Ob nun zum Fernsehschauen oder Arbeiten – ein großer Bildschirm macht das (Camper-)Leben in jedem Fall angenehmer! Zu Hause ist das meist kein Problem, da gibt es ausreichend Platz und Strom. Aber wie sieht es im Camper aus? Meine Entdeckung des Jahres 2019 waren portable Monitore, die mit nur 5 V USB-Strom betrieben werden können und die Größe eines Laptops haben. Was sie genau können und wie ich sie nutze, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

Kleiner Disclaimer: Sämtliche Produkte, die ich in diesem Artikel vorstelle, habe ich selbst gekauft. Ich habe weder irgendeine Verbindung zu den Herstellern der Produkte, noch habe ich die diese kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen oder erhalte Geld für diesen Artikel. Im folgenden Text findest Du allerdings einige sog. Amazon Affiliate Links (gekennzeichnet mit einem *). Wenn Du mich und den Blog unterstützen möchtest und sowieso bei Amazon einkaufen würdest, freue ich mich, wenn Du die Links dafür nutzt!

Mein mobiler Arbeitsplatz – zumindest ein großer Teil davon – im gefalteten Zustand

Auf Lösungssuche: Ein Monitor im Camper

Da ich beruflich und privat seit vielen Jahren fast ausschließlich mit Laptops unterwegs bin, hat mich der begrenzte Platz eines 12 oder 13 Zoll Bildschirms seit jeher gestört. Daher bin ich schon lange ein großer Fan eines Zweit- oder sogar Drittmonitors an meinem Arbeitsplatz. Zu Hause oder im Büro ist das auch meist kein Problem – hier hat ein 20, 24 oder sogar 27 Zoll Monitor seinen festen Platz und Saft aus der Steckdose. „Aber was mache ich im Camper?“ war recht schnell nach dem Kauf des Nuggets meine Überlegung.

  • Ein normaler Monitor kam nicht in Frage – viel zu groß und stromhungrig (mein Eizo 24 Zoll Monitor wiegt knapp 8 kg und zieht im Mittel 26 Watt), zumal ein solches Gerät auch nur über einen Wechselrichter mit 230 V zu betreiben wäre. Also keine Option.
  • Ein 12 V Fernseher, wie es sie mit sämtlichem Schnickschnack wie DVB-T2, DVD-Player, WLAN, etc. gibt, schien da schon eine bessere Option zu sein. Ein Gewicht von 2-3 kg und wenig überzeugte Rezensionen hinsichtlich der Bildqualität ließen mich aber auch von dieser Option recht schnell wieder Abstand nehmen. Zumal auch solche Geräte recht viel Strom und Platz benötigen – und wer hat das schon im Campingbus.
  • Eine näherliegende Lösung war es dann schon eher, mein (schon vorhandenes) iPad als externen Monitor zu nutzen. Dazu braucht es eine meist kostenpflichtige App auf dem iPad, ein kostenloses Pendant auf dem Mac oder PC und eine Kabel- oder WiFi-Verbindung zwischen beiden Geräten. Das funktionierte aus meiner Sicht allerdings nur so halbgut, denn leider gab es recht häufig Verbindungsprobleme und die Mausbewegungen waren nicht so flüssig, wie man es vom Bildschirm zu Haus gewohnt ist. Hinzu kam die geringe Größe des knapp 10 Zoll iPads. Eine ideale Lösung war also auch das nicht.

Die Lösung: Portable Monitore

Nicht ganz glücklich mit meinem immer noch ungelösten Problem brach ich dann Ende März 2019 mit dem Nugget in meine Auszeit auf. Mit dabei waren zwei Laptops (Mac und Windows-PC) und zwei iPads (Mini und 9,7″). Damit schlug ich mich dann auch mehrere Monate durch diverse Arbeiten wie der Überarbeitung meines Astrofotografie-Buches, dem Schreiben von Fachartikeln, der Fotobearbeitung und natürlich dem Schreiben von Blogartikeln. Das hat zwar irgendwie funktioniert, aber ich war immer noch nicht wirklich zufrieden.

