Als autarke Camperin kommt man an einer Toilette im Van aus meiner Sicht nicht vorbei. Dass es dabei allerdings erhebliche Unterschiede gibt, und warum ich nach 2,5 Jahren Vanlife nun auf eine Trockentrenntoilette umgestiegen bin, erfährst Du in diesem Blogbeitrag. Trocken-Was? Auch das werde ich im Beitrag erläutern… Böse Zungen würden es vielleicht auch als gequirlte Sch…e bezeichnen 😉 Aber lies selbst!

Braucht man überhaupt eine Toilette im Camper?

Eine Toilette findet im Nugget lediglich in einem Schrank in der Küche Platz. Dort werden dann auch die Geschäfte verrichtet.

„Hat der denn auch eine Toilette?“ ist eine der häufigsten Fragen, die ich von Nugget-Interessierten gestellt bekomme. Die Reaktionen, wenn ich dann mein kleines Fach in der Heckküche öffne und mein portables Campingklo heraushole, reichen von überrascht bis leicht angeekelt. Klar, seine Geschäfte direkt in der Küche zu verrichten, ist definitiv nicht jedermanns Sache! Aber mich stört das als Alleinreisender nicht wirklich – und ich wusste ja, worauf ich mich einlasse.

Ein Van ohne Toilette kam für mich allerdings nie in Frage. Bei meinem Campingverhalten – autark in der Natur oder beim Business Camping in urbaneren Gegenden – ist es nach 2,5 Jahren Praxiserfahrung zu 90-95% nicht möglich, einfach mal so „vor die Tür“ zu gehen, um dort sein Geschäft zu verrichten. Mit meiner Mädchenblase wäre es mir auch viel zu stressig, alle paar Stunden nach einer öffentlichen Toilette oder zumindest einem ruhigen Örtchen zu suchen, bzw. meinen Stellplatz nach der „Klotauglichkeit“ auszuwählen. Große Geschäfte sind bei mir auch meist nicht wirklich planbar. Außerdem gibt es fast nichts Schlimmeres als die immer mehr werdenden Häufchen mit wehenden Klopapierfahnen am Waldes- oder Parkplatzrand! Die Option „Ich geh einfach mit meiner Schaufel los und vergrabe alles“ finde ich in der Praxis auch nur bedingt anwendbar – wie oft ist der Boden denn wirklich so weich, dass sich da mit einer kleinen Kackschaufel ein ausreichend tiefes Loch zu graben (z.B. um zu verhindern, dass es Tiere wieder ausbuddeln)? Um es also kurz zu machen:

Für mich ist eine Toilette ein zwingendes Muss, wenn man autark im Van unterwegs ist!

Welche Toilette für den Ford Nugget?

Nun ist die Auswahl an möglichen Toiletten im Nugget bauartbedingt nicht sehr groß. Das Toilettenfach ist recht knapp bemessen, so dass es meines Wissens nach nur drei Modelle der klassischen portablen Campingtoiletten gibt, die dort überhaupt Platz finden:

Als ich den Nugget bekommen habe, hatte ich bereits Erfahrungen mit der Dometic 972. Diese hatte ein Fäkaltankvolumen (wie man so schön sagt) von 9 Litern und ein Spülwasservolumen von 8 Litern. Ähnlich ist es beim Porta Potti (jeweils 10 Liter). Nutzt man die Toilette aber nicht nur als Notfalllösung, dann kommt man damit selbst als Alleinreisender nur max. 2-3 Tage aus, bevor man die nächste Entsorgungsstation ansteuern muss. Das nervt! Daher war für mich schnell klar, dass es die Dometic 976 werden muss – mit 18 Litern Fäkaltank und 8 Litern Spülwasser.

Dieses Campingklo hat mich nun also die letzten 2,5 Jahre auf all meinen Reisen begleitet. Und entgegen der Erfahrung von anderen hat es auch immer „dicht gehalten“ und gut funktioniert – so gut dieses Konzept halt funktionieren kann. Mit dieser Größe des Fäkaltanks konnte ich die Zeit bis zur nächsten Entsorgung immerhin auf 4-5 Tage strecken, wenn ich allein unterwegs war. In großen Wohnmobilen oder Kastenwagen sind die Fäkaltanks der Kassettentoiletten übrigens meist auch nicht größer, manchmal sogar kleiner. Dieses Problem der häufigen Entleerung haben also nahezu alle Camper mit Chemietoilette an Bord.

