die erhofften Vorteile bringen. Und auch der Umweltaspekt sollte nicht ganz außer Acht gelassen werden. Schließlich müssen im schlimmsten Fall zwei noch funktionierende AGM-Batterien entsorgt werden, die allerdings fast komplett recyclebar sind. Bei den Lithium-Batterien ist das etwas komplizierter – zu der tatsächlichen Lebensdauer gibt es noch keine wirklichen Langzeiterfahrungen, und ein Recycling ist meines Wissens nach auch derzeit nicht möglich.

Dennoch gibt es natürlich sinnvolle Einsatzszenarien. So könnten mögliche Gründe für eine Lithium-Batterie sein:

  • Du hast ein Platz- oder Gewichtsproblem im Camper – Lithium-Batterien wiegen bei etwa vergleichbarer (nutzbarer) Kapazität ungefähr halb so viel wie AGM-Batterien und benötigen nur halb so viel Platz. Oder anders herum – mit gleichem Platz und Gewicht könntest Du deine Batteriekapazität verdoppeln!
  • Du möchtest autarker sein – also beispielsweise länger an einem Ort verweilen oder regelmäßig unabhängig vom Landstrom im Camper arbeiten.
  • Du benötigst einen hohen Entladestrom über einen längeren Zeitraum – beispielsweise um ein größeres Elektrogerät über einen Wechselrichter zu betreiben oder gasfrei über Induktion zu kochen.
  • Deine AGM-Batterien haben schon einige Jahre auf dem Buckel und müssten ersetzt werden – dann kannst Du natürlich über den Wechsel auf Lithium nachdenken.

Meine individuellen Beweggründe hast Du ja bereits kennengelernt. Ob sich die Hoffnungen erfüllt haben und was schlussendlich alles für ein sinnvolles Setup in MEINEM Nugget nötig war, erfährst Du nun im Rest des Blogs.

Der Umbau – Teil 1 – 200 Ah LiFePO4, ein weiterer Solarladeregler, ein neuer Solar- und Batteriecomputer und weitere Steckdosen kommen an Bord

Irgendwann Anfang September war also der Tag gekommen und ich fuhr nach Steinfurt für den Umbau meines Schätzchens. Ein echter Pluspunkt bei Stücken & Dopp ist die Möglichkeit, dort auf dem Hof zu übernachten und sogar die Annehmlichkeit einer warmen Dusche zu nutzen.

Hier auf dem Hof bei Stücken & Dopp schläft man gut und hat es am nächsten Morgen nicht weit zur Werkstatt. Ich hatte für den großen Umbau noch einiges aus dem Nugget geräumt…

Solch einen Komfort habe ich noch auf keinem Campingplatz erlebt – ein modernes Bad mit Dusche, ganz für sich allein, erwartet einen bei Stücken & Dopp!

So konnte es frisch geduscht direkt um 8 Uhr morgens losgehen. Und Schwupp die Wupp war mein Nugget nicht mehr wiederzuerkennen, nachdem der Tisch, die (noch befüllte) Sitzbank und der Beifahrersitz ausgebaut waren. So „nackig“ hatte ich ihn noch nie gesehen!

Schon ein wenig gruselig so ein „ausgeschlachteter“ Nugget! Aber in diesem Fall war es ja für einen guten Zweck.

Patrick, einem der Nugget-Mechaniker bei Stücken & Dopp, sah man seine Routine an. Mit ein paar beherzten Griffen waren dann auch die Verkleidungen im Wohnraum entfernt, was durchaus mal sehr spannend anzuschauen war. Ich durfte nämlich ausnahmsweise bei dem Umbau dabei sein und ihn zwischendurch mit Fragen löchern. Geduldig hat er mir alles erklärt, so dass ich langsam richtig Spaß am Werkstattleben gefunden habe.

Es ging recht gut voran und die Batterie passte tatsächlich unter den Beifahrersitz – sogar noch mit massig Platz daneben, um z.B. einen großen Wechselrichter INNEN an der Sitzkonsole einzubauen.

Wo vorher 2x 95 Ah die gesamte Sitzkonsole ausgefüllt haben, passt die Liontron Untersitz-Batterie mit 200 Ah ganz locker rein! Es wäre sogar noch Platz für mehr…

Da ich diesen nicht brauche, blieb der Platz erstmal leer. Hier wäre nämlich tatsächlich wie es aussieht sogar Platz für die 300 Ah Liontron Batterie (oder anderer Hersteller in vergleichbarer Kapazität), die auf dem Caravan Salon 2021 angekündigt wurde, zum Zeitpunkt meines Umbaus jedoch noch nicht lieferbar war. Für die Zukunft wäre dies aber durchaus eine Option…

Daher wurde der neue Solarladeregler auch außen an der Sitzkonsole angebracht und mit einem langen Kabel zum Anschluss meiner Solartasche versehen, was während der Fahrt einfach unter der Fußmatte verschwindet.

Der Solarladeregler wurde außen an der Sitzkonsole verbaut und mit einem 10 Meter langen Kabel versehen. So kann ich mein flexibles Solarpanel auch entfernt vom Nugget aufstellen. Über die App kann ich den Solarertrag dieses Reglers überwachen und auswerten.

Damit kann ich das Panel – beispielsweise wenn der Nugget im Hochsommer im Schatten steht – bis zu 10 Meter vom Fahrzeug entfernt aufstellen. Oder ich hänge es einfach per Magneten an die Blech-Außenwand des Nuggets, wofür sich die Magneten von styyl.de optimal eignen!

Mit kleinen gummierten Magneten von styyl.de, die man an den Schlaufen der Solartasche befestigt, lässt diese sich überall am Fahrzeugblech befestigen – sei es wie hier auf der Motorhaube oder an der Seite vor dem Fenster.