So sah mein Arbeitsplatz während der Auszeit aus – das kleine iPad Mini war nur bedingt als externer Monitor geeignet. Die grandiose Aussicht hat allerdings ein wenig darüber hinweggetröstet.

Es hat dann aber tatsächlich bis Ende November gedauert, bis ich mich nochmal ernsthaft um eine Lösung bemüht habe. Und als ich so nach einem „12 V Monitor“ bei Amazon suchte, sprang mir plötzlich der Begriff „Portabler Monitor“ ins Auge. Schnell war dann auch der gut bewertete 15,6 Zoll Monitor von UPERFECT* gefunden und ich las begeistert die technischen Daten: IPS-Display, Full HD Auflösung, Plug & Play per USB-C oder HDMI anzuschließen, 1.250 g (inkl. Hülle) und das Beste: er bezieht seinen Strom – ca. 7,5 Watt bei maximaler Helligkeit – direkt über das USB-C Kabel vom Laptop (oder im Falle von HDMI über einen 5 V USB-Anschluss). Das klang ja wie der Traum meiner schlaflosen Nächte! Ob das wohl funktionieren würde?

So sieht der 15,6 Zoll Monitor von UPERFECT im aufgestellten Zustand aus. Die Hülle fungiert auch als praktischer Ständer, nimmt aber viel Fläche auf dem Tisch weg.

Da das Gerät im Rahmen der Black Friday Woche gerade für 159 € im Angebot war, schien das Risiko überschaubar zu sein. Und so war ich mehr als gespannt, ob meine Suche endlich ein Ende haben würde… Um es kurz zu machen: ja, das hatte sie! Die Rezensionen hatten nicht gelogen – einfach per USB-C einstecken und das Gerät wird als ganz normaler externer Monitor erkannt – sowohl am Mac als auch am Windows-Laptop. Und auch die Verbindung per HDMI mit Stromversorgung über den Laptop oder eine USB-Powerbank funktionierte auf Anhieb. Auch die Angabe der Leistung aus der Spezifikation passte ganz gut. Meine Messung ergab, dass er im HDMI-Betrieb (USB-C konnte ich leider nicht messen) bei voller Helligkeit ca. 7 W verbraucht, bei 50% Helligkeit ca. 5 – 5,5 W.

Ich konnte mein Glück kaum fassen! Warum hab ich sowas erst jetzt entdeckt?? Ein Blick auf die Produktinformationen verriet, dass dieses Modell seit Mitte Mai 2019 bei Amazon angeboten wurde. Über den Weg gelaufen ist es mir bis Ende 2019 jedoch nicht. Scheinbar waren / sind solche Geräte aber allgemein wenig bekannt. Zumindest habe ich bisher niemanden gefunden, der so etwas vorher kannte – dafür waren fast alle ähnlich überrascht und begeistert wie ich. Daher hoffe ich, dass es Dir beim Lesen dieses Artikels vielleicht auch so geht…

Meine konkreten Einsatzzwecke

Zweitmonitor: Schnell habe ich mich an den Komfort eines zweiten Monitors im Camper gewöhnt! Seit ich meinen 15,6″ portablen Monitor besitze, verging glaube ich kein Arbeitstag, an dem ich ihn nicht an den Laptop angestöpselt und mich darüber gefreut habe. Das ist auch gleichzeitig mein primärer Anwendungsfall: als zweiter Monitor am Laptop. Und nicht nur im Camper dient er mir als solcher, sondern auch an temporären Arbeitsplätzen im Büro oder einfach am Küchentisch falls nötig. So habe ich nicht nur beim Arbeiten mehrere Fenster gleichzeitig im Blick, sondern kann auch in Videokonferenzen, bei denen ich meinen Laptop-Bildschirm übertrage, auf dem zweiten Bildschirm ungestört Notizen o.ä. schreiben. Dazu verteile ich meine Ansicht auf mehrere Bildschirme (unter Windows „Erweitern“).