Nachteile üblicher Campingtoiletten

Was hat mich nun aber neben der eingeschränkten Autarkie so sehr gestört, dass ich nun den Schritt in Richtung einer Trockentrenntoilette gegangen bin? Diese Dinge treffen übrigens auch auf andere Wohnmobile mit fester Kassettentoilette zu:

  • Die Entleerung alle paar Tage ist nicht unbedingt das Angenehmste der Welt. Je nach Station, wo man entleert, kann das Geschwappe von fast 20 kg Fäkalien, Chemie und halbaufgelöstem Klopapier schon recht eklig werden. Gibt es dann keine Möglichkeit, mit Wasser nachzuspülen (was an einigen Entsorgungsstationen, insbesondere im Winter, schon mal der Fall sein kann), dann kann man höchstens mit seinem Frischwasser im Wohnmobil und einer Behelfsflasche o.ä. Abhilfe schaffen.
  • Die Umweltbelastung durch die Toilettenchemie ist enorm, u.a. wenn diese Chemie in die Kläranlagen gelangt und dort die wichtigen Bakterien kaputt macht. In festverbauten Toiletten gibt es meist die Möglichkeit, eine SOG-Anlage nachzurüsten, die den Gestank absaugt und eine Nutzung auch ohne Chemie ermöglicht – dann stinkt es nur noch einmal bei der Entsorgung, dafür dann aber richtig 😉 Ansonsten gibt es natürlich noch diverse Mittelchen auf biologischer Basis, von denen mich jedoch alle von mir getesteten Produkte nicht überzeugen konnten. Auch der Tipp, ein paar Tropfen ätherische Öle beizugeben, hatte lediglich eine Halbwertzeit von ein paar Stunden, bevor der Geruch wieder unerträglich wurde. Ich persönlich habe mit meinem portablen Klo daher leider keine brauchbare Alternative zur Chemie finden können.
  • Man ist auf Wasser angewiesen. Da herkömmliche Kassettentoiletten mit einer Wasserspülung funktionieren, muss man sich neben der ENTsorgung auch zwingend um die VERsorgung kümmern. In meinem Fall wurde das Wasser in einen separaten Tank gefüllt und musste nicht vom sowieso schon knappen 40 Liter Frischwasser „abgezwackt“ werden. Auf meiner autarken Winterreise durch Norwegen habe ich daher gemerkt, wie wertvoll Wasser doch sein kann und dass eine Entsorgungsstation für Schwarzwasser (also das Klo) nur die halbe Miete ist, wenn es dort keine Frischwasserstelle gibt oder diese eingefroren oder abgestellt ist.
  • Um eine herkömmlichen Kassettentoilette fürs große Geschäft zu nutzen, muss man schon etwas härter gesotten sein. Vielleicht bin ich eine anatomische Besonderheit, aber in 90% der Fälle ist es mir nicht gelungen, das kleine Loch, welches meist im hinteren Ende der Kloschüssel in die Kassette führt, zu treffen. Den Rest möchte ich hier nicht weiter ausführen – nur soviel: der Spüldruck ist nicht vergleichbar mit der Toilette zu Hause 😉

Eine Trockentrenntoilette – was ist das denn für eine “gequirlte Sch…e“?!

Als ich 2018 auf der CMT in Stuttgart unterwegs war und schon ungeduldig auf meinen Nugget gewartet habe, bin ich beim Schlendern über die Messe auf den Stand von ToMTuR gestoßen – einem Distributor der Nature‘s Head® Komposttoilette*. Fasziniert stand ich glaube ich fast eine ganze Stunde dort am Stand und habe mir das Prinzip einer solchen Trockentrenntoilette (TTT) mit Kompostierfunktion angeschaut. Wenn Du Dich näher dafür interessierst, schau Dir am besten dieses Video bei Youtube an – das entspricht so ziemlich der „Show“ die ich auf der CMT bekommen habe:

Ich war völlig begeistert von diesem Konzept: das Feste wird vom Flüssigen getrennt und durch die initiale Zugabe von Humus und dem regelmäßigen „Umrühren“ mittels einer kleinen Kurbel kompostiert. Eine komplette Kompostierung findet hier zwar noch nicht statt (diese dauert ca. 1 Jahr), aber der Prozess wird zumindest angestoßen. Geruch soll hierbei nicht entstehen, da zum einen Kot und Urin voneinander getrennt werden und zum anderen die Flüssigkeit aus dem Feststoffbehälter durch einen Lüfter abgesaugt wird. Alternativ gibt es ebenfalls schon seit vielen Jahren die Air Head®, welche nach einem ähnlichen Prinzip wie die Nature’s Head arbeitet. Klar, dieses Konzept des „Kacke-Quirls“ – wie es einige Skeptiker gern nennen – ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber als autarker Camper darf man ja sowieso nicht allzu empfindlich sein. Einleuchtend schienen die Erklärungen zumindest zu sein. Zumindest wäre man damit wohl über viele Wochen autark, muss sich allerdings alle paar Tage um die Entleerung des Urinkanisters kümmern. Aber hier können auch normale Raststättentoiletten o.ä. genutzt werden.

Das Ganze hatte leider – zumindest für mich – einen großen Haken, im wahrsten Sinne des Wortes. Neben dem doch schon großen Preis (ca. 1.000-1.100 Euro statt der 100, die ich für meine Dometic bezahlt hatte) war natürlich die Größe einer solchen TTT für mich als zukünftiger Nugget-Besitzer ein K.O.-Kriterium. Diese Art der Toilette muss fest eingebaut werden und braucht einen gewissen Platz – beides kann der Nugget leider nicht bieten. Aber ich war nun angefixt und behielt diese Art der Toilette auf jeden Fall im Hinterkopf.

Alternativen ohne Kurbel gibt es übrigens auch: Hier wird dann ein Plastikmüllbeutel in den Fäkalienbehälter eingelegt und nach jeder Nutzung etwas Kleintierstreu oder Sägemehl darüber gegeben. Gestapelte statt gequirlte Sch…e hat zwar den Nachteil, dass sie weniger schnell austrocknet, dafür ist die Entsorgung einfacher, da hierfür nur der Beutel entnommen und zugeknotet werden muss. Bei den Kurbelvarianten muss der Inhalt des Behälters zunächst in einen Müllsack umgefüllt werden – oder man hat einen Kompost und kann den Eimer direkt dort entleeren. In allen Fällen ist es aber auf jeden Fall sinnvoll, eine aktive Entlüftung zu haben, um unangenehme Gerüche zu vermeiden.

Alternativen zum Chemieklo im Nugget?

Während der weiteren gut 3 Monate Wartezeit auf den Nugget suchte ich natürlich intensiv nach Möglichkeiten, eine solche TTT auch im Nugget einbauen oder nutzen zu können. Aber solch kleine Modelle, die in das Fach gepasst hätten, gab es leider nirgends. Von Belüftung oder Kompostierfunktion ganz zu schweigen. Außer einfachen Eimertoiletten, bei denen man sein Geschäft in einen Eimer mit Beutel darin verrichtet und etwas Katzenstreu darübergibt, habe ich nichts finden können. Da war die Dometic 976 für mich doch die bessere Alternative. Und diese hat ja wie gesagt auch lang und gut ihren Dienst verrichtet. Den typische Chemiegeruch, der sich nach Aussage vieler Camper im ganzen Auto verteilt, kann ich übrigens nicht bestätigen.

Insbesondere in meiner Auszeit, als ich 9 Monate Vollzeit im Nugget unterwegs war, hat mich das Thema aber wieder stärker gepackt. Es wäre doch ziemlich genial, sich quasi nur noch um die Trinkwasserversorgung und Grauwasserentsorgung kümmern zu müssen (etwas alle 5-7 Tage bei intensiver Nutzung). So langsam schossen dann im Nuggetforum auch kreative Selbstbaulösungen aus dem Boden (z.B. hier), die aber alle einen für mich entscheidenden Nachteil hatten: Sie sahen keine Belüftung vor, so dass die – zwar vom Urin getrennten – feuchten Häufchen einfach so im Beutel vor sich hin stinken würden. So habe ich es zumindest von einigen Selbstbauern gehört (auch unabhängig vom Nugget). Das wollte ich nun auch nicht… zumal bei vielen Lösungen die Größe der Tanks nicht sonderlich groß ausfiel.