Neben der neuen Batterie und dem Solarladeregler waren mir die zusätzlichen 12 V Steckdosen noch sehr wichtig, denn die zwei standardmäßigen Zigarettenanzünder im Wohnraum waren für ein mobiles Büro doch immer sehr knapp bemessen. Da die vorhandenen Dosen zudem nur bis max. 90 W belastet werden durften, war der Plan nun, hier weitere Dosen mit etwas „mehr Bums“ einzubauen. So legte Patrick neue (dicke) Kabel, die mit jeweils 20 A abgesichert wurden, um den neuen Steckdosen bis zu 240 W Leistungsaufnahme zu ermöglichen. Unterm Schreibtisch gibt es nun eine neue Dreier-Zigarettenanzünder-Leiste und im Hochschrank am Bett eine einzelne 12 V Dose.

Ein Traum für mein mobiles Büro – mehr Steckdosen! Die Dreiersteckdose wurde unter dem Tisch eingebaut und ist wie die neue einzelne Dose neben der Bettlampe mit 20 A abgesichert. So kann ich auch mal stromhungrigere Geräte mit bis zu 240 Watt Leistungsaufnahme betreiben. Der Kabelquerschnitt wurde entsprechend angepasst.

Das eine oder andere Kabel kam dann noch für den neuen BlueBattery Solar- und Batteriecomputer dazu, und am Ende des Tages war dann tatsächlich alles wieder zu einem vollwertigen Nugget zusammengebaut! Und ich muss sagen, ich war wirklich begeistert davon, wie man bei Stücken & Dopp empfangen und betreut wird! Und wenn ich Berichte von anderen Kunden höre, habe ich hier keine Sonderbehandlung erfahren – hier ist jeder Kunde willkommen, auch wenn er vielleicht keinen Nugget fährt!

Glücklich und zufrieden räumte ich also alles wieder an seinen Platz im Nugget und war gespannt auf die ersten Erfahrungen mit dem neuen Setup. Für meine geplante achtwöchige (Arbeits)Reise im Oktober/November sollte ich aber nun gut gerüstet sein.

Übrigens fand im Zuge meines Besuchs bei Stücken & Dopp bzw. dessen nuggetshop24.de noch ein weiteres Zubehörteil den Weg in meinen Nugget: eine kleine 9 Liter Kompressor-Kühlbox, die genau zwischen meine Sitze passt.

Passt perfekt zwischen die Vordersitze: die kleine Kühlbox aus dem nuggetshop24.de. Sie dient nicht nur als Getränkekühlung im Sommer, sondern auch als Backup-Kühlschrank für meine Medikamente auf Reisen!

Diese ist nicht nur Kühlschrankerweiterung oder Getränkekühlschrank im Sommer, sondern auch ein für mich wichtiges Backup, falls die Nugget-Kühlbox mal ausfällt. Wichtig deshalb, weil ich wichtige Medikamente im Nugget transportieren muss, die zwischen 2 und 8 Grad gelagert werden müssen. Angeschlossen werden kann die Kühlbox entweder an einer der 12 V Dosen (Leistungsaufnahme ca. 35 Watt, wobei sie ja nicht immer läuft und somit nach meiner Messung im Schnitt nur 8 W benötigt) oder mittels Adapter auch an 230 V Landstrom. Zwar ist das Drehen des Beifahrersitzes nun etwas umständlicher – die Kühlbox muss dafür nach vorn geschoben werden – aber die Sicherheit ist es mir definitiv wert. Und so ein kühles Getränk beim Fahren oder Arbeiten ist ja auch nicht zu verachten!

Der Umbau – Teil 2 – ein neues 230 V 30 A Ladegerät kommt an Bord

In den nächsten Tagen habe ich das Setup natürlich genutzt und war erstmal sehr zufrieden. Auf der dreistündigen Heimfahrt wurde die Batterie über den verbauten 30 A Ladebooster von 25 auf 60% geladen, was also zu funktionieren schien. Tagsüber habe ich dann im Nugget gearbeitet, und dabei das Laden über beide Solarpanels erfolgreich testen können. Dabei habe ich allerdings festgestellt, dass die erzeugte Sonnenenergie im September eher gerade so zum Erhalten der Ladung ausreichte als wirklich zum Aufladen, da ich nebenher ja noch ordentlich Strom mit dem Laptop verbraucht habe. Abends habe ich den Nugget dann an den Landstrom gehangen, um die Batterie mal richtig vollzuladen. Das Ladegerät hat mit ca. 10 A in die Batterie geladen, was ja auch dem maximalen Ladestrom des 230 V Ladegeräts im Nugget entspricht. Komisch war, dass die Liontron-App irgendwann 100% anzeigte, das Ladegerät aber immer noch mit ca. 8 A hineingeladen hat, was mich etwas gewundert hat. Urplötzlich fing dann das Dimmer-Licht an zu flackern und der BioToi-Lüfter begann, unregelmäßig zu laufen, was mir dann langsam Angst machte. Irritiert schaute ich in die Liontron-App, um nach dem Batteriestatus zu schauen. Hier fand ich eine merkwürdige Meldung, über eine Disbalance in den Zellen und das vorsorgliche Stoppen des Ladens und Entladens der Batterie durch deren Batteriemanagementsystem (BMS).

Die Meldung sagte zwar, ich sollte unbesorgt sein, aber das Verhalten der Bordelektronik hatte keine wirklich beruhigende Wirkung auf mich. Nachdem ich den Landstrom abgezogen hatte, lief alles wieder normal wie vorher. Offenbar tat das Westfalia-Ladegerät also nicht (mehr) was es sollte. Ein paar Mails und Telefonate – u.a. von Timo Stücken direkt mit Westfalia – brachten zwar keine 100%ige Klarheit, allerdings sah alles danach aus, dass das 230 V Ladegerät in meinem 2018 ausgebauten Nugget wohl nicht wirklich gut mit Lithium-Batterien zusammenarbeitet. Es gab leider auch keine Möglichkeit, die Ladekennlinie umzustellen o.ä. In neueren Modellen hatten sie wohl bisher noch keine Probleme damit bzw. sind in den ganz neuen Nuggets nun wohl auch ganz andere Ladegeräte verbaut. Daher war dieses Problem nicht wirklich absehbar, aber natürlich unschön für mich und meine bevorstehenden Reisepläne.