Präsentationsbildschirm: Wenn ich in kleiner Runde mit Kunden und/oder Kollegen zusammensitze und gerade kein Beamer zur Verfügung steht, ist solch ein Bildschirm ideal geeignet, um ein Dokument oder eine Präsentation für 2-3 Personen zu zeigen. Statt zu viert auf den kleinen Laptop-Bildschirm zu schauen, stelle ich einfach meinen Monitor vor meinen Laptop und spiegele die Ansicht (unter Windows „Duplizieren“). So sehen meine Gegenüber das Gleiche wie ich, ohne sich den Hals zu verrenken.

Mobiles Heimkino: Nach der Arbeit genieße ich den Abend im Camper auch ab und an bei einem Youtube-Video, einer schönen Serie oder einem spannenden Film, z.B. auf Netflix oder Amazon Prime. Hierzu hält zwar manchmal auch einfach das iPad her, aber ein doppelt so großer Bildschirm macht das Ganze natürlich noch angenehmer. Ich schließe daher auch oftmals einen Amazon Fire TV Stick* per HDMI an den Monitor und versorge beide Geräte mit Strom aus einer USB-C Powerbank mit 20100 mAh*. Für den Anschluss ist ein 4-in-1 USB-Kabel* sehr praktisch – dann belegt man nur einen USB-Anschluss. Nach meiner Messung (mit dem Messgerät* was links im nächsten Bild zu sehen ist) verbraucht dieser Aufbau etwa 7-8 W, was an der Powerbank mit 72 Wh für nahezu 10 Stunden Filmgenuss reichen dürfte. Für besseren Ton schließe ich dazu noch meine Bluetooth-Box* per 3,5 mm Audiokabel (Klinke) an den Monitor und schon habe ich mein kleines stromsparendes „Heimkino“ einsatzbereit. Auch „echtes“ Fernsehprogramm lässt sich auf diesem Wege – ganz ohne Satellitenschüssel oder DVB-T2 – schauen. Mit der kostenlosen App „Joyn“ für den Fire TV Stick lassen sich beispielsweise über 50 TV-Sender live schauen oder in deren Mediathek stöbern. Für weitere Sender und mehr Funktionen gibt es kostenpflichtige Angebote wie zum Beispiel waipu.tv (9,99 € pro Monat, bis 19.04.2020 für 3 Monate kostenlos zum Testen).

Mein kleines Heimkino aus Monitor, Amazon Fire TV Stick und Musikbox – für viele Stunden Filmgenuss an einer USB-Powerbank zu betreiben.

All diese Streaming-Dienste benötigen allerdings eine Internet-Verbindung. Da ich eine LTE-Flatrate (zumindest in Deutschland) habe, stört mich dies jedoch weniger. Hätte ich das nicht, würde ich vermutlich Filme oder Serien auf mein Tablet oder Smartphone laden und dieses an den Monitor anschließen. Android-Telefone und iPad Pro Modelle mit USB-C Anschluss können dabei sogar den Monitor mit Strom versorgen – und somit mit nur einem einzigen Kabel angeschlossen werden. Andere, wie z.B. das iPhone oder iPad (ohne USB-C) können über einen HDMI-Adapter ähnlich wie der Fire TV Stick angeschlossen werden.

Und wenn Du den portablen Monitor übrigens mal in Action sehen möchtest, schau doch mal bei Kai von Travel Camping Living auf Youtube vorbei – Ende letzten Jahres haben wir mal dieses kleine Video zu meinem 15,6 Zoll Monitor gedreht:

Das iPad als externen Bildschirm?

Da ich als kleiner Technik- und Gadget-Freak aber nie genug bekommen kann, wollte ich meinen Arbeitsplatz noch weiter optimieren. Dabei kam ich wieder auf eine meiner ursprünglichen Ideen, ein iPad als externen Bildschirm zu verwenden. Dieses Mal sollte es allerdings das iPad Mini sein, um nicht zu viel Platz auf dem kleinen Camper-Tisch wegzunehmen. Dieser „Mini-Bildschirm“ wäre doch eigentlich ganz gut, um ein Chatprogramm wie WhatsApp oder MS Teams, oder einfach nur einen Windows-Explorer zum schnellen Öffnen und Einfügen von Dateien nebenbei offen zu haben. Und da ich sowohl das iPad als auch die entsprechende App „Duet Display“ schon hatte, versuchte ich es nochmal… Und siehe da, wenn das iPad nicht der einzige externe Monitor ist, klappt das gar nicht so schlecht. Die Verbindungsstabilität und Latenz ist zwar immer noch nicht so gut wie beim portablen Monitor, aber ich kann gut damit leben.