Endlich die Lösung: die BioToi!

Ich stieß allerdings irgendwann auf eine interessante Ankündigung auf der Seite www.unser-campingbus.de, wo ich auch schon meine äußerst nützliche Handtuchstange für den Nugget gekauft hatte: In einem Klo-Vergleichsartikel fand sich hier ein Hinweis, dass Sascha (der Betreiber der Seite) aktuell an einer TTT arbeitet, die u.a. genau für den Nugget passend sein soll. Das gab mir wieder Hoffnung!!!

Bio vs. Chemie. Links die neue BioToi, rechts meine treue Dometic 976. Beide perfekt für das Klofach im Nugget geeignet, aber mit einem völlig anderen Nutzungskonzept

Lange Zeit gab es allerdings kein Update mehr, so dass ich schon fast befürchtet hatte, dass sich der Plan aus irgendwelchen Gründen wohl doch nicht realisieren ließ. Ende August 2020 sah ich dann jedoch mit Freude einen Hinweis auf die neue BioToi®, die ab Oktober zu kaufen sein sollte. Wow, geil, dachte ich – das passt ja ideal, wo ich den Nugget doch jetzt so intensiv als Homeoffice und Business Camper nutze! Also gleich mal eine Mail an Sascha geschrieben und prompt am gleichen Tag noch eine ausführliche Antwort bekommen. Und seine Ausführungen zur BioToi® stimmten mich doch mehr als freudig. Aber was ist nun so besonders an genau dieser Trockentrenntoilette? Einen ersten Eindruck hat Kai von TravelCampingLiving auf dem Caravon Salon im Gespräch mit Sascha (ab 13:00 min) bekommen, als er in meinem Auftrag mal dort vorbeigeschaut hat:

Zusammengefasst hat die BioToi® aus meiner Sicht viele (entscheidende) Vorteile und Verbesserungen gegenüber der Konkurrenz:

  • Sie ist extrem kompakt und damit sogar die kleinste Komposttoilette am Markt derzeit! Und das Wichtigste: Sie passt exakt in das Klofach des Nuggets, was sonst keine andere am Markt erhältliche TTT bietet!
  • Durch die Bauweise mit einem Edelstahl- statt Kunststoffgehäuse bietet sie nicht nur eine große Stabilität (belastbar bis 200 kg), sondern trotz ihrer kompakten Außenmaße auch sehr große Tanks. Der Urintank fasst knapp 10 Liter (zum Vergleich mit großen festeingebauten Komposttoiletten: die Nature‘s Head® fasst nur 8,3 Liter und die Air Head® sogar nur 7,6 Liter) und der Feststoffbehälter ganze 15 Liter, was schon fast ans Volumen der großen Brüder heranreicht. Zum Vergleich: Die derzeit sehr viel beworbene Trelino® (Trenntolino®), die „in den kleinsten Van passt“ (nur leider nicht in den Nugget), bietet bei gleichem Gewicht lediglich einen 3,5 Liter Urintank und 6 Liter Feststoffbehälter. Damit kommt man nicht lange aus – was auf Grund der fehlenden Belüftung auch generell schwierig sein dürfte.
  • Für den Kompostierprozess muss nur einmal pro „Füllung“ ein Kokosziegel in Wasser aufgelöst werden und als Basis in den Feststoffbehälter gefüllt werden. Es braucht kein Katzenstreu o.ä. nach jedem Toilettengang. Da die Toilette ohne Wasser auskommt, muss zum „Spülen“ einfach nur gekurbelt werden.
  • Sie verfügt ähnlich wie die Nature‘s Head® oder Air Head® über eine Kurbel, um den Trocknungsprozess der Feststoffe und den Kompostierungsprozess zu beschleunigen. Großer Vorteil ist jedoch, dass die Kurbel der BioToi® abnehmbar ist, was nicht nur Platz spart, sondern auch ein separates Herausnehmen des Feststoffbehälters ermöglicht – was es so bisher nicht am Markt gibt in einer Komposttoilette. Das macht die Entsorgung wesentlich einfacher. Die Empfehlung für die Nature‘s Head® oder Air Head® ist hingegen, die ganze Toilette samt Inhalt abzuschrauben, vors Wohnmobil zu tragen, das Oberteil abzubauen, den Urintank herauszunehmen und dann die gesamte Toilettenbasis umgedreht in eine Mülltüte zu entleeren. Anschaulicher wird dies in diesem Video.
  • Sie verfügt über eine Lüftung, die in mehrfacher Hinsicht clever gelöst ist: Zum einen bietet sie eine elektronische Überwachung, um nicht versehentlich die Wohnraumbatterie leerzusaugen. Außerdem hat sie eine Intervallschaltung, um Batteriereserven zu sparen, wenn die Toilette mal nicht so oft genutzt wird – was meines Wissens nach auf dem Markt ebenfalls einmalig ist. Tricky wird es beim Nugget allerdings mit dem Anschluss der Belüftung – da die Toilette ja nicht fest installiert wird, sondern jedes Mal aus dem Schrank gezogen werden muss. Hierfür hat sich Sascha eine wirklich geniale „Docking-Station“ überlegt, die fest im Klofach verbaut wird. Die BioToi® wird dann einfach nur reingeschoben und durch den verbauten Lüfter dauerhaft entlüftet. Dazu kann man praktischerweise die schon vorhandene Entlüftungsöffnung im Klofach des Nuggets nutzen. Wirklich genial!!