Wir machten daher einen weiteren Termin aus, an dem das Standard-Ladegerät gegen eines von Victron mit 30 A ausgetauscht werden sollte. Immerhin hatte dies den Vorteil, dass ich die nahezu leere 200 Ah Liontron-Batterie in ca. 7-8 Stunden per Landstrom wieder vollbekommen würde – statt wie vorher in 20+ Stunden. Es würde also genügen, mal eine Nacht auf einem Stellplatz am Strom zu hängen, wenn es mal knapp werden sollte.

Der 2. Umbautermin lag dann auch direkt am Beginn meiner achtwöchigen Reise, auf dem Weg zu einem Nuggettreffen im Rheinland. Dabei wurde das alte Ladegerät unter der Küche ausgebaut und durch das Victron-Gerät ersetzt.

Das neue 230 V Ladegerät wird an die Stelle des Alten unter der Küche verbaut. Nun können alle Einstellungen und Auswertungen praktischerweise in der dazugehörigen Victron-App gemacht werden.

Erste Tests in der Werkstatt und auf dem Campingplatz beim Nuggettreffen waren vielversprechend. Etwas später hatte ich die Gelegenheit, mal länger am Landstrom zu hängen und stellte beruhigt fest, dass das Ladegerät rechtzeitig abschaltete und in die Erhaltungsladung überging. Auch das konstante Laden mit 30 A funktionierte gut – minus dem, was direkt vom Laptop o.ä. verbraucht wurde. In den ersten Tage strömte das Ladegerät allerdings einen etwas unschönen Geruch aus, der sich durch den laufenden Lüfter gut im Nugget verteilen konnte. Mittlerweile ist dies jedoch verflogen.

Die Befürchtung, dass der Lüfter des Victron-Geräts zu laut sein könnte, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Zum einen haben wir die Vibrationen durch etwas Schaumstoff-Unterfütterung reduziert und zum anderen lässt er sich per App in den lüfterlosen Nachtmodus versetzen. Damit lädt er zwar nur noch mit 15 A, ist aber auch nicht mehr zu hören. Der Nachtmodus deaktiviert sich nach 8 Stunden wieder, allerdings kann man das Ladegerät auch dauerhaft von 30 auf 15 A herunterstellen. Mich selbst stört das Lüftergeräusch bei 30 A allerdings weder beim Arbeiten auf der Sitzbank noch beim Schlafen im Hochdach.

Was man allerdings beachten muss ist, dass mit diesem Umbau die Anzeige, dass Landstrom am Nugget anliegt, nicht mehr in dessen Display zu sehen ist. Somit gibt es auch keine Warnung (Piepen) mehr, wenn man den Motor mit noch steckendem Kabel startet. Aber auch damit kann ich persönlich leben. Ansonsten funktioniert das Ganze nämlich bestens und ich musste keine Sorge mehr haben, dass die Batterie „zu voll“ geladen wird bzw. dadurch abschaltet. Zumindest nicht durch das 230 V Ladegerät!

Der Umbau – Teil 3 – ein 90 A Ladebooster kommt an Bord

Die nächste Herausforderung tat sich nämlich auch bald auf: der Ladebooster. Ich hatte ja beim Umbau meinen 30 A Votronic Ladebooster (VCC 1212-30) behalten, was in meiner konkreten Nutzung zwei Probleme mit sich brachte: 1) das Laden ging vergleichsweise langsam, so dass ich bei nahezu leerer Batterie ca. 7-8 Stunden fahren müsste, um diese wieder aufzuladen und 2) der Booster hörte trotz Umstellung auf die LiFePO4 Ladekennlinie nicht auf zu laden, wenn die Batterie voll war. Letzteres zeigte also ein ähnliches Verhalten wie das alte 230 V Ladegerät, und führte ebenfalls regelmäßig zur Disbalance-Meldung. Der Liontron-Support beruhigte uns zwar, dass das kein Problem sei, aber so richtig gesund fühlte sich das irgendwie nicht an. Und auch das erste Problem stellte sich in meinem (Arbeits-)alltag im Nugget als schwierig dar. Früher musste ich jeden Tag fahren, um die Batterien bzw. den verbrauchten Strom des Tages wieder aufzuladen. Heute könnte ich zwar zwei Tage irgendwo stehen und arbeiten, müsste dann aber auch 7-8 Stunden fahren, um sie wieder vollzuladen – was für mich völlig unrealistisch ist. Somit hatte ich eigentlich wenig gewonnen gegenüber vorher. Es sei denn, ich hätte einen stärkeren Ladebooster…

Und dieser Gedanke war der Anstoß des letzten Teil des Umbaus. Auf den ersten Blick klingt es natürlich verlockend, wenn man über einen 90 A Ladebooster nachdenkt – würde ich doch damit während der Fahrt dreimal so schnell laden können wie bisher und meine leere 200 Ah Batterie in ca. 2,5 Stunden wieder vollbekommen! Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Die Batterie und die Lichtmaschine des Fahrzeugs müssen hier nämlich auch mitspielen. So musste ich im Vorfeld prüfen, was für eine Lichtmaschine in meinem Ford Nugget verbaut ist und welchen maximal empfohlenen Ladestrom der Batteriehersteller angibt. In meinem Fall standen die Zeichen gut: In meinem Ford Transit Custom ist eine 240 A Lichtmaschine verbaut (am besten verifiziert man dies über seine Werkstatt anhand der Fahrzeugnummer nochmal) und meine 200 Ah Batterie kann mit 100 A dauerhaft geladen werden. Zum Vergleich: in einigen Fiat Ducatos o.ä. sind teilweise nur 140 A Lichtmaschinen verbaut und der Ladestrom ist bei kleineren LiFePO4-Batterien zunehmend geringer (Liontron gibt z.B. bei 150 Ah 75 A an, bei 100 Ah sogar nur 50 A).