So ziert nun ab und zu auch ein iPad Mini meinen Schreibtisch – entweder als externer Monitor per USB am Laptop, oder einfach in seiner Funktion als iPad. In letzterer lässt sich eine Stift-kompatible Version des iPads auch gut als digitaler Notizblock, z.B. mit MS OneNote oder anderen Notiz-Apps, nutzen.

Da geht noch mehr: Portabler Monitor mit Touch-Funktion

Immer noch begeistert von meinem portablen 15,6 Zoll Monitor habe ich irgendwann überlegt, ob ich nicht noch einen weiteren portablen Monitor anschließen könnte – der HDMI-Port meines Laptops ist schließlich noch frei. Die Idee war dabei, neben den zwei(einhalb) Monitoren im Querformat einen weiteren im Hochformat zu nutzen – was manchmal für das Lesen von Dokumenten, eBooks und Webseiten sehr angenehm sein kann. Da 15,6 Zoll im Hochformat jedoch etwas gewöhnungsbedürftig sind und ich nur bedingt Platz im Camper habe, schaute ich mich nach einem passenden 13-Zoll-Modell um. Dabei stieß ich auf einen portablen 13,3 Zoll Full HD Touch Screen Monitor von WIMAXIT*, der auf die gleichen Arten wie mein bisheriges Modell verbunden werden konnte.

Der 13,3 Zoll WIMAXIT Monitor funktioniert ebenfalls einwandfrei und bietet sogar eine Touch-Funktion (unter Windows).

Und auch dieses Gerät konnte mich schnell begeistern! Im Gegensatz zu meinem 15-Zoll-Modell wiegt es nur 980 g (inkl. Hülle) und hat einen Hochglanz-Monitor – liefert aber ein sehr gutes Bild. Auch im Stromverbrauch ist dieses kleinere Modell etwas sparsamer. Meine Messungen ergaben 4 – 4,5 W im HDMI-Modus bei einer Helligkeit von 50 – 65%, mit der ich gut arbeiten kann. Bei voller Helligkeit sind es 5 W.

Und auch die Touch-Funktion tut was sie soll (allerdings nur unter Windows), so dass ich auch schnell mal mit dem Finger durch Webseiten oder Dokumente blättern kann. Sehr hilfreich so ein Monitor im Hochformat, um beispielsweise Tutorials in eBooks durchzuarbeiten!

So sieht meine kleine „Kommandozentrale“ aus 3,5 Monitoren im Camper aus. Auf dem Hochformat-Monitor lassen sich prima Dokumente, eBooks oder Webseiten lesen. Bei der Arbeit mit Lightroom arbeite ich verteilt auf zwei Bildschirme.

Dieser Monitor komplettiert nun mittlerweile meine kleine „Kommandozentrale“ im Nugget. Auf den einen oder anderen mag ein Setup aus vier Monitoren übertrieben wirken, aber mir hilft es tatsächlich, effizient zu arbeiten. Ich habe häufig mehrere Dokumente oder Webseiten offen, aus denen ich Input für eine E-Mail, ein Angebot, eine Präsentation, eine Kalkulation oder ähnliches ziehe. Und da ist es einfach extrem angenehm, nicht ständig die Fenster wechseln zu müssen, sondern alles auf einen Blick sehen zu können.

Sind portable Monitore für Fotografen geeignet?