Ein Blick ins Toilettenfach des Nuggets zeigt die Docking-Station für die BioToi. Die Toilette wird einfach nur in das Fach geschoben und „dockt“ dann automatisch an den Schaumstoff an, wodurch ein Loch im Toilettengehäuse mit dem Lüftungsschlauch hinter dem Schaumstoff verbunden wird, was die Feuchtigkeit aus dem Toilettengehäuse nach draußen transportiert.

  • Der Urintank hat einen Geruchsverschluss, so dass bei der täglichen Nutzung keine Gerüche durch den Urinablauf nach oben steigen. Außerdem ist es sehr praktisch, dass es vom Urinablauf zum Tank keinerlei Schläuche o.ä. gibt, in denen sich Gerüche oder Urinstein absetzen können.
  • Der Trenneinsatz ist so gestaltet, dass das Loch zum Feststoffbehälter sehr groß ist, was sicher die „Trefferquote“ erhöhen dürfte bzw. mögliche Bremsspuren eher verhindern dürfte, als bei den kleineren Schächten der Nature‘s Head® oder Air Head®.
  • Durch eine spezielle Konstruktion der Klobrille (es gibt eigenltich keine separate Brille, sondern diese ist direkt in den Trenneinsatz integriert um die kompakte Bauweise zu realisieren) ist die Trennwand zwischen fest und flüssig vergleichsweise hoch gezogen, was eine sehr gute Trennung erlaubt. Einen Ablauf von Flüssigem aus dem hinteren Bereich (wenn das Loch in den Feststoffbehälter durch einen Schieber geschlossen ist) wie bei den größeren Konkurrenten, gibt es bei der BioToi® nicht. Stattdessen ist das deren hinteres Loch aus Platzgründen (für einen Schieber war auf Grund der kompakten Bauweise kein Platz mehr) immer offen, was aber auch ein versehentliches Vergessen der Öffnung vor dem großen Geschäft ausschließt.

So schaut die BioToi fertig zur Nutzung bzw. fertig zur Entleerung aus. Aus meiner Sicht extrem clever konstruiert im Vergleich zur Konkurrenz.

  • Sie wiegt mit 6,5 kg sehr wenig. Inklusive Humus zeigte meine Waage 8 kg an. Meine Dometic 976 hat leer bereits 5 kg gewogen – plus der 8 l Spülwasser ist sie schon im leeren Zustand kein Leichtgewicht. Mit vollem Fäkaltank schleppt man dann schonmal mehr als 20 kg durch die Gegend. Aber der Vergleich hinkt natürlich ein wenig, daher hier nochmal die Leergewichte der großen Komposttoiletten: Die Nature‘s Head® wiegt ganze 12,7 kg und die Air Head® 8,5 kg. Und Gewicht ist genauso wie Platz ja immer so eine Sache im Wohnmobil.