Neben diesen Faktoren ist es auch wichtig, bei diesen hohen Strömen, die hier zukünftig fließen sollen, eine neue Verkabelung mit größerem Kabelquerschnitt und entsprechender Absicherung zu legen. Das ist durchaus etwas aufwändiger, da hierzu auch die Kabel zur Starterbatterie getauscht werden müssen, und dafür wiederum im Nugget die Sitzkonsole des Beifahrersitzes demontiert werden muss. Mein Nugget sah dementsprechend auch ein wenig „ausgeschlachtet“ aus während des Umbaus…

Der Einbau des 90 A Ladeboosters war nochmal ein größerer Akt, da hier u.a. komplett neue Kabel zur Starterbatterie unter dem Fahrersitz gezogen werden mussten. Die Suche nach dem D+ Signal, die hier im Bild gerade zu sehen ist, war leider nicht wirklich erfolgreich. Trotzdem haben Patrick und seine Kollegen alles zum Laufen gebracht.

Dieser dauerte dann auch etwas länger als ursprünglich gedacht, was aber auch mit der gewissenhaften Suche nach der besten Lösung zu tun hatte. So hatte sich zum Beispiel der Plan, das D+ Signal zur Ansteuerung des Ladeboosters zu nutzen, nach längeren Versuchen als erfolglos erwiesen. Alternativ wurde dies über das Zündungsplus und einen separaten Schalter zum Ein- und Ausschalten des Ladeboosters gelöst. Das Trennrelais wurde komplett entfernt, da diese Aufgabe nun vom Ladebooster übernommen wird. Zudem wurden Sensorleitungen zur Starter- und Aufbaubatterie gelegt.

Du siehst, für den Einbau eines großen Boosters ist einiges nötig. Hier hat ein 30 A Booster durchaus Vorteile – diesen kann man quasi in das Standard-Nugget-Setup einbauen, ohne die bestehende Verkabelung austauschen zu müssen. Aber warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht 🙂

Übrigens, wenn Du einen 30 A Booster verbauen möchtest: In letzter Zeit hört man viele negative Berichte über den Votronic 1212-30, den ich ja auch mehr als drei Jahre genutzt habe. Auch bei mir gab es zu Beginn einige Probleme, so dass schließlich erst das dritte Modell ohne Ausfälle lief. Während der drei Jahre hat er sich jedoch zwei- oder dreimal aufgehangen, so dass ich ihn kurz stromlos schalten musste, um ihn wieder zum Arbeiten zu bringen. Heute würde ich daher eher zum Modell von Victron Energy greifen – dem Victron Orion-Tr Smart 12/12-30A – auch wenn dieser etwas teurer ist.

Bei meinem 90 A Booster habe ich aber wieder zum Votronic Modell (VCC 1212-90) gegriffen – schlichtweg, weil die Auswahl in dieser Klasse sehr beschränkt ist. Und da es wohl im Vergleich zur 30 A Version gute Erfahrungen damit gibt, habe ich mir die mehr als 300 Euro Aufpreis für das Modell von Büttner gespart. 

Die Batterieheizung – wirklich sinnvoll?

Da ich ja nun ein großer Norwegen-im-Winter-Fan bin und die nächste Reise Ende Januar 2022 bereits ansteht, war mir schon recht früh klar, dass ich gern zur Sicherheit eine beheizte Lithium-Batterie haben wollte. Zwar würde ich den Camper natürlich durchgehend beheizen, aber unter dem Beifahrersitz sind Plusgrade bei bis zu -30 °C Außentemperatur wie ich feststellen musste trotzdem nicht sichergestellt. Daher ließ ich mich von der Werbeaussage der Liontron-Webseite überzeugen: „Das System besteht aus zwei vom Batterie Management System (BMS) vollautomatisch gesteuerten, energieeffizienten Heizelementen, die durch den Ladestrom die Zelltemperatur über dem Gefrierpunkt halten um eine Nutzung der Batterie auch unter extremen Bedingungen zu ermöglichen.“ heißt es dort. Klingt erstmal gut – wenn’s zu kalt wird, merkt dies das BMS und heizt die Batterie auf… dachte ich zumindest. Bis mich Tino Eggert (https://tinoeggert.com) – ein sehr kompetenter Experte in Sachen Strom im Camper, der auch selbst Kunden berät und Umbauten durchführt und mich sehr gut in Sachen Ladebooster beraten hat – über die konkrete Funktionsweise aufgeklärt hat: Entscheidend in der Marketing-Aussage ist dabei das Wörtchen „Ladestrom“. Dieser wird nämlich benötigt, um die Heizung laufen zu lassen. Und da Strom im Winter in den meisten Campern lediglich über Landstrom oder die Lichtmaschine (Ladebooster) geliefert wird, käme die Heizung beim autarken Übernachten gar nicht zum Tragen! Das hieße im schlimmsten Fall, dass ich nach einer kalten Nacht erst einmal längere Zeit fahren müsste, um per Ladebooster Strom fürs Aufheizen der Batterie zu liefern, bis das BMS irgendwann das Laden der Batterie freigibt. Und ist eine Batterie erstmal ausgekühlt, wärmt sie sich so schnell auch nicht mehr auf!