Als Fotograf, der viel unterwegs ist und dabei notgedrungen am Laptop arbeitet, stellt sich natürlich schnell die Frage, ob die portablen Monitore auch für die Bildbearbeitung unterwegs geeignet sind. Wichtig hierfür ist unter anderem, wie viel Prozent eines geeigneten Farbraums der Monitor abdeckt. Nun bin ich in diesem Umfeld absolut kein Experte, daher lasse ich mich gern korrigieren. Mehr zum Thema Farbräume kannst Du übrigens hier bei Eizo nachlesen – dem Hersteller, von dem ich zu Hause auf dem Schreibtisch einen 24-Zoll-Monitor für die Bildbearbeitung habe. Für meine portablen Monitore und den Laptop habe ich aber mal meinen alten Spyder 4 Pro von 2014  aus dem Schrank gekramt, um die Abdeckung verschiedener Farbräume vergleichen zu können. Folgende Messwerte haben sich dabei ergeben:

FarbraumLaptop15,6″ UPERFECT13,3″WIMAXIT
sRGB94%64%67%
NTSC68%46%48%
AdobeRGB72%48%50%

Das Ergebnis zeigt recht deutlich, dass (m)ein Laptop-Monitor einen deutlich größeren Farbraum abdeckt als die beiden portablen Monitore, die sich in den einzelnen Werten nur minimal unterscheiden. Es lassen sich bei den beiden Monitoren zwar Helligkeit, Kontrast, Farbtemperatur und weitere Dinge einstellen, aber eine farbgetreue Wiedergabe von Fotos würde ich ihnen jetzt nicht unbedingt bescheinigen. Daher bearbeite ich meine Bilder unterwegs weiterhin am Laptop, nutze aber den portablen Monitor gern, um darauf in der Raster-Ansicht die Lightroom-Bibliothek, in der ich gerade arbeite, darzustellen. Damit kann ich auf dem Laptopbildschirm im Entwickeln-Modul von Lightroom den Filmstreifen wegklappen und kann so das zu bearbeitende Bild größer darstellen (siehe auch Bild oben mit allen Monitoren). Das ist für die mobile Fotobearbeitung unterwegs ein guter Kompromiss wie ich finde.

Tipps zur richtigen und optimalen Nutzung der Monitore

Zum Schluss möchte ich Dir noch ein paar Tipps aus meiner eigenen Erfahrung in der Nutzung der beiden portablen Monitore geben. Vielleicht hilft Dir ja das eine oder andere…

  • Meine Monitore haben zwar beide die Möglichkeit, sie mit den mitgelieferten Hüllen aufzustellen, allerdings nehmen sie so relativ viel Platz auf dem Tisch weg und lassen sich hinsichtlich des Winkels auch nur bedingt flexibel einstellen. Sehr viel platzsparender klappt es mit einem Tablet-Ständer. Ich nutze dabei den Lamicall A1 Stand*, worin beide Monitore trotz Hülle genau hineinpassen. Gleichzeitig haben sie den Vorteil, dass der Bildschirm etwas erhöht steht, so dass auch die Ergonomie nochmal etwas besser ist.

Der Tablet Ständer „A1“ von Lamicall scheint wie gemacht für die beiden portablen Monitore.

  • Beide Monitore verfügen außerdem über eine VESA Wandhalterung. Diese nutze ich zwar nicht, aber wer sich solch einen Monitor beispielsweise im Wohnmobil als Fernseh-Ersatz aufhängen möchte, freut sich sicherlich über diese Möglichkeit.
  • Um die Monitore mit nur einem Kabel am Laptop, Smartphone oder Tablet betreiben zu können, braucht das jeweilige Gerät einen USB Typ-C Anschluss. Das passende Kabel liegt bei beiden Monitoren natürlich bei. Möchte man jedoch das mitgelieferte USB-C Kabel ersetzen – zum Beispiel weil es zu kurz ist –  dann sollte man darauf achten, das passende Kabel zu kaufen. Dieses muss nämlich gleichzeitig sowohl Strom als auch Video- und Audiosignale übertragen können, was die meisten USB-C auf USB-C Kabel nicht können. Ich habe dieses Kabel* an beiden Monitoren erfolgreich getestet, was es in 1, 2 oder 3 Metern Länge gibt.
  • Beide Monitore verfügen über zwei USB-C Anschlüsse. Beim 15,6 Zoll Modell (ohne Touch) ist es wichtig, den unteren Anschluss zu nutzen, wenn man den Bildschirm per USB-C an den Laptop anschließen möchte. Den oberen Anschluss nutzt man zur Stromversorgung (per USB-A auf USB-C Kabel), wenn man den Laptop per HDMI anschließt. Beim 13,3 Zoll Modell (mit Touch) lassen sich grundsätzlich beide Anschlüsse zum Anschluss per USB-C oder zur Stromversorgung im Falle der HDMI-Verbindung nutzen. Der Unterschied ist, dass über den unteren USB-C Anschluss zusätzlich das Touch-Signal übertragen wird.