Bei genauerem Hinschauen und Vergleichen dürfte die BioToi® also nicht nur für Nuggetfahrer interessant sein, sondern auch für Kastenwagen- oder Wohnmobilbesitzer! Sie kann nämlich nicht nur portabel wie im Nugget genutzt werden, sondern mittels vorgebohrter Löcher auch fest im Fahrzeug eingebaut werden. Der Entlüftungsschlauch wird in diesem Fall direkt an der BioToi® befestigt. Auch eine Erhöhung für einen komfortableren Sitz und eine weiß lackierte Außenhaut wird es wohl demnächst geben. Diese Einbauvariante ist vielleicht auch für den einen oder anderen Nugget Plus Besitzer (mit fest eingebauter Kassettentoilette) interessant. Außerdem ist eine Anschlussmöglichkeit an einen Unterflurtank, um den Urin zu sammeln, bereits für die BioToi® in Vorbereitung. Alle Infos, FAQ’s und Bestellmöglichkeiten findest Du auf der BioToi®-Webseite https://www.biotoi.de/daten-fakten.

Je mehr ich mich mit der ganzen Thematik beschäftige, desto genialer finde ich es, was Sascha hier in mehr als einem Jahr professioneller Entwicklungsarbeit – und dem Antrieb der eigenen Nutzung in seinem Nugget – hervorgebracht hat. Und ja, das Ganze hat auch seinen Preis, der viele sicherlich abschrecken dürfte: die UVP liegt bei 1.249 Euro, was sie zur derzeit teuersten TTT auf dem Markt macht. Und ja, Selbstbaulösungen sind definitiv um einiges günstiger, aber wem eine gut funktionierende Toilette so wichtig ist wie mir, dem ist das Ganze wahrscheinlich auch diesen Preise wert.

Bin ich jetzt Klo-Influencer?

Und auch wenn sich dieser Artikel wahrscheinlich für Dich wie eine bezahlte Werbung liest, so kann ich Dir versprechen, dass ich diesen Bericht aus völlig freien Stücken geschrieben habe. Ich finde es einfach genial, wenn jemand so viel Zeit und (nicht unerheblich viel) Geld investiert, um ein Problem zu lösen. Solch ein Produkt hat es definitiv verdient gesehen zu werden! Da ich allerdings die erste offizielle Kundin von Sascha bin und noch nicht alle Teile der finalen Serienproduktion entsprechen, ist er mir preislich etwas entgegengekommen. Das hatte jedoch keinerlei Einfluss auf diesen Artikel – ich hätte definitiv auch 1.249 Euro ausgegeben, um endlich mein leidiges Toilettenproblem zu lösen.

Ich möchte außerdem betonen, dass ich hier keine Produkte schlecht machen möchte o.ä. Da ich keines der hier im Blog genannten Produkte jemals selbst testen konnte, kann ich die Praxistauglichkeit auch in keinster Weise beurteilen. Ich habe lediglich versucht, Fakten zu vergleichen und Nachteile, die ich von anderen Nutzern in diversen Blogs und Youtube-Videos sehen konnte, mit dem Konzept der BioToi® zu vergleichen – in der Hoffnung, das erleichtert Dir eine mögliche Entscheidung, falls Du auch überlegst, Dir eine solche Toilette zuzulegen. Über meine Erfahrungen mit der BioToi® kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so viel berichten, da ich sie erst an diesem Wochenende eingebaut habe. Dies hat allerdings dank Saschas tatkräftiger Remote-Unterstützung per Video und Zeichnungen sehr gut geklappt. Und nach den ersten „Sitzungen“ bin ich auch schon sehr angetan von meinem neuen Klo 🙂 Mehr zum Einbau und meinen Erfahrungen nach 2,5 Wochen unterwegs damit, gibt es dann demnächst.

Bist Du auch Camper und hast Dich vielleicht schonmal mit dem Thema beschäftigt? Was meinst Du zum Konzept der TTT? Oder kennst Du es womöglich schon aus der eigenen Erfahrung? Dann schreib mir gern in die Kommentare!

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