Da ich jedoch möglichst autark unterwegs sein möchte in Norwegen, machte mir diese Einschränkung natürlich Sorgen! Daher haben wir nun ein Loch in die Sitzkonsole des Beifahrersitzes (auf der Türseite) gebohrt und ein 25 mm Leerrohr / Kabelschutzrohr durchgesteckt. Dieses kann ich außen in mein Alu-Fußheizungsrohr stecken, so dass es einen Teil der warmen Luft aus der Standheizung unter die Sitzkonsole pustet.

Ob dieser Plan funktioniert, werde ich spätestens in Norwegen sehen: Ein durch die Sitzkonsole des Beifahrersitzes gelegtes Leerrohr soll in mein formschönes Alurohr gesteckt werden, welches wiederum über dem vorderen Lüftungsauslass steckt. Somit wird ein Teil der warmen Luft unter den Sitz geblasen, um die Lithium-Batterie aktiv zu beheizen, während man autark ohne externe Stromzufuhr steht!

Und möchte ich den Abzweig aus dem Alurohr nicht nutzen, kommt einfach ein Stopfen drauf. Genial einfach – einfach genial würde ich sagen! Somit brauche ich keinen extra Strom zur Beheizung der Batterie und musste (außer dem Loch in der Sitzkonsole) auch nichts am Nugget verändern. An dieser Stelle danke an Kai Scheffer (dem Erfinder des BlueBattery) für die Idee, mein Alurohr „anzuzapfen“!

Aber macht die mit 100 Euro Aufpreis zu Buche schlagende Arctic-Version der Liontron bzw. eine Batterieheizung dann überhaupt noch Sinn? Nun ja, für mich eher weniger, da ich den Nugget im Winter sowieso durchheize. Würde er hingegen im Winter unbeheizt vor dem Haus am Landstrom stehen, hätte die Heizung zumindest den Zweck, dass sie die Batterie warmhält und somit das Laden ermöglicht. Oder man steht im Winter irgendwo auf dem Campingplatz am Landstrom und hat keine Möglichkeit, Wärme aus der Standheizung zur Batterie zu leiten – dann wäre die Arctic-Option definitiv sinnvoll. Für mich, mein Reiseverhalten und die jetzige Lösung mit der aktiven Beheizung der Sitzkonsole bräuchte ich sie nicht unbedingt. Aber hinterher ist man ja meistens etwas schlauer… Schaden wird es wohl auch nicht denke ich.

Das Ergebnis

So sieht nun der (erstmal) fertige Stand aus. Links sitzt der nun erheblich größere Ladebooster und rechts habe ich zur Kontrolle ein Thermometer mit Temperaturaufzeichnung befestigt.

Nach insgesamt drei Besuchen bei Stücken & Dopp hatte ich nun also alles, was ich brauchte. Aus Sicht eines Nuggets gesehen war das auch fast schon das Maximum, was man machen kann. Was noch gehen würde? Nun, was ich gar nicht habe, ist ein großer Wechselrichter mit Netzvorrangschaltung (also der automatischen Erkennung, ob Landstrom anliegt oder der Strom für die 230-V-Steckdosen im Nugget aus dem Wechselrichter geliefert werden soll). Dies ist für meinen Anwendungsfall einfach nicht notwendig, da ich nahezu alles auf 12 V umgestellt habe, und für den Rest meine Powerstation (siehe dazu auch meinen Blog zum Business-Camping) nutze. Was ggf. auch noch passen würde, wäre eine größere Lithium-Batterie mit bis zu 300 Ah, wobei es unter der Sitzkonsole mit dem neuen Ladebooster schon sehr voll ist. Aber wer weiß, vielleicht upgrade ich irgendwann noch einmal… Und natürlich ließe sich mein Solar-Setup noch ausbauen – primär mit einem größeren Faltpanel mit z.B. 200 Wp. Da diese aber auch kein Schnäppchen sind, warte ich mit einer solchen Anschaffung mal noch ein wenig.

Aber wie schlägt sich das neue Setup nun in der Praxis? Nach dem zweiten Umbau (als das neue 230 V Ladegerät hinzukam) war ich insgesamt fast acht Wochen in Süddeutschland und der Schweiz unterwegs, wobei ich weitestgehend autark gereist bin und an den meisten Tagen zwischen 8 und 12 Stunden am Laptop im Camper gearbeitet habe. Das hat prinzipiell sehr gut geklappt, wobei ich meinen tatsächlichen Verbrauch dank des BlueBattery Batteriecomputers sehr gut ermitteln konnte. Zur Erklärung: der Verbrauch entspricht NICHT der reinen Entnahme aus der Batterie, da auch Ladeströme z.T. direkt verbraucht werden! BlueBattery errechnet den echten Verbrauch daher aus den gemessenen Boosterdaten, Solardaten und Batteriedaten. Mir ist kein anderer Batteriecomputer bekannt, der den Verbrauch in dieser Form berechnen kann! Lediglich direkt verbrauchten Landstrom kann BlueBattery nicht messen, was in meinem Fall aber auch eher weniger relevant ist, da ja insbesondere der tägliche Stromverbrauch beim autarken Reisen interessant ist.

Das neue BlueBattery kann mir meinen tatsächlichen Verbrauch liefern, indem es alle ein- und ausgehenden Ströme misst und auswertet. Sogar die Spannung der Starterbatterie kann ich nun im Stand überprüfen!

Dieser lag an Arbeitstagen bei ca. 70 – 80 Ah von Mitternacht bis Mitternacht – wobei hier neben den Arbeitsgeräten (Laptop, Bildschirme, etc.) auch dauerhaft der Kühlschrank sowie fast den ganzen Tag die Standheizung liefen. Folglich musste ich mehr als zwei Stunden pro Tag fahren, um diesen Verbrauch ohne Hilfe der Sonne wieder „einzufahren“. Einer Planänderung während der Reise geschuldet war dies zwar in den letzten 3 Wochen der Fall, aber der Normalzustand sollte es natürlich mit Blick auf die Umwelt und den Geldbeutel nicht sein.