Bei den USB-C Anschlüssen der Monitore muss man aufpassen, welchen man nutzt. Manche sind lediglich zur Stromzufuhr gedacht oder übertragen nicht alle Signale.

  • Die Touch-Funktion des 13,3 Zoll Monitors sollte bei den meisten Windows-Laptops auf Anhieb funktionieren. Ich habe allerdings einen Laptop, der selbst eine Touch-Funktion besitzt, weshalb Touch-Gesten auf dem externen Monitor anfangs immer eine Mausbewegung auf dem Laptop-Bildschirm ausgelöst haben. Nach einiger Recherche konnte ich dieses Problem dann folgendermaßen lösen: Unter Windows 10 über die Suche nach „Systemsteuerung“ suchen, diese App öffnen und darin den Punkt „Tablet PC-Einstellungen“ öffnen. Im Reiter „Anzeige“ lässt sich dann das „Setup“  für den Typ „Fingereingabe“ (Stifteingabe wird nicht unterstützt vom Monitor) starten, was alle angeschlossenen Bildschirme weiß werden lässt. Dann einfach nach und nach auf allen Bildschirmen, auf denen ein Text eingeblendet wird, entweder kurz mit dem Finger tippen und das Ganze mit Enter bestätigen (um diesen als Touch-Bildschirm zu definieren), oder einfach nur Enter drücken (um ihn als normalen Monitor zu definieren). Dies muss man nur einmal machen und kann alle Touch-fähigen Monitore hinterher als solche nutzen.
  • Bei der Hochkant-Nutzung des Bildschirms kann es manchmal hilfreich sein, zwei Programmfenster übereinander darzustellen – zum Beispiel unten ein PDF-Dokument und oben eine Dateiauswahl (Windows-Explorer). Im Querformat gibt es ja unter Windows die nette Andocken-Funktion, wenn man ein Fenster beispielsweise nach rechts oder links an den Rand schiebt. Leider gibt es diese im Hochformat nicht bzw. stellt Windows ein Programm immer im Vollbildmodus dar, wenn man es an den oberen Rand schiebt. Da ein manuelles Zurechtschieben der Fenster auf Dauer nervt, habe ich mir das kleine Tool „Divvy“ gekauft (13,99 $). Damit kann ich mir beispielsweise Shortcuts definieren, um Fenster in einem bestimmten Raster auf einem Bildschirm anzuordnen. Extrem praktisch!
  • Der 15,6 Zoll Monitor von UPERFECT hat eine kleine „Macke“ (die sich auch auf anderen Exemplaren dieses Modells reproduzieren lässt): Steckt man einen Kopfhörer oder externen Lautsprecher in die 3,5 mm Klinkenbuchse des bereits laufenden Monitors, gibt dieser plötzlich ein nerviges Fiepen von sich. Am Audiokabel liegt es nicht, aber irgendwann habe ich herausgefunden, wie sich das Fiepen abstellen lässt: einfach bei eingestecktem Audiokabel einmal die Stromversorgung des Monitors unterbrechen – d.h. das Kabel rausziehen – und wieder einstecken, dann gibt’s puren Sound ohne Dauerfiepen. Im oben verlinkten Video habe ich das ab Minute 8:00 auch mal live demonstriert.

Mein Fazit: Volle Punktzahl!

Nach mehreren Monaten Praxiserfahrung kann ich nur eins sagen: ich möchte meine Monitore nicht mehr missen! Sie sind in Nullkommanichts angeschlossen und machen das Arbeiten (für mich) wirklich sehr viel angenehmer. Mittlerweile baue ich selbst bei nur 30 min. Arbeiten an einem Ort wenigstens einen der externen Monitore auf.