Daher macht mein Setup – auch im Hinblick auf die bevorstehende Norwegenreise im Winter – auch erst mit dem großen Ladebooster so richtig Sinn. Damit muss ich nach einem Arbeitstag weniger als eine Stunde fahren oder den Nugget nach zwei autarken Arbeitstagen an einem Ort nur 2 bis 2,5 Stunden bewegen. Alternativ kann ich natürlich auch den Motor im Stand laufen lassen, was bei LKW-Fahrern im winterlichen Norwegen sogar meist Standard ist in der Nacht. Hier muss man allerdings bei einem großen Ladebooster aufpassen, denn dabei kann es schnell zur Überhitzung der Lichtmaschine kommen, da diese nur beim Fahren ausreichend gekühlt wird. Bei -15 °C in Norwegen sollte das aber hoffentlich kein großes Problem werden.

Der Nugget hält einiges an Frost aus, was er 2019 bei bis zu -28 °C schon unter Beweis stellen konnte. Auch nach dem Ugprade sollte er durch ein paar Umbauten hoffentlich noch ohne Ausfälle Strom liefern.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf meine Erfahrungen in Norwegen und werde diese dank der Aufzeichnung im BlueBattery und diverser Thermometer außen und innen im Nugget auch genauestens auswerten können. Im Sommer – wenn ich z.B. wie nächstes Jahr für 11 Wochen in den Alpen unterwegs bin – werden mir hoffentlich die Solarpanels helfen, meine autarke Standzeit stark zu verlängern. Wenn ich es schaffe, an einem sonnigen Tag ca. 8 Stunden lang 150 bis 200 Watt über die zwei Panels zu generieren und somit mit den zwei Solarladereglern 12 – 15 A in die Batterie zu laden, dann sollte dies meinen Tagesbedarf an Strom locker abdecken können. Im Winter bin ich leider auf den Ladebooster oder notfalls Landstrom angewiesen.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es leider noch hinsichtlich der Liontron-Batterie. Über deren Bluetooth-Schnittstelle kann ich mittels entsprechender App ja nicht nur genau sehen, welchen Ladezustand die Batterie aktuell hat und wieviel Ampere / Watt aktuell rein- oder rausgehen, sondern auch die Spannung der vier einzelnen Zellen sehen. Leider führt das Laden über den (neuen) Ladebooster noch immer dazu, dass eine der Zellen kurz vor der eingestellten Ladeschlussspannung von 14,4 V in die Überspannung geht und das BMS der Batterie „dicht macht“, um diese Disbalance wieder auszugleichen.

In der Liontron-App und auch in anderen Batterieapps ist eine deutliche Überspannung der Zelle 3 zu erkennen! Dies führt dazu, dass das Batteriemanagementsystem (BMS) der Liontron das Laden und Entladen stoppt.

Nach längerer Fahrt bei voller Batterie ist dies nicht mehr aufgetreten, aber etwas Sorge macht es mir noch immer. Diese offenbar nicht optimale Sortierung der Zellen wird leider von Liontron nicht als Mangel anerkannt – und es schadet ja der Batterie auch erst einmal nicht direkt. Die Verbraucher, wie z.B. der Kühlschrank, werden ja während der Fahrt trotz gestoppter Entladung weiter über den Ladebooster versorgt. Bleibt zu hoffen, dass es dadurch keine Langzeitschäden gibt, die erst nach der fünfjährigen Herstellergarantie auftreten.

Mein Fazit

Wow, dieser Umbau war dann doch umfangreicher als zunächst gedacht. Aber in diesem Fall galt für mich wirklich „Wer A sagt (Lithium), muss auch B sagen (neues 230 V Ladegerät + größerer Ladebooster)!“. Nur in Kombination hat dieses Update wirklich Sinn gemacht für mich. Und für ein wenig mehr Autarkie – in meinem Fall eine Verdopplung der Standzeit ohne Solarstrom bei ähnlicher benötigter Fahrzeit wie vorher – muss man durchaus recht tief in die Tasche greifen. Werfen wir doch mal einen Blick auf die neuen Komponenten, die in meinen Nugget eingezogen sind:

Schaut man sich diese Liste an, so landet man schnell bei mehr als 3.000 €. Und darin ist noch kein festes Solarpanel enthalten (das hatte ich ja vorher schon für ca. 1.500 € einbauen lassen), und die Einbaukosten sowie weiteres Material wie Kabel etc. sind ebenfalls noch nicht mitgerechnet. Ein solches – vergleichsweise umfangreiches und üppiges – Strom-Setup im Nugget kann also sehr schnell mal jenseits der 5.000 € liegen, weshalb man sich seinen individuellen Nutzen wirklich genau überlegen sollte. Selbst ein minimales Lithium-Setup aus 100 Ah Batterie, 30 A Ladebooster und 15 A Landstrom-Ladegerät (inkl. Kabel und Kleinkram) liegt derzeit bei ca. 1.500 € + Einbau – wobei man berücksichtigen sollte, dass man damit auch „nur“ in etwa die gleiche nutzbare Kapazität wie vorher mit den 2x 95 Ah AGM-Batterien hat!

Für mich hat es sich aber in Summe schon „gelohnt“, weil ich meinen Nugget sehr sehr intensiv nutze und dabei einen hohen Strombedarf habe. Und da im Zuge meiner Selbstständigkeit ab 2022 durchaus einige längere (Arbeits-)Reisen anstehen, wäre ich mit dem Standard-AGM-Setup recht schnell an die Grenzen gestoßen. Aber auch vorher (mit 2x 95 Ah AGM-Batterien, 30 A Ladebooster und 120 Wp Solarpanel) bin ich ganz gut klargekommen und konnte zumindest für 24 Stunden ohne Sorgen autark stehen und arbeiten – mit Sonne auch länger.

Danke an alle!

Was ich bei dem ganzen Projekt wirklich toll fand, war die Unterstützung durch Stücken & Dopp. Man merkt deutlich, dass sie täglich mit Nuggets arbeiten – da sitzt jeder Handgriff! Was den Elektroumbau des Nuggets angeht, hatten wir alle das Thema zu Beginn glaube ich etwas unterschätzt, aber im Endeffekt gemeinsam sehr viel gelernt. Alle Beteiligten dort waren auf jeden Fall bis in die Haarspitzen motiviert, mir a) ein tolles Setup einzubauen und b) dabei möglichst viel für zukünftige Kunden zu lernen! Sowas findet man heute leider nur noch sehr sehr selten. Daher meinen ganz herzlichen Dank für die tolle Zusammenarbeit und die „Extra-Meilen“, die dort ohne zu Zucken gegangen wurden. Damit meine ich nicht nur Überstunden, sondern auch ein paar Sonderwünsche meinerseits, die eigentlich gar nichts mit dem Elektro-Upgrade zu tun hatten. So hat Patrick „mal eben nebenbei“ noch meinen schon längere Zeit kaputtgeglaubten Warmwasserboiler repariert (es war wie sich herausstellte nur der 12 V Schalter durchgeschmolzen) und die mittlerweile schon zum dritten Mal getauschte und wieder undichte 3. Bremsleuchte mit Silikon abgedichtet. Und praktischerweise kann man sich während der Werkstattarbeiten gleich noch nützliche Dinge wie die Kühlbox, einen Ersatz-Temperatursensor für den Nugget-Kühlschrank oder neue Gummi-Nupsis für den Gasherd aus dem Nuggetshop nebenan besorgen. Die warme Dusche beim Besuch rundet das Ganze schließlich ab. Daher: vielen Dank Jungs (und Mädels) – hat wirklich Spaß gemacht! Und ich hab sicher in Zukunft neue Ideen, die ich bei euch umsetzen lasse 🙂

Danke an Timo Stücken und seinem Team für den Einsatz! Mit den gemeinsam gewonnenen Erkenntnissen werden sie sicher noch viele weitere Nugget-Besitzer glücklich machen.

Außerdem möchte ich mich bei Kai Scheffer bedanken. Mit seinem BlueBattery hat er genau meinen Nerd-Nerv getroffen. Klar, kann man mittlerweile auch per App und Bluetooth den Batteriestatus abfragen oder den Solarertrag ermitteln – aber eben in verschiedenen Apps statt gemeinsam in einer Oberfläche und vor allem einer genauen Aufzeichnung aller Werte! So konnte ich beispielsweise nach dem Einbau des 90 A Ladeboosters im BlueBattery sehen, ob dieser tatsächlich 90 A liefert, und wieviel Strom auf dem Weg zur Batterie anderweitig verbraucht wird. Ohne BlueBattery wüsste ich beispielsweise auch nicht, wie ich meinen tatsächlichen Verbrauch pro Tag messen sollte. Und genau hier werde ich sicherlich zeitnah noch einmal ansetzen, um Dinge in meinem Nugget zu identifizieren, die ich zum Zwecke des Stromsparens (insbesondere im Winter) optimieren könnte. Und klar, es gibt auch andere Bluetooth-basierte Lösungen wie den Victron SmartShunt, allerdings benötigen diese wesentlich mehr Platz beim Einbau und können meines Wissens nach nicht alle Eingangsströme der verschiedenen Ladequellen dediziert erfassen und auswerten. Somit lässt sich hier der tatsächliche Verbrauch nicht berechnen, der aber durchaus für ein autarkes Leben und Reisen im Camper aus meiner Sicht sehr relevant ist. Im Zuge des Umbaus habe ich Kai auch mal in der Schweiz besucht und wir haben zusammen ein wenig an meinem Nugget und dem BlueBattery-Einbau gebastelt. Ich muss wirklich sagen, ich bin schwer begeistert von seinem Wissen und seinen Ideen, BlueBattery auch zukünftig weiter zu verbessern.

Ein seltenes Bild – ein Nugget in der Tiefgarage! Bei Kai in der Schweiz war das möglich, so dass wir in Ruhe an meinem Nugget basteln konnten.

Nicht zuletzt auch ein dickes Dankeschön an Tino Eggert und seine kompetente Beratung in Sachen Ladebooster! Auch sein Wissen und vor allem sein Ansatz, in der mobilen Beratung und Installation von Elektrik in Campingfahrzeugen als Fulltime-Vanlifer in seinem eigenen Camper unterwegs zu sein, finde ich klasse!

Ich habe auf jeden Fall in den insgesamt 11 Wochen des Umbaus und Testens extrem viel lernen können. Das Ganze ist definitiv ein spannendes Thema, sollte aber auch nicht unterschätzt werden! Und da es zudem schnell teuer werden kann, kann ich jedem nur raten, sich vorher gut zu überlegen, was man braucht und wie man das Ganze nutzen möchte. Es gibt halt – wie so oft im Leben – nicht DIE eine Lösung für alle. Ich werde nun sehen, wie sich das endgültige Setup weiter in der Praxis schlägt und auf welche Ideen für weitere Optimierungen ich in Zukunft noch so komme 🙂

7 Kommentare
  1. Willi Dibowski sagte:

    Ich möchte diesen Bericht mit großer Anerkennung und Respekt begegnen. Ich bin begeistert von den fachlich gut verständlichen Erläuterungen. Nun habe ich keine Angst mehr vor meinen Setup, den ich nun beruhigt vollenden kann. Danke liebe Katja Seidel.