Dieser komplett ausgestattete Arbeitsplatz ist schnell aufgebaut und nimmt im zusammengeklappten Zustand nur wenig Platz weg – perfekt fürs Camper-Büro!

Insgesamt betrachtet habe ich nun 3,5 vollwertige Monitore mit einem Gesamtgewicht von 4 kg (inkl. Laptop), die ich allesamt an einer einzigen 12V Steckdose (Zigarettenanzünder) betreiben kann. Mit ca. 45-50 Watt im Dauerbetrieb (ca. 4A im 12V-Betrieb) für diese gesamte „Kommandozentrale“ aus einem Laptop und 2,5 externen Monitoren bin ich auch vergleichsweise sparsam unterwegs. Meine 2x 95 Ah AGM-Batterien – deren Kapazität ja technisch bedingt leider nur zu 50% nutzbar ist – können diesen Arbeitsplatz inkl. weiterer Abnehmer wie Licht, Kühlschrank, ggf. Standheizung, Handyladegerät und LTE-Router locker für einen oder zwei Arbeitstage mit Energie versorgen. Fahre ich zwischendurch und/oder spendet die Sonne Solarstrom, ist die ausreichende Stromversorgung in der Regel gar kein Problem mehr. So habe ich einen autarken, vollausgestatteten Arbeitsplatz wo immer ich möchte – herrlich!

Übrigens gibt es solche Geräte nicht nur in Full HD Auflösung wie ich sie habe, sondern auch in 4K. Da allerdings alle mir bekannten 4K-Geräte eine zusätzliche (nicht unerhebliche) Stromversorgung benötigen, verzichte ich gern auf das Mehr an Auflösung. Zum Arbeiten ist die Full HD Auflösung aus meiner Sicht auch völlig ausreichend.

Hier nochmal alle meine „Gadgets“ der Kommandozentrale zusammengefasst:

Mehr zu meiner gesamten Ausstattung zum autarken Business-Camping im Nugget gibt es demnächst in einem eigenen Blogartikel!

 

Und nun interessieren mich natürlich Deine Erfahrungen… Arbeitest Du auch im Camper am Rechner? Bist Du auch so ein Nerd, was die vielen Monitore angeht? Kanntest Du solche portablen Monitore? Oder hast Du vielleicht noch eine Alternative, die ich nicht kenne? Schreib mir gern in die Kommentare!

4 Kommentare
  1. Jim sagte:

    Hallo Katja, toller Bericht Mit vielen nützlichen Tipps. Was für ein Notebook benutzt Du eigentlich für Deine Mobile-Arbeit?
    Vielen Dank und VG aus Berlin

    Antworten
    • Katja Seidel sagte:

      Hallo Jim,
      Vielen Dank, das freut mich! Ich nutze meist ein HP Elitebook x360 – so ein Business Convertible Notebook. Ab und an auch ein MacBook 12”, wobei die leider mit nur 1 USB-C Schnittstelle sehr schwach ist was den Anschluss zusätzlicher Geräte wie Monitore angeht.
      LG, Katja

      Antworten
  2. Mitch sagte:

    Hallo Katja,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ich habe mir auch den Uperfect gekauft und nutze ihn im Wohnmobil 🙂
    Für mich hat er noch den Vorteil, dass ich ihn an meine Videokamera anschließen kann um die Bildschärfe unter Kontrolle zu haben, wenn ich ein Erklärvideo drehe. Die Stromversorgung geht dabei über ein Akkupack.
    Einzig mein Notebook will den Treiber noch nicht richtig laden, da brauche ich zusätzlich das HDMI Kabel.

    liebe Grüße aus der Pfalz
    Mitch

    Antworten
  3. Kamilla Holm sagte:

    Super Artikel von dir! Da ich auch sehr viel unterwegs bin, bin ich immer auf der Suche nach dem perfekten Monitor. Ich arbeite auch gerne auf vielen Bildschirmen gleichzeitig, aber es ist gar nicht so einfach, das richtige Produkt dafür zu finden. Ich suche da natürlich immer nach etwas Handlichem, das auch von der Größe und vom Gewicht passt. Danke für die Tipps 🙂
    Lg, Kamilla

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