    Antworten
  2. Heinrich Rode sagte:

    Moin Katja,

    danke für den sehr interessanten Bericht über das Elektro-Upgrade Deines Nugget. Habe beim Lesen des Berichtes noch ein paar Dinge mitnehmen können für die Elektro-Erweiterung unseres Eura Mobil Activa One 570HS, den im nächsten Frühjahr übrigens Tino Eggertausführen wird 😉

    Antworten
  3. Thomas Rebmann sagte:

    Hallo Katja,
    Vielen Dank für den ausführlichen und technisch sehr fundierten Bericht! Ich habe zwar nicht vor, demnächst ein Upgrade bei meinem Fahrzeug durchzuführen, aber ich habe viel Neues erfahren. Es war mir eine Freude, den Bericht zu lesen und an den Erkenntnissen teilhaben zu können. Viel Erfolg mit diesem Equipment.
    Thomas

    Antworten
  4. Koschi sagte:

    Lieber Katja,
    zunächst ein frohes, gesundes und erfolgreiches Fotografenjahr 2022 für Dich. Ich habe Deinen Beitrag zum Nuggetausbau mit Spannung gelesen. Vielen Dank, dass Du uns teilhaben lässt. Etwas Ähnliches habe ich auch mit unserem Nugget L1 AD 2022 vor, da ich ihn ebenfalls voll Home Office tauglich machen möchte. Zunächst finde ich die Auswahl Deiner Komponenten sehr gelungen und ja, der Einbau eine LiFePO4 macht nur in Konsequenz eines abgestimmten Ladeboosters und aktuellem Netzladegerät Sinn. Auch finde ich konsequent Deine 12V-Steckdosen separat abgesichert für das HomeOffice zu erweitern. Zu Deinem Umbau habe ich die folgenden Fragen:

    1) Wenn ich die Bilder richtig verstanden habe, nutzt Du ein IP22 Blue smart Charger mit 30A mit 1 Ausgang. Warum hast Du nicht das gleichteure Gerät mit 3 Ausgängen gewählt, dann hättest Du bei Landstrom Deine AGM-Starter und LiFePO4 separat mit eigener Kennlinie laden können.
    2) Reichen Dir denn die 30A Netzladestrom denn wirklich aus (Du bist ja gerade vom 30A beim Booster weg), Es gibt beispielsweise auch das Victron Phoenix Smart (1+1) Netzladegerät, so dass AGM und LiFePO4 parallel geladen werden können. Entweder mit 30A oder sogar mit 50A.
    3) Ich habe verstanden, dass Wechselstrom kein Thema ist. Aber in Kombination mit Austausch des Netzladegeräts macht es durchaus Sinn
    (insb. Gerätekosten) über beispielsweise einen Victron Multiplus Compact nachzudenken, der auch ein Netzladegerät beinhaltet, gleichzeitig noch Wechselrichter ist, Strombegrenzer (bei schlechter Netzstrombereitstellung in manchen Ländern) und USV für ggfs. 230V Computerbetrieb im Homeoffice-Bereich sowie Netzvorrangschaltung.
    4) Richtig gut finde ich die Absicherung der 12V-Powersteckdosen mit 20A (=240Watt). War für Dich nie eine Überlegung anstelle ein oder zwei 12V-Powersteckdosen dort „USB-C-Steckdosen mit PD und QC4“ zu installieren. Dann hat man nicht soviel Kabelsalat an den Steckdosen.

    Vielen Dank für Dein Feedback. Guten Start mit Deiner Selbständigkeit und allzeit gutes Licht.

    Gruß André

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo André,

      vielen Dank für dein Feedback und freut mich, dass du scheinbar einiges mitnehmen konntest.
      Bzgl. der 230V Geschichten habe ich mir ehrlich gesagt gar nicht so viele Gedanken gemacht – das kam ja auch eher „notgedrungen“ auf das Thema. Daher habe ich mich auch gar nicht mit den verschiedenen Produkten beschäftigt, sondern bin der Empfehlung von Stücken & Dopp gefolgt. Die 30A reichen mir hier tatsächlich, da FÜR MICH der Anwendungsfall ein anderer ist. Sollte ich mal nicht über den Ladebooster laden können, dann kann ich mich für eine Nacht auf einen Stellplatz stellen und dort an den Landstrom hängen. Über das 30A Ladegerät bekomme ich dann innerhalb von 8 Stunden genügend Strom, um die leere Batterie wieder ausreichend aufzuladen.
      Die Starterbatterie wird ja nicht direkt über das 230V Ladegerät (oder Solar) geladen, sondern spannungsabhängig von der Aufbaubatterie aus (B2B). Daher brauche ich hier keinen eigenen Ladeausgang bzw. keine eigene Ladekennlinie.
      Den Victron Multiplus Compact kenne ich jetzt nicht, was du beschreibst klingt aber durchaus sinnvoll. Ich vermisse den WR aber tatsächlich nicht…
      Über USB-C Steckdosen mit Power Delivery habe ich tatsächlich nachgedacht – und meine Bestellung der zusätzlichen 3er Dose war sogar die mit 2 Zigarettenanzünder + 1 USB-C, allerdings hat Fritz Berger hier die falsche Dose geliefert. Im Nachhinein bin ich aber nicht so traurig darum, da man aus meiner Sicht mit den Zigarettenanzünder-Dosen wesentlich flexibler ist. Mittels Adapter kann man ja USB-A oder USB-C-Anschlüsse daraus machen – je nach Bedarf denn mit entsprechender Power. Aber auch das ist sicher Geschmackssache.

      Hoffe, das hilft dir etwas.
      LG, und viel Spaß bei deinem Umbau und Homeoffice im Nugget – es gibt nix besseres, oder? 🙂
      Katja

      Antworten
  5. Anna-Maria sagte:

    Hallo Katja,

    wow, vielen Dank für diesen Beitrag wirklich sehr beeindruckend, da konnte ich viel mitnehmen und verstehen.

    Liebe Grüße

    Anna-Maria von Wildnest

    Antworten

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